Kommentar zum AfD-Wahlerfolg: Braun ist eine Kackfarbe - und Wählerbeschimpfung trotzdem falsch

Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen - und jetzt?
Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen - und jetzt?Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Brandenburg und Sachsen haben gewählt. In beiden Bundesländern wurde die AfD zweitstärkste Kraft. Hier deutlich vor der CDU, dort weit vor der SPD. Wer jetzt in Wähler-Beschimpfung verfällt oder andernorts nur den Kopf schüttelt, macht einen großen Fehler und verliert diese in weiten Teilen doch kaum rechtsextremen Wähler an die Scharlatane. Jetzt heißt es vielmehr zu hinterfragen: Was sind eure Sorgen, eure Ängste, eure Nöte?

Ein Kommentar von wize.life-Chefredakteur Christian Böhm.

Was befürchtet wurde, ist tatsächlich eingetreten. Die AfD hat sehr viele Wähler überzeugen können. Warum? Durch Sacharbeit in den Parlamenten? Davon ist mir kein einziges Beispiel bekannt. Durch herausragendes Personal, Zusammenhalt und ein zukunftsgerichtetes Wahlprogramm? Dass ich nicht lache.

Wie ist dann der große Erfolg der AfD in Brandenburg und Sachsen zu erklären?

Eine logische Erklärung gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, nicht diese Partei, aber ihre Wähler endlich ernst zu nehmen. Vor allem aber müssen wir aufhören, uns über sie lustig zu machen, sie zu haten, sie zu verachten. Wir müssen vielmehr endlich zuhören und begreifen, was sie in die ausgebreiteten Arme dieser Gaukler drängt - und deren Klauen wieder entreißen.

Wann, wenn nicht jetzt?

"Nein, nicht alle AfD-Wähler sind schlechte Menschen. Aber alle AfD-Wähler wählen schlechte Menschen." Das ist ein ziemlich wahrer Satz von Autor, Kolumnist und Moderator Micky Beisenherz. Lasst uns das beherzigen. Lasst uns, wie schon Luke Skywalker vor uns das Gute in Darth Vader sehen. Lasst uns versuchen, Licht ins Dunkle zu bringen. Und den AfD-Wählern zurufen:

Braun ist eine Kackfarbe!

Ihr habt wahrlich was Schöneres verdient.

224 Kommentare

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Diese Partei ist eine großes Gefahr für die Demokratie! Wer sich das Programm dieser Partei durchgelesen hat und sich über ihre Spezies Höcke und Konsorten informiert hat, kann und darf nicht abstreiten, dass er eine neofachistische hetzerische Partei gewählt hat!
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Neee, Wählerbschimpfung muss nicht. Aber bitte auch keine Ranschmeisse aus falsch verstandener "Dialogbereitschaft". Das sieht dann nämlich so aus:

https://www.spiegel.de/politik/deuts...285736.html

Solches Handeln erklärt zu einem Teil den Erfolg der Rechten. Man ist sich seitens der demokratischen Parteien offensichtlich zu fein, ein relativ kleines Amt wie das des Ortsvorstehers zu übernehmen, sondern strebt gleich nach Höherem, man ist sich nicht bewusst, in welchem Maße gerade die Rechten die Strategie verfolgen, als gutnachbarliche "Kümmerer" zu Amt und Würden und damit zu Einfluss und Macht zu gelangen, und man ist offenbar nicht in der Lage, die Trennlinie zwischen Demokraten und deren Gegnern als so grundlegend zu erkennen, dass man daraus die zwingende Konsequenz zieht, untereinenader die notwendigen Kompromisse zu schließen.

Das ist so was von verschnarcht, dass man beinahe den "Kritikern" von Rechts beipflichten möchte, dass die "etablierten" Parteien es sich einfach nur bequem machen.

Bottom line: schöne Scheisse!
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Wählerbeschimpfung ist sicherlich nicht angebracht. Aber eine Wählerverharmlosung ist genauso daneben. Die Wahlberechtigtigten haben diese Partei warum auch immer gewählt und dadurch unterstützt. Jetzt so zu tun, als seien sie die armen verirrten oder nur Protestwähler kann ich nicht nachvollziehen.
Sicherlich wollen die anderen Parteien ihre Wähler zurückgewinnen und reden daher beschwichtigend von Protestwählern. Wer aber eine klare Kante zeigen will, der sollte diese Art der Verharmlosung nicht unterstützen.
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Dann weiter so! Hoch lebe die Stümperkoalition.
So was läßt sich auch noch als Sieger feiern! Toll ! Wau! Echt geil!
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Herr Böhm, kümmern Sie sich meinetwegen um Hautcremes und andere Lächerlichkeiten- aber lassen Sie mich mit ihrer persönlichen Weltsicht in Ruhe. Die interessiert mich nicht und ich will damit auch nicht belästigt werden.
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Vielleicht ein erhellender Blickwinkel? Mancherlei Erinnerungen!?

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dämlicher kann eine kommentierung nicht sein als hier, wann kapieren die etablierten schönredner endlich die ursachen für ihren untergang - die inhaltlosen schönreden will niemand mehr hören, und glauben tut sie eh niemand mehr
Von welchem "Untergang" fabulierst denn du?
Das einzige was unterzugehen droht, sind die Menschlichkeit und die Vernunft - aber Gott sei Dank ist die überwältigende Mehrheit der Menschen immun gegen platte Plattitüden, Phrasen und Lügen.
schön, dass es genug gutmenschen gibt, die die realität nicht sehen, ein viertel afd ist doch warnzeichen genug
Das Gegenteil von "gut" ist....?
Und inhaltslos ist nur das Geschwafel der NSAFD. Äh, wie war das zB noch mit deren Rentenkonzept
Gutmensch, Realtätsferne, Schönreden, Etablierte ... Ergänze Mainstream, Lügenpresse, System, Meinungsdiktatur. War da noch was? Nein, ich glaube der im Kreislauf vorgetragenen Worthülsen dürfte vollständig sein. Hoilix Blechle, mit solchen "Argumenten" ernstgenommen werden wollen und sich über mangelnde Akzeptanz beschweren ...
Und in welchem Kontext sind all diese Worthülsen zu verstehen? Es ist lupenreiner "Nazi-Sprech"!
Wer sich diese Wortwahl aneignet, muss sich also zu Recht den Vorwurf einer nationalsozialistischen Denke gefallen lassen. Weist er/sie dies entrüstet von sich, bleibt als Ergebnis nur noch Dummheit übrig! Beides zusammen geht natürlich auch.
Heavy. Ich würde eher auf Inhaltslosen Frust plädieren.
wer nicht als gutmensch firmiert, ist gleich ein nazi, vorsicht meine herren, das kann nach hinten losgehen
So ein Quark. Hier hat noch nie jemand freiwillig als Gutmensch firmiert. Erwarten tut's auch niemand. Tja, wieder nix als Worthülsen.
Schizophrenie läßt grüßen!
Nicht zu fassen was ich hier von Ihnen lese Hr. CAF, Hr. MM
Wenn sie schon das nicht Fassen sollten, sollten mit Ferndiagnosen vorsichtig sein. Nicht wegen meines und anderer, sondern ihres eigenen Rufes wegen.
Grassiert ja wie die Pest.
Pest? Da wird's ja wahrschinlich Zeit, die Firma DeGeSch zu informieren, oder?
Was ist denn nicht zu fassen, Herr H.B.?
Weiß er nich' mehr...hatta vergessen
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Wer eine Partei wählt und unterstützt, die offen "Andere" ausgrenzt, abwertet und einem Klima der Bdrohung aussetzt, sollte bereit sein, sich in die Verantwortung für die Folgen nehmen zu lassen. Wer ernsthaft protestiert, wer tatsächlich Sorgen und Nöte zum Ausdruck bringen will, findet andere Wege, als "Fremde" dafür pauschal verantwortlich zu machen. Klammheimliche Freude oder Verständnis für Gewalt gegenüber Menschen mit anderem kulturellen, ethnischem oder religiösem Hintergrund als dem eigenen oder auch nur die Duldung solcher Gewalt in Wort und Tat haben weder die Sicherung von Renten noch Verbesserung der Infrastruktur oder des Bildungssystems, weder die Angleichung von Löhnen und Renten noch die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse, weder die Reform der EU noch nachhaltigen Umweltschutz zum Ergebnis - und wahrscheinlich auch gar nicht zum Ziel.
Einfach nur die Schnauze von allem und jedem voll zu haben mag dann und wann vorkommen und nachvollziehbare Gründe haben. Ein Grund für Hass und Ausgrenzung kann und darf das niemals sein, auch nicht dafür, aus purem Frust sehenden Auges die entsprechende Partei zu wählen.
Nachtrag: den Artikel finde ich in seinem Ansatz völlig in Ordnung - unabhängig davon, ob ich andere Gewichtungen setze und zu anderen Wertungen komme. Deshalb mein uneingeschränktes LW - leider nur eins ...
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Ob einem die Kackfarben-Partei gefällt oder nicht; sie ist nunmal da und von vielen Menschen in demokratischer Wahl bevorzugt worden.
So war es in den Anfängen der Grünen auch. Ich war damals Mitglied der Grünen und wurde nur belächelt, ob meines Engagements. Wo stehen die Grünen heute???

Wenn wir nicht langsam anfangen, die AfD Wähler ernst zu nehmen und die Altparteien Gespräche mit der AfD zu führen, wird sie immer mehr Zulauf bekommen weil sie sich dann als Opfer der Medien sieht, die ja angeblich nur lügen verbreiten.
Sie sollten in eine Koalition eingebunden werden, dann können sie zeigen wie demokratisch sie handeln oder auch nicht.
Die Grünen haben sich - was ihnen ja vielfach von beiden Seiten des politischen Spektrums mal genüsslich, mal empört vorgehalten wird - in das parlamentarisch-repräsentative System einbinden lassen und nutzen es sinnvoll. Man mag über ihre Haltung in Fragen internationaler Politik sher kritisch urteilen, aber Dinge wie die Akzeptanz von Minderheiten und der Vielfalt der Lebensformen (die zwar im GG grundsätzlich gesichert, aber bei weitem nicht gesellschaftlich akzeptiert war), die unwiderrufliche Verankerung des Umweltschutzes in der Agenda fast jeder Partei, die Gleichstellung von Frauen, den Schutz von Kindern (allen Versuche zum Trotz, immer wieder auf das zum Glück schnell verstummte pädophile Gesülze zu Beginn der achtziger Jahre aus der Mottenkiste zu kramen) sind Meilensteine, die unsere freiheitliche Gesellschaft zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Sie in die nähe einer Partei zu rücken, die in all den Punkten, die ich aufgeführt habe, eine um 180 Grad entgegengesetzte Linie fährt, finde ich doch etwas gewagt. Dass von manchen Migrantengruppen diese freiheitliche Gesellschaft nicht verstanden, nicht angenommen oder gar explizit abgelehnt wird ist bedenklich und erfordert Gegenmaßnahmen - aber viel gefährlicher ist es, wenn Nichtverstehen, Nichtannehmen und Ablehnung von innen kommt. So deutlich wie die AfD hat sich keine andere Partei gegen alle Errungenschaften für eine freiheitliche Gesellschaft seit den letzten fünfzig Jahren gestellt. Da liegen Gespräche - wenn überhaupt - doch in sehr weiter Ferne. Gewiss, die Not beschert einem Menschen manchmal fremde Bettgesellen, aber ist die Not wirklich so groß, dass man über Grundlegendees wie Gleichstellung und Pluralismus verhandeln müsste? Bei vielleicht zehn bis 15 Prozent im Bundesschnitt wohl eher nicht; der europäische Durchschnitt liegt deutlich darüber.
Auch wenn man es als leicht gewonnenen Abstauber bezeichnet: vor etwas längerer Zeit war mal von der "Einrahmung" einer gelinde gesagt radikalen Partei die Rede. Wie diese Partei sich innerhalb des Rahmens blitzschnell breit gemacht und den Rahmen in kleinste Trümmer zerlegt hat, dürfte bekannt sein. Die Paralellen sehen wir in Polen, in Ungarn, in Italien und überall dort, wo Rechtspopulisten an der Macht sind. Dorothea, großes Indianerehrenwort: ich unterstelle Dir wirklich nichts, aber den Denkanstoß meine ich mir erlauben zu dürfen.
Mir kann man nichts unterstellen, denn die AfD ist für mich eine Partei, die ich nie wählen würde.

Jedoch wollen ihre Wähler ernst genommen werden und wenn man sie zurückgewinnen will, darf man sie auf keinen Fall ausgrenzen, beschimpfen und beleidigen sondern man muss sie ernst nehmen und mit ihnen und ihrer Partei reden.
Das ist Demokratie und niemand behauptet, dass demokratisches Handeln einfach und angenehm ist.
Ich betone noche inmal, dass es mir fernliegt, Dich in diese Nähe zu rücken. Den Gedanken des "Einbindens" halte ich weder für notwendig noch hilfrecih, eher sogar für hochriskant. Mit Mitgliedern und Wählern der AfD zu reden ist aber etwas anderes als mit ihnen zu koalieren. Aber bitte auf der Basis, dass völkisches, fremdenfeindliches und rassistisches Denken kein Verhandlungsthema, sondern Tabus sind. Ebenso sollten hinsichtlich der freien Gesellschaft, die in langen Jahren erkämpft worden ist, keine Zugeständnisse gemacht werden. Ich befürchte, es wird nicht viel bleiben. Aber darüber kann und sollte man reden,
Aha und was wird, wenn man sie einfach ignoriert und ihre Wähler gleich mit?
Dann gibt es eines Tages einen Flächenbrand wie wir ihn noch nie erlebt haben.
Hitler wurde anfangs auch nicht ernst genommen und den Rest der Geschichte kennt man ja.
Wo es geht, kann und soll man reden, wo es nicht geht - die Punkte habe ich genannt - soll man ihnen entgegentreten, sachlich und fair, aber auch mit der gebotenen Entschiedenheit und der notwendigen Geduld, die gebraucht wird, um sich nicht auf die ständigen Diffamierungsparolen wie "Lügenpresse", "Mainstream", "Umvolkung", "Genderwahn" hereinzufallen. Also alles andere als ignorieren. Ich habe andrerseits auch hier zu dem vernünftigen Ansatz des Artikels wieder reihenweise Kommentare gelesen, die nichts anders tun, als den Autor völlig unsbstantiiert als verblödeten, blinden Hetzer darszustellen. Sachbezogene, neutrale (der Sprache nach ...) Nachfragen werden mit rhetorischen Fragen nach dem Geisteszustand oder moralischen Integrität quittiert. Gesprächsangebote als überflüssig hingestellt. Kann man unter dieser Voraussetzung vernünftig reden? Es ginge meinerseits bis auf einige Gelegenheit über die Zeit und Nerven, die ich besitze.
Man kann zur AfD stehen, wie man will, aber man sollte auch die andere Seite, hier die Grünen, Linken, SPD und sonstige Gruppen, die sich heiliger als Heilige hinstellen, nicht aus dem Blickfeld verlieren und auch darüber diskutieren, dass sie ihrer Gefolgschaft, die Banner wie "Deutschland verrecke" und Deutschland, Du mieses Stück Scheiße" trägt, bedenkenlos vorausgehen und vor diesen Bannern ihre Reden schwingen. Wenn doch Deutschland so mies ist, warum kassieren sie dann hier noch ihre Diäten? Warum darf ihre Gefolgschaft Polizisten angreifen, wie beim G20. Etwa nach dem Vorbild Joschka Fischers, der bestens aus der Frankfurter Putztruppe bekannt ist. Wie viele Grüne waren früher im Kommunistischen Bund Westdeutschlands, wie z.B. Herr Kretschmann? Zum Genderproblem bleibt nur eins zu sagen: beurteilt die Menschen einfach nach ihrem Charakter und ihren Fähigkeiten und nicht nach der sexuellen Orientierung oder Präferenz, denn das ist Privatsache. Unsere Kinder bekommen die Antworten zu diesem Thema, wenn sie reif genug sind und danach fragen und nicht erzwungenermaßen im Kindergarten oder in der Schule. Das ist unser Recht als Eltern.
Ich übergehe mal den Versuch, vom Thema des Artikels abzulenken und gehe gern auf en Vorschlag ein, das Thema "Gender Mainstreaming" aufzugreifen. IIch fange mal von hinten an: das Recht auf Erziehung liegt primär bei den Eltern. Sekundär wird es aber von der staatlichen Gemeinschaft überwacht. Insofern ist zum Thema sexueller Orientierung und Präferenz sehr wohl darauf Wert zu legen, dass alle Kinder die Fakten hinsichtlich eines fundamental zum menschlichen Wesen gehörenden Aspekts sachlich und ohne Wertung vermittelt bekommen - notfalls eben auch anders als im Elternhaus, in dem gleichgeschlechtliche gegenüber einer als "normal" apostrophierten andersgeschlechtlichen Orientierung als "unnormal" oder abartig denunziert wird. Kinder spüren ihre erwachende Geschlechtlichkeit und werden Fragen stellen. Viele Elternhäuser können oder wollen diese Fragen nicht beantworten oder nur in ihrenm eigenen Sinne. Es ist aber das Recht eines jeden Kindes seinen Veranlagungen zu folgen, ob das den Eltern nun passt oder nicht. Schließlich hat es der Gesetzgeber inzwischen geschafft, das elterliche Recht als "Sorgerecht" zu beschreiben, dass ausschließlich an das Wohl des Kindes gebunden ist und nicht an die ideologischen Vorstellungen der Eltern. Kinder werden entscheiden, Kinder werden ihre Orientierung fühlen, sie werden diese Orientierung selber bestimmen. Diese Orientierung zu bestimmen ist weder Sache der Schule noch der Eltern. Beide haben lediglich dafür Sorge zu tragen, dass jedes Kind in Würde entscheiden kann, wie und in welchem Maße es seiner Orientierung folgt. Die Schule sekundär, wenn die Eltern es nicht primär tun.

Kannst Du es wirklich befürworten, wenn ein Kind, das eine sexuelle Veranlagung spürt, die nicht den Vorstellungen der Eltern entspricht, ohne Perspektive, ohne Beistand, ohne Schutz wegen dieser Einstellung von den Eltern herabgesetzt, gedemütigt, seelisch unter Druck gesetzt oder gar misshandelt wird?

Gender Mainstreaming hat natürlich weitere Aspekte wie die Thematisierung von Geschlechterrollen. Gibt es da etwas "normales"? Normal vielleicht im Sinne des am häufigsten vorkommenden, aber wohl kaum im Sinne einer zu erfüllenden Norm, die sich dann wohl in einen "normalen" Familienleitbild fortsetzen soll. Der Weg ins 19. Jahrhundert muss wohl nicht bestritten werden, um in einer Gemeinschaft von Erwachsenen und Kindern Verantwortung, Fürsorge, Anerkennung und Wertschätzung in dem Maße Kindern zuteil werden zu lassen, dass sie selber mündige Mitglieder einer freien Gesellschaft werden. Was sonst sollte die Aufgabe der Familie in der Gesellschaft sein?

Genau so geht es darum, Rollenverhalten zu reflektieren und gegebenenfalls zu hinterfragen. Müssen "Männer" immer stark sein, damit sich Frauen hinter ihnen verstecken können? Müssen "Frauen" immer einfühlsam und verständnisvoll sein, damit Männer die Folgen ihres eigenen Handelns nicht allein bewältigen müssen? Ich denke, dass Macho- und Mädche-Gehabe sehr wohl zu hinterfragen und Alternativen für ein respektvolles Miteinander der Ge-schlechter aufzuzeigen sind. Schließlich und endlich auch, wie sehr einzelne unter festgefahrenen Männlichkeit- und Weiblichkeitsvorstellungen zerbrechen können, wenn sie diesen Rollenerwartungen nicht entsprechen. Auch hier gilt: die Entscheidung es Kindes hat Vorrang; damit eine Entscheidung gefällt werden kann, braucht es Grundlagen wie die Kenntnisse über die Entstehung und Wirkung von Rollenbildern im Geschlechterverhältnis.

In der Summe sehe ich bei der AfD mit der Forderung, Gender Mainstreaming aus der Schule zu verbannen und ein "normales" Familienleitbild gesetzlich zu verankern (z.B. durch das Verbot der Gleichstellugn gleichgeschlechtlicher Ehen) den Versuch, nicht nur fünfzig, sondern mehr als hundert Jahre Entwicklung zurückzudrehen. Und dies ist nur ein Teil dessen, weshalb ich die Vorstellungen einer gesellschaft nach dem Gusto der AfD rundweg ablehne.

N.B. Herr Kretschmann ist 1975 aus dem KBW aus Überzeugung ausgetreten. Herr Fischer hat sich 1976 anlässlich des Selbstmordes der RAF-Terroristin mit einem Aufruf an die gesamte Linke gewandt, der Gewalt als politischem Mittel abzuschwören. Und er ist innerhalb der Grünen derjenige gewesen, der den verbliebenen Resten offener oder verdeckter Befürworter politischer Gewalt so nachhaltig das Wasser abgegraben hat, dass sie noch in den achtziger Jahren reihenweise die Partei verlassen haben. Wenn in dieser Hinsicht seitens eines der Herren einschlägige Taten oder Worte zu späteren Zeiten als den genannten bekannt sein sollten, nehme ich das gern zur Kenntnis.
Ich befürworte es keinesfalls, dass Kinder, oder besser gesagt Jugendliche, Angst haben müssen, sich ihren Eltern anzuvertrauen. Dieses sollte überhaupt nicht zur Debatte stehen. Es ist egal, welche sexuelle Neigung mein Kind hat, es bleibt immer mein Kind und sollte in der Lage sein, mir so zu vertrauen, dass es ohne Angst mit mir darüber sprechen kann und weiß, dass es geliebt wird. Wogegen ich bin ist, dass dieses schon Einzug in Kindergärten und Grundschulen hält, zu einem Zeitpunkt an dem Kinder noch ganz unbefangen mit der Sexualität umgehen und keine Unterschiede machen. Man sollte die Unbefangenheit der Kinder schützen und nicht in dem Alter zwangsaufklären. Wobei ich alles verurteile, was unter Zwang nach individuellen parteipolitischen Vorgaben geschieht. Wir alle, die wir Kinder haben, haben erlebt, dass man bis zu einem gewissen Alter des Kindes das Badezimmer betreten kann, auch wenn sie gerade duschen oder baden. Es kommt dann aber der Zeitpunkt, an dem sie die Badezimmertür abschließen und das hat man dann zu respektieren. Was ich damit sagen will ist, dass man den Zeitpunkt um diese Aufklärung den Kindern nahezubringen abwarten soll, bis sie reif genug sind. Dann kann man auch das Familienbild erweitern. Für viele Kinder ist so eine Hauruck-Methode zu einem Zeitpunkt zu dem sie es weder erfassen noch verarbeiten können schlichtweg traumatisch. Vielleicht sollte man besser die Eltern unterstützen, die nur das traditionelle Familienbild gelten lassen. Ich würde mich, wenn meine Kinder noch in dem Alter wären, jedoch weigern, sie nach parteipolitischem Vorhaben der Parteien erziehen zu lassen. Behandeln wir doch einfach die homosexuellen und diversen Menschen wie Dich und mich und schauen lieber auf Charakter, Persönlichkeit und Fähigkeiten als auf sexuelle Präferenzen.
Der Zeitpunkt it in der Tat wichtig, kann aber ganz verschieden sein. Inwieweit dieser allerdings mit einem "traditionellen" Familienbild verknüpft sein sollte, ist mir nicht ersichtlich. Dass Kinder nicht nach "parteipolitischen" Vorgaben erzogen werden sollten, schliesst dievVerbindliche Vermittlung eben dieses Familienbildes aus. Zudem Frage ich mich, warum man von durch parlamentarische Prozesse zustandegekommenen verbindlichen Erziehungszielen pauschal als "parteipolitischen" Zielen sprechen kann. Wer den parlamentarischen Prozees mit allen seinen Schritten und Möglichkeiten kennt und ernst nimmt, weiß, dass gerade grundlegende Entscheidungen über parteipolitische Grenzen hinweg gefällt und von einem breiten öffentlichen Diskurs begleitet werden. Da kann keine Partei einfach durchregieren, es sei denn sie hält über Jahrzehnte Hinweg dei Mehrheiten in beiden KAmmern eines Parlaments. Weiter möchte ich dies nicht ausführen, da es einerseits bekannt, nicht aber Thema des Artikels ist.
Menschen unterchidlicher sexueller Orientierung gleich behandeln? Da rennst Du bei mir offene Türen ein; allenfalls muss ich mich mit einigen tradierten Vorstellungen, die ich unreflektiert aus Kindheits- und Jugenderfahrungen mitgenommen habe, loswerden. Gleichbehandlung bedeutet aber vollkommene rechtliche Gleichstellung in jeder hinsicht und Verzicht auf letztlich diskriminierende "Leitbilder".
Wir alle müssen tradierte Vorstellungen loswerden, aber heißt es nicht auch, dass man ein Leben lang lernen muss und auch aus Kindheitstagen übernommene unreflektierte Vorstellungen revidieren kann? Jedoch riss der Staat die Erziehung der Kinder schon zweimal an sich und beide Male ging es nicht gut aus. Genau das verbitten wir uns als Eltern. Wir erziehen unsere Kinder zu selbständig denkenden Menschen, die alles hinterfragen, was ihnen vorgesetzt werden, auch unsere Entscheidungen, uns somit in der lage sind, sich selbst ein Bild zu machen und nicht blindlings irgendwelchen Populisten, egal aus welcher Ecke, folgen. Die Schule soll sich auf ihre Aufgabe konzentrieren und Wissen vermitteln und nicht die Aufgabe der Eltern, Kinder zu erziehen, übernehmen. Was allerdings in der heutigen Zeit als Wissen vermittelt wird spottet jeder Beschreibung, denn wenn Professoren und Personalchefs schon sagen, dass sie, um Jugendliche zum Studium oder Ausbildung zu befähigen, sie erst in Deutsch- und Mathekurse schicken müssen, gibt das ein sehr trauriges Bild unserer sogenannten "Bildung" ab.
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