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DEF Rothenburg am Marktplatz in Eger

Erntedank - Fahrt ins Stiftland und Egerland

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Donnerstag, 15.10.2015 - 16:11 Uhr

Erntedank - die schöne Herbsteszeit bietet auch die Gelegenheit, einmal auf das Programm der vielen DEF-Gruppen zurückzuschauen und sich zu freuen, was alles Schönes angeboten wurde.
Zum Beispiel die Studienfahrt des DEF Rothenburg ins Stift- und Egerland.

Kleinode des Barock


Ein eigenes kleines Territorium zwischen Bayern, Franken und Böhmen, das stellt wohl von altersher das oberpfälzische Stiftsland dar, ein stilles kleines Reich in den Wäldern. Dessen namengebendes Zentrum ist das Zisterzienserkloster in Waldsassen. Die riesige Abtei war nicht nur der Herrschaftssitz, der Mittelpunkt der Wirtschaft und Verwaltung, sondern auch das Bildungszentrum des kleinen Ländchens.

Davon zeugt der stolze Saal der Stiftsbibliothek. Der höchst wertvolle Buchbestand steht in meterhohen Schränken hinter Glas. Die Schränke sind mit übermannsgroßem Figurenschmuck beschnitzt, Atlanten tragen die Galerie, auf der in weiteren kostbaren Schränken die Büchersammlung weitergeführt wird.

Ein ähnliches architektonisches Kleinod stellt die nahegelegene Dreifaltigkeitskirche Kappl dar, auf dem die theologisch bedeutungsgeladene Zahl drei in Baukunst und Malerei durchvariiert wird. Geschaffen hat sie Dientzenhofer, der damit den italienisch inspirierten Barock von Oberbayern in die Oberpfalz transferierte. Die Kappl ist ein in der Landschaft charakteristisches Gebäude, über dem Rund des Baukörpers erheben sich die kunstvollen Zwiebeltürme, natürlich auch drei an der Zahl.

Das Egerland an den alten Handelsstraßen nach Böhmen


Die Gruppe des DEF Rothenburg ob der Tauber wechselte nun über in das Egerland, das alte staufische Reichsland um die Reichsstadt Eger, heute Cheb. Sie unterstand nur dem Kaiser, bezog aus dieser Reichsunmittelbarkeit ihre Bedeutung. Davon zeugt die mächtige Reichsburg, die auch da, wo sie nur noch Gebäudereste zeigt, noch beeindruckt. Auch findet sich dort die architektonische Besonderheit einer Doppelkapelle, also eine Burgkirche auf zwei Stockwerken. Auch auf dem Marktplatz mit Brunnen und schön renovierten barocken Bürgerhäusern ist der frühere Reichtum der Kaiser- und Handelsstadt an alten Wegen nach Böhmen deutlich zu spüren.

Die jüngere Geschichte von Flucht und Vertreibung aus dem sog. "Sudetenland" ist eine schmerzvolle, aber sie soll doch nicht vergessen sein. 1945 kam es auf der Grundlage der "Beneschdekrete" zur Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung, Böhmen, Mährer, Slowaken, aber auch Sinti und Roma aus der Tschechoslowakei zogen ein. Die Vertriebenen fanden Aufnahme in Oberfranken und der Oberpfalz, Patenstädte sind insbesondere Hof und Amberg. Seit dem Zerfall der sozialistischen Staaten sind auch hier die uralten Wege wieder offen. Das tschechische Cheb ist mit Hof verschwistert, mit Waldsassen und Marktredwitz befreundet und war sogar mit Marktredwitz Ort der grenzübergreifenden "Grenzenlosen Gartenschau" 2006.

Die fränkische Reisegruppe beschloss ihre Fahrt im bekannten Kurort Franzensbad nicht nur bei Mineralwasser, sondern auch bei Kaffee und Kuchen.

Quelle: def aktuell Sommer 2015
und hp des DEF Bayern http://www.def-bayern.de/def_aktuelles.html
Dort finden Sie auch einen kundigen Reisebericht von Renate Schauer, Rothenburg.

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