Insolvenz: Gläubiger bleiben auf fast all ihren Forderungen sitzen - Milliardenverluste

Aktueller Fall: Die Fluglinie Germania meldete Insolvenz an und wird nun abg ...
Aktueller Fall: Die Fluglinie Germania meldete Insolvenz an und wird nun abgewickeltFoto-Quelle: Pixabay
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Von News Team

Im Fall einer Insolvenz bleiben Gläubiger auf so gut wie all ihren Forderungen sitzen. So mussten sie bei Insolvenzverfahren auf 96,1 Prozent der Forderungen verzichten.

Sie erhielten damit im Schnitt nur 3,9 Prozent zurück. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Mittwoch (27. März 2019) veröffentlichte.

Die Verluste der Gläubiger beziffert das Bundesamt auf insgesamt 15,1 Milliarden Euro und bezieht sich bei seinen Berechnungen auf Insolvenzverfahren in Deutschland, die 2010 eröffnet und bis Ende 2017 beendet wurden.

Verluste bei Privatinsolvenz

Dabei stand den Forderungen der Gläubiger in Höhe von 15,7 Milliarden Euro ein verfügbares Vermögen in Höhe von 610 Millionen Euro entgegen.

Bei Privatinsolvenzen erhielten Gläubiger so gut wie nichts zurück - hier blieben sie in 98 Prozent der Fälle auf ihren Forderungen sitzen und machten Verluste in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro, wie aus den Zahlen der Statistiker hervorgeht.

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Bei Unternehmensinsolvenzen mussten Gläuber Verluste in Höhe von insgesamt 7 Milliarden Euro verkraften, hier lag die sogenannte Deckungsquote bei 6,2 Prozent.

Weitere 4 Milliarden Euro entfielen bei übrigen Insolvenzverfahren, etwa bei Insolvenzen von Selbstständigen.

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Die Rechtslage bei einer Insolvenz

Insgesamt zählte das Bundesamt 23.500 Unternehmenspleiten im Jahr 2010. Von den 19.352 Verfahren, die bis 2017 beendet wurden, konnten 941 Unternehmen saniert werden. Was umgekehrt bedeutet: über 18.000 wurden es nicht.

Ein aktueller Fall ist die Fluglinie Germania. Sie hatte Insolvenz angemeldet und konnte nicht gerettet werden. Sie werde nun abgewickelt, teilte kürzlich der Insolvenzverwalter mit.

Unternehmen saniert, 11.827 Arbeitsplätze gesichert

Doch in den Fällen, bei denen zwischen 2010 und 2017 eine Sanierung gelang, wurden insgesamt 11.827 Arbeitsplätze gesichert, heißt es. Vor allem in Fällen mit hohen Forderungssummen war demnach eine Sanierung erfolgreich.

So konnte fast ein Viertel (23,8 Prozent) der Unternehmen saniert werden, bei denen es um Forderungen ab 5 Millionen Euro ging.

autoren wize.life

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