Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt Online-Einkäufer vor dubio ...

Online-Shopping: Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Produkt-Tests im Internet

News Team
Von News Team

Immer mehr Verbraucher informieren sich vor der Anschaffung eines Produkts im Internet. Doch nicht jeder Empfehlung ist zu trauen, so die Verbraucherzentrale.

Sie warnt vor unseriösen Produkt-Tests im Internet, die sich dort mithilfe von Google für zahlreiche Waren finden lassen.

Dabei handele es sich meist nicht um fundierte Empfehlungen, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sondern um "dubiose Tests", durchgeführt ohne Labor und Fachwissen. Wenn denn das Produkt überhaupt tatsächlich getestet worden sei.

Verbraucherzentrale spricht von "digitaler Shopping-Seuche"

Einziges Ziel dieser Masche: Kundenfang. Die Betreiber der angeblichen Test-Seiten wollen demnach vor allem eines: "massenhaft Reibach machen". "Die Masche hat sich zu einer digitalen Shopping-Seuche entwickelt", so das Urteil der Verbraucherzentrale.

Nischenseiten für zahllose Alltagsprodukte

Inzwischen gibt es beinahe für jedes erdenkliche Alltagsprodukt eine Website, vom Allesreiniger bis zum Zwiebelschneider. Deshalb werden solche Seiten auch als "Nischenseiten" bezeichnet.

Dabei machen sich die angeblichen Tester eine längst weit verbreitete Gewohnheit zahlreicher Kunden zunutze: Viele informieren sich vor einer Anschaffung erstmal im Internet, welches Produkt in Tests besonders gut abgeschnitten hat und darum empfehlenswert ist.

Dafür geben sie bei Google den Begriff des Produkts ein, gefolgt vom Schlüsselwort "Test".

Wer vor dem Kauf einer Teekanne steht und nach Tests im Internet sucht, bekommt jede Menge angebliche Test- und Empfehlungsseiten angezeigt
Google/ScreenshotWer vor dem Kauf einer Teekanne steht und nach Tests im Internet sucht, bekommt jede Menge angebliche Test- und Empfehlungsseiten angezeigt

Schon spuckt die Suchmaschine zahlreiche Webseiten aus, in denen das gesuchte Produkt angeblich getestet und, wie es auf den Seiten oft heißt, "unabhängig" und "100% neutral" bewertet wird.

Zumeist führt der Klick zum Branchenprimus Amazon

Die Links zu Online-Shops werden mitgeliefert, so dass die Bestellung schnell auf den Weg gebracht werden kann. In dem Fall erhalten die Betreiber der Testseiten eine Provision. Laut Verbraucherzentrale liegen die bei bis zu 12 Prozent des Einkaufswerts.

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"Zumeist führt der Klick zum Branchenprimus Amazon, mitunter auch zu Otto, eBay oder kleineren Shops", hat eine Untersuchung der Verbraucherzentrale ergeben.

Wer etwa die Worte "Teekanne" und "Test" bei Google eingebe, lande bei einer "Heerschar an Testern", die bei der Suchmaschine sehr prominent auf vorderen Plätzen angegeben werden.

Verbraucher sollen sich nicht von Ratgeber-Stücken, Videos, Checklisten und aufwändigen Tabellen blenden lassen. Dies seien meist banale Infos, wichtige Fakten hingegen würden weggelassen.

Insgesamt 20 Artikel hat die Verbraucherzentrale genauer unter die Lupe genommen - und die Empfehlungen der angeblichen Tester mit denen der Stiftung Warentest verglichen.

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Empfehlung für eine Produkt mit Sicherheitsrisiko

So wurde ein von der Stiftung Warentest mit "befriedigend" bewerteter Saugroboter dort als "beste Empfehlung" hochgejubelt. Eine Heißluftfritteuse, bei der die Stiftung Warentest ein Sicherheitsrisiko festgestellt hat, wurde auf einer Testseite mit "gut" bewertet.

Sich im Internet und mithilfe von Google über ein Produkt zu informieren, ist laut Verbraucherzentrale nicht grundsätzlich falsch. Allerdings sollten Kunden dafür, rät der Interessensverband, seriöse Untersuchungen wie die der Stiftung Warentest oder Ökotest nutzen.

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