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Schwarzwälder Kirschtorte

Schwarzwälder Kirschtorte

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 25.10.2015 - 10:06 Uhr

Die Schwarzwälder Kirschtorte wird 100 Jahre alt. Keine Kuchenspezialität wird in Deutschland öfter bestellt

Sie hat einen Schuss und ist ein ganzes Jahrhundert alt. Die Schwarzwälder Kirschtorte ist neben Bollenhut, Kuckucksuhr und Schinken das Symbol des Schwarzwalds. In diesem Jahr ist sie 100Jahre alt. Altbacken ist die Sahnetorte mit Biskuitboden und hochprozentigem Zusatz dennoch nicht. Sie ist in der Region nahezu in aller Munde. Obwohl sie eigentlich „eine Zugereiste“ ist, wie es im Schwarzwald heißt, wenn etwas nicht von hier stammt.

Vor 100 Jahren wurde sie erfunden. Der Überlieferung nach schuf der aus dem schwäbischen Riedlingen an der Donau stammende Konditor Josef Keller (1887–1981) die Sahne-Kirschen- Kirschwasser-Kombination erstmals in Form einer Torte. Keller arbeitete damals im Café Ahrend in Bad Godesberg, dort wurde die Spezialität von ihm im Jahre 1915 geschaffen und erstmals serviert.

Das Café gilt als die Geburtsstätte der Schwarzwälder Kirschtorte. Es besteht noch heute. Es heißt inzwischen Café Agner – und Bad Godesberg ist ein Stadtteil von Bonn. Keller zog später nach Radolfzell am Bodensee und eröffnete sein eigenes Café. Die Tortenspezialität wurde auch dort zum Renner. Die Torte traf den Geschmack, machte ihre Runde und sich weltweit einen Namen. Einer von Kellers Lehrlingen nahm das Originalrezept mit.



Heute liegt es in Triberg im Schwarzwald in einer Konditorei unter Verschluss. Im Schwarzwald lässt man sich von dem schwäbischen Konditor, der im Rheinland die Schwarzwälder Spezialität schuf, nicht den Appetit verderben.

Markenrechtlich geschützt ist die Torte nicht, produziert werden darf sie überall auf der Welt – auch mit Veränderungen. Ein Schwarzwälder Bäckermeister etwa hat aus den Originalrezepten der Torte vor fünf Jahren einen Kuchen in der Dose entwickelt.

Schwarzwälder Kirschtorte


FÜR EINE SPRINGFORM MIT 26 CM DURCHMESSER
Zeitaufwand: 2 Stunden Arbeitszeit plus 3 Stunden zum Kühlen
Für den Schokobiskuit:

30 g Zartbitterschokolade
80 g Butter
7 Eier (Größe M)
1 Prise Salz
140 g Feinkristallzucker
1 TL echter Vanillezucker
2 EL Kakaopulver
80 g glattes Mehl, 50 g Maisstärke
Für die Kirschen:
1 Glas eingelegte Sauerkirschen (450 g)
2 TL Maisstärke
50 g Zucker
1 kleines Stück Zimtstange
Zum Tränken des Biskuits:
40 g Zucker
40 ml Wasser
6 cl Kirschwasser (darf auch mehr sein)
Für die Sahne:
750 ml frische, eiskalte wenn möglich Bäckersahne (35%)
60 g Feinkristallzucker
150 g gehobelte Zartbitterschokolade zum Bestreuen
ZUBEREITUNG
(1) Für das Biskuit die Schokolade grob hacken und mit der gewürfelten Butter in eine kleine Metallschüssel geben. Die Schüssel in ein warmes Wasserbad setzen und die Zutaten schmelzen. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen, den Tortenring so aufsetzen, dass das Papier eingeklemmt wird und sich glatt über den Boden spannt. Den Tortenring schließen. Das Backrohr auf 170 °C Umluft vorheizen. Die Eier trennen und das Eiweis mit Salz in einer Küchenmaschine halbfest schlagen. 90 g des Zuckers unter ständigem Rühren einrieseln lassen und zu einem nicht allzu festen Eischnee schlagen. Die Dotter mit dem restlichem Zucker und Vanillezucker mit dem Handmixer schaumig-cremig rühren. Schokoladebutter mit Eigelb verrühren und ein Drittel des Eischnees locker unterheben. Mit Kakao, Mehl und Maisstärke besieben. Mit dem übrigen Eischnee zu einem luftigen Biskuit vermischen.
(2) Den Teig in die Springform füllen, glatt streichen und im Ofen 40 Minuten backen. Den Biskuitboden in der Form abkühlen lassen.
(3) Die Sauerkirschen in ein Sieb schütten und die Hälfte des Saftes in einem Topf auffangen. Zum Binden die Maisstärke mit 2 EL Kirschsaft verrühren. Zucker und Zimtstange zum Saft in den Topf geben und einmal aufkochen. Die Maisstärke einrühren und den Saft 1 Minute köcheln lassen. Die Sauerkirschen zugeben und behutsam einmischen. Mit einem Deckel bedecken, die Sauerkirschen abkühlen lassen und im Kühlschrank kalt stellen.
(4) Zum Tränken Zucker und Wasser zu einem leichten Sirup einkochen. Etwas abkühlen lassen und das Kirschwasser einrühren. Das Biskuit mit einem Messer vom Rand lösen und den Ring entfernen. Das Backpapier abziehen und das Biskuit mit einem Sägemesser in 3 gleich dicke Böden schneiden.
(5) Den untersten Boden mit der Hälfte des Sirups gleichmäßig einpinseln.
(6) Die eiskalte Sahne halbfest schlagen. Den Zucker einrieseln lassen und steif schlagen. Drei Viertel der Sahne in einen Spritzsack mit Lochtülle Nr. 10 füllen. Dann mit dem Spritzsack von außen nach innen 4 Ringe auf den getränkten Biskuitboden dressieren.
(7) Von den Sauerkirschen 12 Stück zum Garnieren beiseite stellen. Die Hälfte der restlichen Weichseln zwischen die Sahneringe setzen.
(8) Den zweiten Biskuitboden drauflegen und mit dem restlichen Sirup einstreichen. Den Boden wie beim ersten Mal mit Sahne und den übrigen Sauerkirschen füllen. Den dritten Teigboden daraufsetzen und behutsam festdrücken. Die ganze Torte rundum mit Sahne einstreichen.
(9) Den Rand der Torte mit gehobelter Schokolade bestreuen. Die restliche Sahne in einen Spritzsack mit Sterntülle Nr. 10 füllen und die Torte mit 12 Rosetten verzieren.
(10) Die 12 beiseitegelegten Sauerkirschen auf die Rosetten setzen. Die restlichen Schokospäne in die Mitte streuen und die Torte in den Kühlschrank stellen.

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19 Kommentare

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Unser Favorit z.Zt.:
Schwarzwälder vom Blech.
Wie geht das?
Die Schwarzwälder erschießen Dich

übrigens... Chefkoch ist keine gute Quelle.
Wir backen und kochen häufig nach den Wünschen der Gäste.
Von daher
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Ich liebe Schwarzwälder Kirschtorte.
Deshalb mache ich manchmal diesen schnellen Ersatz.
Zubereitet von Thomas Lieven ...Geheimagent wider
Willen.... am 5. Dezember 1940.
Den Boden einer Schüssel belege ich mit grob geriebenem Pumpernickel und befeuchte ihn mit Kirschwasser.
Darauf abgetropfte Sauerkirschen und darüber Schlagsahne.
Die Lagen wiederholen.
Zuletzt eine Lage Schlagsahne.
Kühlen und durchziehen lassen. Danach dekoriere ich mit
geriebener Schokolade und Kirschen.
Schon interessant, dieses Buch von Simmel Es Muß Nicht Immer Kaviar Sein" habe ich ca 1960 gelesen und das hat mich inspiriert mit dem Kochen zu beginnen.
Ja, Ich habe es seit 1965 und schon viele Rezepte probiert.
Sein Filet Colbert ist auch lecker.
Mit den Rezepten hab ich gemerkt, dass das mit den Damen noch besser klappt wenn man kochen kann.
Das ist richtig
....es hilft zumindest ungemein, LOEY
Danke für das Rezept
Ute, fällt der Pumpernickel-Boden nicht auseinander? Das Schnell-Rezept hört sich auf jeden Fall gut an, einen Versuch wäre es wert , lieben Dank auch dafür
Marion, es ist eigentlich wie ein Dessert. Kommt alles in eine
Glasschüssel. Ich nehme gerne etwas mehr Kirschwasser
Pumpernickel ist ja bei den Lagen immer mit dabei.
Lecker
... Frankfurter Kranz, auch lecker
Danke, Ute, verstehe es jetzt besser! Das werde ich definitiv mal machen!
Gutes Gelingen.
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