Krisen-Warnung: Mehrere Regionen in Deutschland drohen wirtschaftlich abgehängt zu werden

Verfallenes Gebäude: Die wirtschaftlichen Schlusslichter liegen in Westdeuts ...
Verfallenes Gebäude: Die wirtschaftlichen Schlusslichter liegen in WestdeutschlandFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Deutsche Großstädte wie München oder Hamburg boomen. Andere Landstriche in Deutschland dagegen drohen abgehängt zu werden, weil sie für die Zukunft schlecht aufgestellt sind.

Wirtschaftsforscher warnen vor "gefährlichen Abwärtsspiralen", die auch zu gesellschaftlichen Spannungen führen könnten.

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Insgesamt 19 Regionen in West- und Ostdeutschland geht es demnach schlecht, wie aus der neuen Studie "Deutschlands Regionen im Vergleich - Zwischen Vielfalt und Gleichwertigkeit" des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

Hier sehen die Forscher "akuten Handlungsbedarf"

Die Forscher sehen einen "akuten Handlungsbedarf", damit die Gebiete nicht abgehängt werden - mit 19 von 96 Regionen ist immerhin fast jede fünfte deutsche Region betroffen.

Diese Regionen sind Wirtschaftsforschern zufolge schlecht für die Zukunft aufgestellt. Die orange gefärbten Gebiete sind gefährdet, die dunkelrot markierten Regionen sind "sehr gefährdet"
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)Diese Regionen sind Wirtschaftsforschern zufolge schlecht für die Zukunft aufgestellt. Die orange gefärbten Gebiete sind gefährdet, die dunkelrot markierten Regionen sind "sehr gefährdet"

11 der 19 Sorgenkinder liegen der Studie zufolge in Ostdeutschland, 8 im Westen des Landes. Darunter sind ländliche Gebiete, aber auch Städte.

Wirtschaft, Demografie, Infrastruktur

Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Die Wissenschaftler haben die Regionen mit Blick auf die drei Kategorien Wirtschaft, Demografie und Infrastruktur untersucht.

Diese Regionen in Deutschland sind gefährdet

Die Ergebnisse: Die wirtschaftlichen Schlusslichter liegen in Westdeutschland: "Besonders düster sieht es in Duisburg/Essen, Emscher-Lippe und Bremerhaven aus", heißt es vonseiten des IW.

Die Bevölkerungsentwicklung ist vor allem für Regionen - Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, Lausitz-Spreewald, Oberlausitz-Niederschlesien sowie Ost- und Südthüringen - in Ostdeutschland ein Problem. Das Durchschnittsalter der Bewohner sei hier hoch und in den vergangenen Jahren zudem überproportional gestiegen, heißt es in der Studie.

Bei der Infrastruktur gebe es deutschlandweit Probleme. "Die drei westdeutschen Regionen Emscher-Lippe, Trier und Westpfalz plagen besonders hohe Verschuldungsquoten, während in den ostdeutschen Regionen Altmark, Magdeburg und Halle/Saale die digitale Infrastruktur noch in den Kinderschuhen steckt", so die Forscher.

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In der Studie schlagen die Forscher auch konkrete Maßnahmen vor, um gegenzusteuern. "Es ist die Aufgabe der Regionalpolitik, solche Disparitäten zu erkennen und zu beheben –
und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Aachen und Zittau, Waterkant
und Alpenrand zu stärken", schreiben sie.

Was tun?

Ein wichtiges Instrument sehen sie in der Finanzpolitik, da strukturschwachen Regionen durch Überschuldung die nötigen Handlungsspielräume fehlten.

Die betroffenen Länder sollten Schuldenerlasse für die Kommunen in Betracht ziehen, damit diese wieder handlungsfähig werden

so IW-Chef Michael Hüther.

Warnung vor "gefährlichen Abwärtsspiralen"

„Eine kluge Regionalpolitik sollte den Kommunen die Möglichkeit geben, sich selbst zu helfen“, sagt Jens Südekum, Studienmitautor und Ökonom an der Universität Düsseldorf. „Aber auch der Bund und die Länder sind in der Verantwortung.“

Die Wissenschaftler sehen sofortigen Handlungsbedarf: "Die Regionalpolitik muss jetzt dringend gegensteuern, sonst werden die gesellschaftlichen Spannungen zunehmen und es kann zu gefährlichen Abwärtsspiralen kommen."

autoren wize.life

29 Kommentare

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Brauchen wir denn erst eine Studie um zu erkennen, dass sich nicht alle Regienen in Deutschland gleichermaßen positiv entwickeln.
Seit nunmehr 30 Jahren gibt es einen Ost- und einen Westtarif und das hat eine direkte Auswirkung auf die Kaufkracht in der Region. Ist offensichtlich von der Bundesregierung so gewollt.
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Was ist denn daran gefährlich,ist doch nicht die Pest.Es ist trauig.Das was geändert werden muss ist klar.Damals wollten sie alle aufs Land weil das doch sooooo schön ist und nun will jeder in den Städten ich auch.War aber immer ein Großstadtkind.
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Wir wohnen zwar in einem der westdeutschen Schlusslichter, fühlen uns aber trotzdem sehr wohl.
Hier im Rhein-Main-Gebiet ist die Wirtschaft gut aufgestellt - trotz komunaler Schulden ... Wie Frankfurt und Offenbach
Der Frankfurter Flughafen beschäftigt ca. 80.tsd Menschen ohne die Zulieferer...
A b e r: Das Sozialgefüge kippt - Die Mieten hier könnenn sich Polizisten sowie Pflegepersonal bald ohne Zulagen nicht mehr leisten. Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen.
Unser jetziger Wohnort war schon immer der Wunschwohnort meines Mannes, sobald er in Rente geht, die Umstände nicht.
Wir brauchten innerhalb von 4 Monaten eione Rollstuhlgerechte Wohnung und da fingen die Mietpreise oft erst da an, wo die Rente aufhörte.
Hier hatte ich auf Anhieb gleich 3 Wohnungen zur Auswahl!
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Leider wurde in ländlichen Regionen sehr viel "geschlossen" und die Folge: Leerstehende
Häuser sowie Wegzug der jungen Leute.
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Hier in Sachsen-Anhalt hat Frau Birgit Breuel im Auftrag des Bundes und des Kapitals "ganze" Arbeit geleistet. Alles was eine Konkurrenz durch die vorherige Ausdünnung der Prozesse hätte werden Können wurde platt gemacht. Zudem hatte der Bund die vielen Milliarden Soli blauäugig in die Ostländer fließen lassen, ohne eine kontrollierende Regulierungsbehörde zu schaffen, welche die Zweckgebundenheit der Gelder hätte prüfen müssen.Da dies von der Politik verschlafen wurde ist ein großer Teil dieser Finanzmittel in dunkle Kanäle abgeflossen. Ein Glanzstück der Regierungsparteien, wo ich an dieser Stelle noch nachträglich gratuliere.

Millionen von arbeitsfähigen Menschen sind entweder als Pendler in den Westen gegangen, was heute noch viele machen, oder sie haben mit "Mann und Maus" ihre ostdeutsche Heimat verlassen müssen.

Im Übrigen hatte Kohl nicht gelogen.....er sprach von "blühenden Landschaften"...und nicht von einer hohen Industrialisierung. Denn dort wo einst Produktionsstätten standen blüht das Unkraut in den buntesten Varianten.

Um hier wieder Vertrauen zu gewinnen müssen die politisch Führungskräfte erst einmal anfangen ihre Jahre lagen Versäumnisse zu zu geben und aufhören die Dinge herunter zu spielen.

Es ist wie in allen Branchen, nicht die Werbung schafft Vertrauen, sondern die Leistung.

Ach und eines noch....sollte die Kanzlerin meinen das für die Bewältigung der offensichtlich politisch "hausgemachten" Probleme eine europäische Lösung her muss ist sie auf dem "Holzweg"!
Genau so ist das. Ich bin bis zu meinem Dienstende in Sachsen- Anhalt tätig gewesen. (raum MD/SBK)
Da weißt Du was hier abgelaufen ist und noch immer abläuft...
Im Osten wurde auch viel kaputt gemacht durch die "Roten Socken"- Verbindungen, was nicht sein sollte - durfte nicht sein!
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Europa lässt Grüßen!!
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Meine Region wird sicher nicht abgehängt. Und bei einigen, die oben als besonders gefährdet dargestellt werden und die ich gut kenne sehe ich deutlichen Aufschwung und habe deshalb keine Sorge. Weshalb plötzlich dieses Mitmachen in negative Endzeitdesasterstimmung?Ist das jetzt schick? War früher alles besser und wenn ja, in welchem früher? und das Ganze unter der Schlagzeile Krisenwarnung!! Wir Alten sollen wohl schon mal anfangen zu horten bevors nix mehr gibt. Ich merke bloß mal an, von uns hat kaum einer den 2. Weltkrieg bewusst miterlebt.
Da bin ich ja ganz bei dir Ille F.
So ist nämlich die Wirklichkeit.
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Früher waren wir in unseren Dörfern besser mit Metzgern, Bäckern, Konsum, Friseuren,
Post, Sparkassen, Dorfkneipen und besseren Busverbindungen ausgestattet als heute.
Heute leben wir nur noch in Wohn- und Schnarchdörfern in der Gemeinde Engelskirchen,
kein geselliges Leben mehr **
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Wieso fragt IHR UNS das???? Findet ihr im Moment nicht auch grade wirtschaftlich alles schick??? Und bestens aufgestellt??? Und "keinen Grund zur Panik"???? Außer dem Klima natürlcih??? Da brauchts jede Menge Panik?? Und noch mehr Panik? Und Steuern??? Und noch mehr Zusatzkosten? Für Dinge, die nix bewirken??? Wie Windmühlen fördern??? Und Abgase besteuern??? Aber Wirtschaft??? Sorgen??? Wos doch den Konzernen besser geht als je zuvor??? Und den Arbeitnehmern auch???? Und dem Staatshaushalt??? Und kein Ende abzusehen??? Und bleibt alles so???
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