Mordfall Lübcke: Tatverdächtiger Stephan E. widerruft sein Geständnis

Erst am 25. Juni hatte der Tatverdächtige gestanden
Erst am 25. Juni hatte der Tatverdächtige gestandenFoto-Quelle: Glomex/dpa
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Von News Team

Neue Entwicklung im Mordfall Lübcke: Knapp eine Woche nach seinem Geständnis hat der Tatverdächtige Stephan E. dies widerrufen, wie mehrere Medien unter Berufung auf den Anwalt des Mannes und Ermittlerkreise berichten.


Der 45 Jahre alte Neonazi hatte am 25. Juni im Polizeiverhör gestanden, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf dessen Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen erschossen zu haben.

Widerruf vor Ermittlungsrichter des BGH

Der Beschuldigte wurde am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Hier habe Stephan E. sein Geständnis nicht wiederholen wollen, berichtet der SWR unter Berufung auf Ermittlungskreise. Stattdessen habe er seine Angaben zur Tötung von Walter Lübcke widerrufen. Ansonsten habe er geschwiegen. Begleitet worden sei Stephan E. von einem neuen Anwalt aus Dresden, Frank Hannig.

Der bestätigte der "Bild"-Zeitung: „Mein Mandant hat heute sein Geständnis widerrufen. Mehr werde ich dazu im Moment nicht sagen.“

Der Rechtsanwalt wurde E. nach eigenen Angaben vom BGH als Pflichtverteidiger zugewiesen. Der Tatverdächtige habe einen Verteidigerwechsel beantragt.

Sind es taktische Gründe?

Aus Ermittlungskreisen hieß es laut SWR, der Widerruf sei wohl eher taktischer Natur. Das ursprüngliche Geständnis von E. sei derart ausführlich und detailreich gewesen, dass die weiteren Ermittlungen unverändert fortgeführt würden.

Geständnis führte Polizei zum Waffendepot

Trotz des Widerrufs bleiben die früheren Angaben von E. den Angaben zufolge für die Ermittler verwertbar. Unter anderem hatte der Beschuldigte die Lage seines Waffendepots verraten: ein Erdloch auf dem Gelände seines Arbeitgebers.

Dort fand die Polizei nach Angaben der "Bild" fünf Schusswaffen, darunter eine Pumpgun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition.

Mutmaßlicher Verkäufer der Tatwaffe wurde identifiziert

Dank seiner detaillierten Beschreibung, wie er sich die Waffen beschafft hatte, wurden der mutmaßliche Verkäufer der Tatwaffe, der 64 Jahre alte Elmar J., und der mutmaßliche Vermittler Markus H. aus Kassel festgenommen. Sie sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Walter Lübcke wurde in der Nacht zum 2. Juni mit einer Schussverletzung am Kopf auf der Terrasse seines Wohnhauses gefunden. Wenig später starb er im Krankenhaus.

2 Kommentare

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"Mordfall Lübcke: Tatverdächtiger Stephan E. widerruft sein Geständnis"
das war, wie ich finde, vorhersehbar ...
Warum?
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