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Großer Spaß bei großer Hitze - doch angesichts von Wasserknappheit könnte au ...

Engpässe durch Trockenheit: In Deutschland droht der Kampf ums Trinkwasser

News Team
Von News Team

An Trinkwasser scheint in Deutschland kein Mangel zu herrschen. Einfach den Hahn aufdrehen, schon fließt das Wasser aus der Leitung. Immer verfügbar. Fast überall in hervorragender Qualität. Doch mit dieser Selbstverständlichkeit könnte es schon bald vorbei sein.

Denn auch hierzulande werde Wasser knapp, es beginne der Verteilungskampf um das lebenswichtige Nass - und darauf sei Deutschland nicht vorbereitet.

"Ein neuartiger Konflikt"

Zu diesem Fazit kommen deutschlandweite Recherchen des Politmagazins "report München", zu sehen am Dienstag (6. August 2019) in der ARD (21.45 Uhr).

"Das ist ein neuartiger Konflikt, den wir bisher in der Form noch gar nicht kannten", sagt Karsten Rinke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

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Angesichts der teilweise großen Hitze sind auch in diesem Jahr in manchen Regionen Brunnen und Flüsse ausgetrocknet. Einige kommunale Wasserversorger warnen bereits vor wachsender Konkurrenz zu Landwirtschaft und Industrie. Behörden drohen Landwirten mit Bußgeldern, wenn sie nicht weniger bewässern.

So wurde etwa in Niedersachsen die Wassermenge für Landwirte begrenzt. "Ohne Sicherstellung, dass genug Wasser für die Trinkwasserversorgung da ist, können nicht weitere Mengen beispielsweise für die Beregnung entnommen werden", sagt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) im Interview mit "report München".

Die Landwirte andererseits wissen nicht, wie sie ihre trocknen Böden bewässern sollen. "Wir als Landwirte haben auch einen Versorgungsauftrag und Nahrungsmittel sind genauso wichtig wie Trinkwasser", sagt einer in der TV-Sendung.

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Ein Dilemma. Denn wie trocken die Böden in Deutschland in 1,8 Meter Tiefe teilweise sind, das zeigt drastisch der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Weite Teile Nord- und Mitteldeutschlands sind bedenklich tiefrot eingefärbt.

Der Dürremonitor zeigt, wie trocken die Böden in Deutschland sind. Dunkelrot bedeutet: "außergewöhnliche Dürre".
Helmholtz-Zentrum für UmweltforschungDer Dürremonitor zeigt, wie trocken die Böden in Deutschland sind. Dunkelrot bedeutet: "außergewöhnliche Dürre".

Dies führt dazu, dass in den letzten Wochen einige Gemeinden ihre Bewohner wegen akut gefährdeter Trinkwasserversorgung zum Wassersparen aufgefordert haben - häufig jedoch vergeblich. Die Rasen werden trotzdem gesprengt.

Im Zentrum all dieser Probleme steht die Frage: Wem gehört das Wasser? Wer entscheidet, wie das knapper werdende Gut verteilt wird?

Im Video:

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Antworten auf diese Fragen werden künftig immer drängender, vermutet Karsten Rinke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Er geht davon aus, dass die Konflikte um Trinkwasser zunehmen werden - auch im vermeintlich wasserreichen Deutschland.

Der Experte fordert eine Art Wasser-Solidarität: Trockene Regionen würden dann Wasser aus anderen Gegenden erhalten. "Wasserversorgung funktioniert immer noch sehr regional", sagt Rinke.

Ich glaube, wir müssen in Zukunft in der Lage sein, den Ausfall einzelner Systeme dadurch zu überbrücken, dass andere Systeme einspringen.

4 Kommentare

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Auf Wikipedia gibt es den Artikel "Virtuelles Wasser". 1 kg Rindfleisch benötigt 15.000 Liter Wasser. Vom Methan wollen wir gar nicht reden. Vielleicht ist es an der Zeit landwirtschaftliche Güter nach deren Umweltbilanz zu besteuern. Was kann der Landwirt dafür, dass er aufgrund massiver Subventionen und nicht klimagerechter Besteuerung Unmengen an Rindfleisch und Kuhmilch herstellen muss, um zu überleben, da ihm es die Konsumenten aus den Händen reißen. Und die Überschüsse werden in Form von Milchpulver dann erneut subventiert nach Afrika verschifft und uns fehlt das Wasser in Europa zum Anbau von Pflanzen und im Garten.
Kleingärtner könnten auf eine Zisterne bzw, Regenwassertonne zurückgreifen.
Na prima, dann aber schnell alle Wasserwerke privatisieren damit die Reichen über überteuerte Preise noch reicher werden können. Wurde das nicht schon gefordert von so einigen Perversen in der Politik? Ja Merkels Versprecher hieß doch wir schaffen euch.
Nur das wird auch mal alle,das wasser der Regentonne. In Berlin ist es schon krass mit der Trockenheit. Noch hilft der Spreewald,aber wenn das so weiter geht,da sollte wir darauf vorbereitet sein. Denn dann darf auch nicht mehr das Wasser zum gießen genutzt werden,Balkone ect.
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