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Martha Schad beim DEF Kaufbeuren

Erntedank - Bayerns Königinnen und die neue Toleranz

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Donnerstag, 15.10.2015 - 16:52 Uhr

Erntedank - die schöne Herbsteszeit bietet auch die Gelegenheit, einmal auf das Programm der vielen DEF-Gruppen zurückzuschauen und sich zu freuen, was alles Schönes angeboten wurde. Zum Beispiel der Vortrag der Historikerin Martha Schad beim DEF Kaufbeuren.

Martha Schad hat sich als Historikerin besonders um die Geschichte der Frauen verdient gemacht. Sie porträtierte Herrscherinnen oder Gemahlinnen, Töchter von Herrschern, in den Freiheiten aber auch Zwängen ihres herausgehobenen Standes. Es gelangen ihr dabei auch immer Bilder der Zeit, der Vorstellungen und Entwicklungen der jeweiligen Epoche. Meist ging es dabei um Frauen aus europäischen Dynastien wie den Habsburger und Wittelsbachern. Der letzte Band führt in die Zeitgeschichte und beschäftigt sich mit dem Leben der schillernden Tochter Stalins Swetlana Allijujewa.

Vielleicht ihr bekanntestes Werk, jedenfalls ein Klassiker seiner Art, ist "Bayerns Königinnen", das schon in mehrfacher Auflage im Münchner Piper Verlag erschienen ist. Daraus gegriffen war auch der ebenso anspruchsvolle wie hochinteressante Vortrag, den sie im DEF Kaufbeuren hielt: "Bayerns Königinnen und die neue Toleranz für Protestanten in Bayern." Denn gleich mehrere Wittelsbacher der Pfälzer Linie waren mit evangelischen Frauen verheiratet, wiewohl selbst im staatstragenden Katholizismus verhaftet. Diese "neue Toleranz" war freilich bei näherer Betrachtung etwas brüchig. Zwar wurde Bayern im Zuge seiner Modernisierung ein zentralistischer Staat, der sich in München eine prächtige und ins Freie ausgreifende aufstrebende Hauptstadt schuf, aber bei Staatsakten und besonders bei der Bestattung der protestantischen Königinnen übte der hohe katholische Klerus doch immense persönliche Zwänge auf den jeweiligen König aus. Die Kirche konnte ein ausgeklügeltes Kompensationswesen für ihr durch die Säkularisation entstandene Schäden erreichen, doch reichte dieser Hebel nicht im entferntesten, um über die symbolischen Staatshandlungen hinaus tatsächlichen politischen Einfluss geltend zu machen. Die Zeiten hatten sich geändert, zu Gunsten der säkularen Macht. Selbst im sehr katholischen Bayern.

Der Vortrag passte auch ausgezeichnet hinein nach Bayerisch Schwaben, das Martha Schad kennt wie keine Zweite. Auch Kaufbeuren weist in seiner Geschichte ein enges und nicht immer so sehr friedvolles Nebeneinander des evangelischen und katholischen Bekenntnisses auf.

Quelle: Homepage des DEF Landesverbandes Bayern

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