Grundrente: Gestern große Diskussion bei "jetzt red i" - Das spricht DAFÜR und das DAGEGEN

Kontroverse Diskussion bei "jetzt red i" im Bayerischen Rundfunk: "Streit um ...
Kontroverse Diskussion bei "jetzt red i" im Bayerischen Rundfunk: "Streit um die Grundrente - Was ist sozial gerecht?"Foto-Quelle: Bayerischer Rundfunk/Screenshot
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Die Angst vor Altersarmut treibt viele Menschen um. Das gilt auch für das reiche Ingolstadt, das zu den am schnellsten wachsenden Städten Deutschlands gehört. Dort war am Donnerstag (13. März 2019) die TV-Talkshow „jetzt red i“ des Bayerischen Rundfunks zu Gasts. Thema: "Streit um die Grundrente - Was ist sozial gerecht?"

Den Anstoß für die kontroverse Diskussion gab eine Masseurin aus Ingolstadt, die in fünf Jahren in Rente geht und berichtete, dass es sie "traurig" mache, dass sie nach 45 Arbeitsjahren weniger als 1000 Euro Rente bekommen werde.

Wir sprechen nicht nur von ein paar Menschen

In genau solchen Fällen, argumentierte Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen in der Sendung, solle die Heil'sche Grundrente greifen: „Wir sprechen nicht nur von ein paar Menschen. Wir sprechen in Bayern von 340.000 Menschen, die insofern profitieren, dass sie würdevoll leben können.“

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Dagegen argumentierte Bayerns Arbeits- und Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU), die Grundrente gehe weit über das hinaus, was im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei, außerdem sei der Vorschlag nicht zu finanzieren.

Auch sie halte eine Reform der Rente für dringend nötig, so Schreyer: „Wenn Sie 45 Jahre gearbeitet haben, dann erwarte ich, dass die Rente so ausschaut, dass Sie davon leben können", so Bayerns Sozialministerin.

Rente muss das abbilden, was ich eingezahlt habe

Allerdings: Es müsse einen Unterschied machen, wie lange jemand gearbeitet habe, und ob dies in Vollzeit oder Teilzeit gewesen sei.

„Wenn Sie aber zehn Jahre länger gearbeitet haben, haben Sie auch zehn Jahre länger eingezahlt", sagte Kerstin Schreyer. "Das muss sich abbilden. Rente muss das abbilden, was ich eingezahlt habe, ob ich Kinder erzogen oder Eltern gepflegt habe. Und daraus errechnet sich ein Rentenanspruch.“

Tatsächlich sind die Meinungen darüber gespalten, ob es richtig ist, wie von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplant, eine Grundrente einzuführen. Die Pläne sehen vor, dass Rentner, die nach 35 Beitragsjahren weniger als 900 Euro Rente erhalten, einen Aufschlag bekommen - ohne weitere Prüfung der Bedürftigkeit.

Wie hoch der Zuschlag ist, hängt von der Zahl der Rentenpunkte ab, die während der Berufstätigkeit gesammelt wurden. Maximal sollen kleine Renten um 448 Euro aufgestockt werden.

Einzige Voraussetzung: Rentner müssen 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Die wichtigsten Positionen im Überblick:

PRO Grundrente

+ Argument: Wer in die Rente eingezahlt hat, muss mehr bekommen als jemand, der nicht eingezahlt hat
Die "Respekt-Rente" von Heil sei eine "Diskussionsgrundlage, die man nicht zerreden sollte", sagte der Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU), kürzlich im ARD-Morgenmagazin.

Denn es sei klar, dass jemand, der 35 Jahre für Niedriglohn gearbeitet habe, mehr Rente bekommen müsse als jemand, der nur wenige Jahre gearbeitet habe. Einverstanden ist der Chef des Arbeitnehmerflügels der CDU auch mit einer Grundrente in Höhe von 900 Euro und den dafür nötigen 35 Beitragsjahren. Kritisch sieht er die fehlende Bedürftigkeitsprüfung in Heils Konzept.

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In einigen Fällen, etwa bei Ehepartnern von gut situierten Rentnern oder bei Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, "muss man die Rente nicht aufstocken", so Laumann und spricht sich für eine "differenzierte Bedürftigkeitsprüfung" aus.

+ Argument: Respekt vor der Lebensleistung
Eine Bedürftigkeitsprüfung würde den Grundsatz des Vorschlags diskreditieren, schreibt Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung, der Heils Konzept als "ein richtiges, ein wichtiges, ein sozialstaatliches, also ein wunderbares Vorhaben" bezeichnet.

"Mit einer Bedürftigkeitsprüfung würden Millionen von Rentnern zu Fürsorgeempfängern", schreibt er. Was Hubertus Heil gerade vermeiden wolle: "Es geht richtigerweise darum", so Prantl, "einer Lebensleistung zu entsprechen, die in 35 Beitragsjahren und in Erziehungs- und Pflegezeiten abgebildet wird".

+ Argument: Rente hat etwas mit Fürsorge zu tun
„Die Rente ist keine Soziale Leistung, weil das hat ja etwas mit Fürsorge zu tun. Sondern jeder einzelne, der arbeitet, leistet etwas für dieses Land und bekommt dafür etwas", argumentierte Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen in „jetzt red i“.

+ Argument: Grundrente ist finanzierbar
Das Argument, die Grundrente sei nicht finanzierbar, lässt Kevin Kühnert nicht gelten. Die Union müsse nur zu Gesprächen über die Steuer-Einnahmen bereit sein, so der Juso-Chef im rbb-Inforadio.

Es geht um politischen Willen

Und nennt als mögliche Einnahmequellen: die Vermögenssteuer, einen zu lichtenden "Ausnahme-Dschungel bei der Erbschaftssteuer", Digital-Konzerne, die kaum Steuern zahlen, und ein verstärkter Kampf gegen Steuerhinterziehung. Kühnert: "Ich glaube, die Möglichkeiten an der Einnahmeseite zu drehen, ohne dass einfache Leute dadurch belastet sind, die sind vielfach gegeben. Es geht um politischen Willen."

Im Video:

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+ Argument: In anderen Ländern ist das Prinzip längst die Regel.
Im Grundsatz begrüßt der Rentenexperte Bert Rürup die von Hubertus Heil vorgeschlagene Grundrente. "Der Ansatz dieses Rentenkonzepts ist vernünftig, denn er trägt den geänderten Bedingungen unseres Arbeitsmarkts Rechnung", sagte Rürup der "Saarbrücker Zeitung".

Was dem ehemaligen Wirtschaftsweisen an den Heil'schen Plänen gefällt: Damit passe sich Deutschland dem internationalen Standard an. Was der Arbeitsminister plane, sei in 29 von 36 OECD-Ländern bereits üblich. Rürup: "Dort wird die Rente von Geringverdienern generöser festgesetzt als die von Durchschnitts- oder Besserverdienern."

Doch vollständig überzeugt ist Rürup von dem Konzept nicht: "Der Bundesarbeitsminister wird noch nacharbeiten müssen." Eine Schwäche sei der große Kreis der Anspruchsberechtigten.
"Wer die Grundrente in Anspruch nehmen will, sollte nachweisen, dass er durchweg vollzeitig gearbeitet hat. Anderenfalls wäre diese neue Rente eine Subvention des Niedriglohnbereichs", so Rürup.

Was halten Sie von der Einführung einer Grundrente?

Ich bin dafür, weil es darum geht, die Lebensleistung anzuerkennen.
69.4 %
Ich bin dagegen, weil das Konzept zu teuer und ungerecht ist.
30.6 %
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CONTRA Grundrente

- Argument: Grundrente ist zu teuer
Die Pläne gefährdeten die langfristige Finanzierbarkeit der Rentenversicherung, so Steffen Kampeter, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die Kosten für die Sozialversicherungen würden in den kommenden Jahren ohnehin steigen.

Deutschland droht ein rentenpolitischer Betriebsunfall

„Da können wir uns neue teure Milliardenpakete nicht leisten." Deutschland drohe ein „rentenpolitischer Betriebsunfall, wenn auch gutsituierte Teilzeitbeschäftigte noch einen Nachschlag unter dem Vorwand der Armutsbekämpfung bekommen“, so Kampeter.

"Diese Maßnahme würde Milliarden kosten und die ohnehin schon belastete Rentenkasse noch tiefer in die roten Zahlen bewegen", hat das Statistik-Portal statista errechnet.

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Denn die Differenz zwischen eingenommenen Rentenbeiträgen und Rentenausgaben sei über die Jahre immer größer geworden. Wurden demnach 1992 über 92 Prozent der Ausgaben durch Beiträge gedeckt, lag dieser Betrag im Jahr 2017 bei rund 84 Prozent.

So groß ist laut statista die Finanzierungslücke bei der Rente
statista.com/CCSo groß ist laut statista die Finanzierungslücke bei der Rente

- Argument: Leistung muss sich lohnen
"Auch bei #Grundrente muss gelten: Leistung muss sich lohnen!", twitterte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Es müsse eine schnelle und unbürokratische Lösung her, die dafür sorge, "dass sich Leistung lohnt, vor allem für die, die in einer besonderen Art und Weise bedürftig sind".

- Argument: Rente ist keine Sozialleistung
Die Pläne von Hubertus Heil kritisierte FDP-Chef Christian Lindner im ARD-Morgenmagazin: "Bei der Rente erwirbt man sich einen individuellen Anspruch, das ist keine Sozialleistung." Ob nun bedürftig oder nicht, sei da unerheblich: "Das hat nichts mit Bedürftigkeit zu tun." Wer im Alter bedürftig sei, erhalte Grundsicherung, twitterte der FDP-Chef.

- Argument: Zahlen müssen die Jungen
Kein gutes Haar lässt Bernd Raffelhüschen an der aktuelle diskutierten Grundrente. "Das Konzept ist an Absurdität nicht zu überbieten. Alles was man falsch machen kann, hat Herr Heil falsch gemacht", so der Finanz-Professor und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg auf focus.de.

Zur Kasse gebeten würden erneut die Jungen: "Es wird zum vierten oder fünften Mal die intergenerative Gleichbehandlung mit Füßen getreten." Wenn das so weitergehe und die heute mittlere Generation im Rentenalter sei, "dann werden die Jungen noch mehr bluten – und zwar egal, ob als Beitrags- oder als Steuerzahler", so Raffelhüschen.

50 Kommentare

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Die Regierung ist vom Volk gewählt worden um das Volk zu vertreten auch in Renten fragen.Leider spürt man davon zu wenig.Bei einer Anfrage im Fernsehen können sie sich nicht damit anfreunden wenn sie gefragt werden ob sie auch mit wenig Geld im Alter auskommen Müssten.
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Habe mich gefreut da ich nach 48 Jahren in Rente gehen konnte ,habe immer gearbeitet und drei Kinder gezeugt.Aber durch die Euro Umstellung ist die Rente gering so das ich mit Vergleichbar Hartz 4 auskommen muss.Hatte zu DM Zeiten Eigentlich so gut verdient das meine Frau zuhaue bei den Drei Kindern bis der Letzte 14 Jahre war und dann auch Arbeiten wollte ,viele Ehepaare mit Kindern können dies Heute nicht mehr seid dem es den Euro gibt , er hat nicht nur die Renten geschmälert sondern auch die Ehepaare mit Kindern aus dem Gleichgewicht gebracht.Hinzu kommt noch das die Preise so drastisch erhöht worden sind das man mit seinem Geld nicht mehr aus kommt.
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Herr Heil versucht sich in Flickschusterei, anstatt das gesamte Rentensystem auf den Kopf zu stellen und ein ganz neues Konzept zu entwickeln. Aber die SPD braucht Schlagzeilen, um aus ihrem Tief heraus zu kommen. Vor allem den Menschen eine rosarote Brille aufsetzen, die beruflich so angespannt sind, um in keinster Weise in die Tiefen dieser Thematik hinab steigen zu können und Menschen, die kurzfristig ihren Vorteil sehen.

Wenn man sich ein Beispiel an anderen Ländern nehmen und aus diesen Erkenntnissen etwas Neues kreieren würde, wären jedem und jeder Generation viele Sorgen, was Rentenalter angeht, genommen. Aber nein, es wird die Gesellschaft wieder einmal gegeneinander aufgebracht, um für die eigene Partei zu sorgen.

Wenn ich sehe mit welcher Selbstgefälligkeit und demütigem Tonfall Herr Heil von Respekt vor Lebensleistung spricht, klopfe ich mir immer auf die Schulter, aus dieser Partei schon vor 10 Jahren ausgetreten zu sein. Ganz besonders, wenn man hinter die Kulissen geschaut hat.
Liebe Brigitte,
mit Ihrem Ansinnen liegen Sie vollkommen richtig, neben Heil haben schon viele seiner Vorgängen am Rentensystem herum geschustert und nichts erreicht. Nicht nur das Rentensystem ist marode, sondern unser ganzen fiskalischen Bereiche. Deshalb plädiere ich schon seit Kohls Zeiten, daß endlich die oft versprochene Steuer- und Rentenreform gemacht wird und zwar bald! Mit der Steuer- und Rentenreform einhergehend könnte auch das oftmals geforderte Bedingungslose Grund Einkommen = BGE bedacht werden. Mit einem BGE würde sich sehr viel verändern, aber auch verbessern. Denn die Arbeitgeber müßten die Menschen besser entlohnen und könnten die Menschen nicht als nützliche Ameisen betrachten. Die Betriebe werden nach Ihrer Wertschöpfung besteuert. Wer viel arbeitet hat mehr an Einkommen, wer nichts arbeitet muß sich mit dem BGE zufrieden geben. Auch der Staat würde profitieren, den es gäbe keine Sozialämter und Sozialhilfen mehr, damit verbunden weniger Beamte.
Peter, ich kann Dir nur in jedem Punkt Recht geben. Manchmal vergleiche ich uns, die arbeitende Bevölkerung (ich ja nicht, da ich Rentnerin bin)wie damals bei Monarchiezeiten, mit den Lehnarbeitern. Natürlich mit einem Augenzwinkern, da man es nicht so ganz vergleichen kann, aber im Großen und Ganzen gesehen, schon. Nur, dass der Überschuss nicht die Politiker einstreichen können, aber Großprojekte fördern, ohne Sinn und Zweck.

Wenn ich jetzt das Affentheater in England verfolge, wird mir schlecht oder es kommt das Gefühl auf, ein Glück, bin ich schon sooooo alt!
In der Geisteshaltung der Politiker, aber auch in den Gesellschaften, ist jegliches Maß und Ziel verloren gegangen.

Ein Blick in andere Länder, würde sich lohnen; denn dann käme Demut und Dankbarkeit ins Spiel. Wenn ich hier in Estland in eine Behörde gehe, denke ich so oft: da würde kein Deutscher Beamter oder Angestellter Dienst tun. Obwohl alle techn. Voraussetzungen vorhanden sind und eine Hilfsbereitschaft, die seinesgleichen sucht. Aber alles einfach, effektiv ohne Bimbamborium oder Glanz und Glämmer.
Dieses Streben nach "immer mehr, immer weiter, immer höher", wird die Menschheit in Zustände führen, die sich keiner wünschen würde, würde er sich die Mühe machen, einmal gründlich nachzudenken, ob es sich lohnt, in diesem Hamsterrad auszuharren und sich bis zum tot umfallen mit den anderen mitdreht...
In diesem Sinne, liebe Grüße
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Leistung muss sich lohnen ist völlig korrekt,aber würde jeder in die Rentenkasse einzahlen und würde ein annehmender gerechter Lohn an das arbeitende Volk bezahlt wäre wohl das kpl. Rentenproblem vom Tisch, so lange sich da nichts ändert werden solche Probleme auch weiterhin bestehen bleiben.
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Das Problem an "Leistung muss sich lohnen":
Seit vielen Jahren schon gibt es einfach keine Arbeit mehr für alle. Die Arbeit, die vorhanden ist, wird insgesamt von immer weniger Menschen ausgeführt, und gar nicht erst vergeben. Und wo solche Arbeit, doch noch vergeben wird, wird so billig wie möglich eingekauft wird . Und dann auch noch oft über Zeitarbeit, mit Menschen also die man von einem Tag zum anderen´weg schicken kann.

Auch der viel zitierte Fachkräftemangel ist hausgemacht.


Ironie an
Oder sollte mir entgangen sein, dass eine ganze "Generation" von Menschen zwischen 18 und ca. 40 Jahren entweder verschwunden oder so verdummt sein, dass man sie nicht ausbilden und qualifizieren kann.
Ironie aus
Liebe Petra,
Leistung soll sich lohnen! Frage: Wo lohnt sich Leistung noch? So lange man einen Arbeitsplatz inne hat, der Freude bereitet und gut entlohnt wird. Selbst dann werden bei der Rentenberechnung soviel Dinge seit Jahren nicht mehr berücksicht, daß man das reine Grausen bekommt. Deine Ironie ist wirklich angebracht, denn Deutschland degeniert sich, das war anscheinend Merkels Wunsch - Pisa Studien belegen es, dazu die Aussagen von Lehrern und Lehrerinnen. Die Mehrheit der Schulkinder können kein Deutsch, viele wollen es auch nicht lernen. Wie soll da noch Wissen vermittelt werden?
Apropos Pisa-Studie bzw. Schulunterricht.
Es ist schon ein paar Jahre her, da hatte ich einen Chef, der in der Türkei aufgewachsen war, aber schon ein paar Jahre in Deutschland lebte.
Er selbst sprach so einigermaßen deutsch und konnte auch deutsche Texte lesen und verstehen. Allerdings nur sehr einfache, in der Regel musste ich ihm erklären, was etwa in einem Brief von der Schule oder dem Kindergarten geschrieben war. Auch die älteste Tochter konnte deutsch, sogar ein bisschen besser als der Vater, die jüngere Tochter und der ältere Sohn wurden in dieser Zeit gleichzeitig eingeschult, sprachen kaum und der kleinste, der in den Kindergarten kommen sollte, konnte kein Wort deutsch.

Eines Tages kamen die Kinder mit ihren Schulbüchern, aus denen sie einige Aufgaben als Hausaufgaben machten sollten, zu mir.

Da standen dann Wörter da mit Lücken darin die richtig auszufüllen waren. Da ging es aber nicht um Entscheidungen wie etwas richtig geschrieben wird also etwa d, t, dt oder tt; a aa oder ah, einfaches, scharfes oder Doppel-S und dergleichen. Vielmehr sollten einfach nur Wörter vervollständigt werden. Da war also etwa ein Hund abgebildet und daneben stand dann H...d dann ein Stern und daneben S...n. So in etwa und nur mit einer leeren Textlücke statt der Punkte. Die Kinder schrieben also nicht mal ganze Worte sondern eben nur die fehlenden Buchstaben. Und das nicht nur bei einigen Aufgaben, sondern eher seitenweise. Wahrscheinlich haben viele auch eher die Buchstaben hin "gemalt" ohne sie wirklich zu kennen.

Und bei manchen Aufgaben musste ich den Text ein paar Mal lesen, ehe ich auch nur annähernd verstand, was die Kinder da überhaupt machen sollten. Ich kann da natürlich nur von mir reden, habe aber Zweifel, dass deutschsprachige Kinder das immer verstanden haben bzw. dass deren Eltern ihnen das erklären konnten.
Jedenfalls wäre das eine Erklärung, warum es damals deutsche Schulkindern z. B. am Leseverständnis fehlte - ob sie bestimmt nicht dümmer waren und sind, als die Kinder von Generationen zuvor.

Wenn ich das richtig verstanden habe und mich auch richtig erinnere, sind sowohl der Vater der Kinder als auch sein Bruder und auch deren Vater, der Großvater der Kinder also und unbedingt das Familienoberhaupt, nur wenige Jahre und auch dann nur unregelmäßig zur Schule gegangen. Wofür sie natürlich nichts konnte, das war wohl normal. Und auch ihre Arbeit - Estrichleger der eine, Bäcker von Fladenbrot der andere, haben sie nur von ihren Vätern oder Onkeln gelernt. Und waren damit doch selbständig. Waren sogar Arbeitgeber.

So und nun erkläre Kindern aus solchen Familien mal Aufgabenstellungen. die man selber kaum versteht.
Liebe Petra,
es ist doch schön und gut, wenn man ein einsehen hat, daß es Kinder gibt, die wenn sie den Sinn der Sprache begriffen haben, die Texte lesen und verstehen können. Ich kenne einige türkische Mädchen, die in Deutschland ihr Abitur gemacht haben - da waren aber die Eltern dahinter, die begriffen hatten, daß wer Sprachen sprechen, lesen und verstehen kann und richtig interpretieren kann im Vorteil ist. Aber das sind Ausnahmen und leider in der heutigen Zeit nicht die Regel.
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Ich finde es prinzipiell richtig, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, eine Rente erhalten, die deutlich über Hartz IV Niveau liegt. Ich finde es aber nicht richtig, dass diese aus Steuermitteln finanziert werden soll. Hier trifft es eh wieder nur die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, die sowieso schon die größte Last tragen. Vielmehr müsste eine Bürgerversicherung eingeführt werden, in die jeder und damit meine ich jeden ... auch Selbständige und Beamte ... einzahlen müssen ...
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Diese Mindestrente wäre nicht teurer wie das Aufstocken der Rente! Aber es wäre anständiger!!
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Auf jeden Fall sollte jeder Gut Verdiener etwas mit denken, Ab und zu mal bisschen Freizeit und Entspannung sollte man sich ab einen bestimmten Alter gönnen. Nicht die Arbeit ist das wichtigste und ja nicht auf die Rente bauen sondern vor her leben.
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Also ich finde es Ungerecht ich finde es schön Unrecht weil es auch noch Erwerbsminderungsrenter und Erwerbsminderungsrenterinnen gibt die können schon so wie ich mit 50 Jahre nicht mehr arbeiten gehen weil sie Unheilbar Erkrankt sin ich kriege seit 2015 die Erwerbsminderungsrente das ist genauso wie die wo die Erwerbsminderungsrente ab 1.1.2019 in die Rente gehen viel besser dastehen als wir Bestandsrenter wir sind da die abgehängten ich muss weiter mit 770 € rumkrebsen ich finde diese Ungerechtigkeit nicht in Ordnung und Ungerecht warum werden in diesem Staat so viele nicht gleichbehandelt bei mir fehlen gerade mal 1 Monat für die 35 Jahre ich habe immer Vollzeit gearbeitet als Gebäudereinigerin das ist ein Knochenjob außer dem Krebs habe ich auch Arthrose in den Gelenken und muss mit so wenig Geld auskommen ich finde es eine riesen Sauerei
Ich will ehrlich sein da ich das Problem Erwerbsminderungsrente kenne. Wehr hat den da Anspruch in diesen Staat drauf, wann bekommt man die den Genehmigt, Das ist doch nur eine Überbrückung bis zum Ende. Tut mir leid , is aber so hier.
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21,4 Milliarden sind für Flüchtlinge ausgegeben wurden ! Also über was wird denn überhaupt diskutiert. Die Grundrente soll 5 Milliarden kosten und fehlen jetzt. Unser erwirtschaftetes Geld wird verschenkt und jetzt fehlt es für Leute die ihr ganzes Leben in diesen Land gearbeitet haben. Wenn jemand fremdes mein Grund und Boden betritt ist das ein Einbrecher und in meine Wohnung nehme ich den erst gar nicht auf und füttere ihn durch. Ja aber Deutschland macht das.
Ich kenne schon Leute die sich nach 25 Jahren Ehe nach außen offiziell getrennt haben weil das sonnst mit der Anrechnung auf die zu kommt.
Erst wird geheiratet wegen der Steuerersparnis und dann wieder getrennt wegen der Rente und der Anrechnung. So viel zur Ehe, und das soll jetzt noch gefördert werden.
Guten Abend Holger,
ich bin 50 Jahre mit der selben Frau verheiratet und haben nicht wegen der Steuer oder den Kindern geheiratet. Wir werden uns wegen dieser schlampigen Regierung ganz gewiß nicht scheiden lassen. Aber wir wissen was eine Ungerechtigkeit ist und dagegen votieren wir. Bald sind Europawahlen, das ist eine wunderbare Sache, wenn alle Rentner keine CDU und SPD wählen als Dankeschön für die Herumeierei wegen der Grundrente. Eine Wette, wenn die die Wahlen in rasantem Tempo in den Keller fahren - wie schnell sie sich für die Grundrente entscheiden.
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