Demonstration gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf 1976

Greta hat die Umwelt-Proteste nicht erfunden - Die Generation Wackersdorf erinnert sich

News Team
Von News Team

In einer Umfrage wollten wir von der wize.life Community wissen, wie sie die Fridays-For-Future-Bewegung sieht. Tatsächlich erkennen viele unserer Nutzer darin eine Fortsetzung der Umweltbewegung der 1980er-Jahre, nur dass es eben heute nicht mehr in erster Linie um Atomkraft gehe, sondern um den Klimawandel.

Brockdorf, Wackersdorf, Gorleben - diese Orte waren in den 1980er-Jahren mindestens so bedeutend für die Umweltbewegung, wie es heute der Hambacher Forst ist. Nur ging es damals nicht in erster Linie um den Klimawandel, sondern um Atomkraft und ihre Folgen, wie sich wize.life Community-Mitglied Doris K. erinnert:

In den 80-ern war das Motto: "Atomkraft? - Nein, Danke!" Dafür wurden Bier-Kronkorken bemalt und lackiert und an die lila Latzhose montiert. Ich bin fast nur mit dem Fahrrad gefahren oder mit dem Bus.

Einige unserer Nutzer erinnern sich als Augenzeugen aber auch noch an die Demonstrationen an echten Brennpunkten, an denen sich fast bürgerkriegsähnliche Szenen abspielten. Polly sammelte gleich an zwei dieser Orte Erfahrungen: bei den Demonstrationen der Anti-AKW-Bewegung gegen das Kernkraftwerk in Brodorf im Jahr 1976 und bei der Ostermontags-Demonstration im März 1986, an der über 100.000 Menschen teilnahmen:

Nach Brokdorf durfte ich 1976 nur mit, weil meine Schwester "auf mich aufpasste". Meine bisher schlimmste Demo-Erfahrung war Ostern 1986 in Wackersdorf wegen des rigorosen Durchgreifens der Polizei.
Demonstration gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf  1976
Stadtarchiv Kiel / Nachlass Friedrich MagnussenDemonstration gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf 1976

Im Video: „WACKERSDORF“ - Bayerisches Polit-Drama zeigt WAA-Auseinandersetzung

Ulrike M. erinnert sich noch an die Proteste im Hüttendorf an der Startbahn West bei Frankfurt am Main. Diese Proteste sind vor allem deswegen berüchtigt, weil 1987 zwei Polizisten von einem Demonstranten mit einer geklauten Dienstpistole erschossen wurden. Zuvor war die Polizei wegen ihres gewaltsamen Vorgehens kritisiert worden. Solche Erfahrungen habe sie damals aber nicht machen müssen, erklärt Ulrike. Sie hat eher den Eindruck, dass die Polizei heute mit Demonstranten härter umgeht:

Da ich zu dieser Zeit noch Jugendliche war, gab es nur Sitzstreiks in der Schule bzw. mal Proteste vor Ort im Hüttendorf an der Startbahn West. Dort wurde nicht so rabiat vorgegangen wie heute.
Ausweis der Republik Wendland, 1980
privatAusweis der Republik Wendland, 1980

Darüber wieviel ihr Einsatz damals gebracht hat, sind sich die damaligen Aktivisten unsicher. Jochen B. hat sich bei den Protesten gegen das Atommülllager Gorleben engagiert, die 1979 begannen und 1980 in der Gründung des Hüttendorfes "Republik Freies Wendland" einen Höhepunkt fanden. Obwohl der Standort als Zwischenlager bis heute bestehen blieb, wertet Jochen seinen Einsatz letztlich als Erfolg:

Ich selbst stand damals in der Menschenkette gegen das Endlager Gorleben. Hat zwar am Ende nicht viel genützt aber die Aufmerksamkeit die wir alle damit erreichten hat, wie ich finde, zum Umdenken angeregt. Umsonst war das somit nicht.

Eine andere Nutzerin ist sich dagegen sicher, damals auf der Gewinnerseite gestanden zu haben:

Ich war bei der WAA demonstrieren...und sie wurde nicht gebaut!
Polizeieinsatz gegen die Demonstration gegen das AKW Brokdorf 1981
Hans WeingartzPolizeieinsatz gegen die Demonstration gegen das AKW Brokdorf 1981

Dass sich jetzt die junge Generation für die Umwelt einsetzt, begrüßen die allermeisten der Veteranen von früher und räumen Versäumnisse ihrer Generation ein. So schreibt Frank E.:

Wir sind Auslaufmodelle, die Jugend hat die Zukunft vor sich. Wir lassen leider viel Schrott und eine schwere Erblast zurück.

Ein anderer Nutzer sieht das ganz ähnlich:

Wir Alten haben lange genug den falschen Götzen hinterhergehechelt und treten eh bald ab. Deshalb viel Erfolg all den jungen „Revoluzzern“!
Demonstration am Bauzaun zur geplanten Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA), März 1989
Kamran Salimi - Stadthistoriker FürthDemonstration am Bauzaun zur geplanten Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA), März 1989

Nur über die Art des Protestes als Schulstreik herrscht Uneinigkeit. Während die meisten gerade dieses Mittel als wirkungsvoll ansehen, weil es Öffentlichkeit schafft, kritisieren einige das Schulschwänzen für die Umwelt, so beispielsweise RikaS.:

Ja, auch ich bin als Schülerin für Tiere auf die Strasse gegangen, aber wir haben für den Tierschutz, Tierschutzkalender verkauft - nach der Schule in unserer Freizeit. Ich halte nichts davon, für eine Demo die Schule zu schwänzen.

Einige Wortmeldungen klingen aber auch verbittert, wie eine Nutzerin, die den Protest als Angriff auf ihre Lebensleistung versteht:

Wir werden auch auf nichts verzichten. Es kann nicht sein, das man das Erbe von unseren Großeltern und Eltern in den Dreck zieht. Ich bin in einem Alter, da lasse ich mir nichts mehr verbieten. Schickt den ganzen Umweltkram nach Indien und China.
Betonzaun vor der im Bau befindlichen Startbahn West des Frankfurter Flughafens
GemeinfreiBetonzaun vor der im Bau befindlichen Startbahn West des Frankfurter Flughafens

Dass es auch ganz anders geht, schildert Barbara W., die früher auf dem Land ohnehin im Einklang mit dem Kreislauf der Natur lebte:

So Diskusionen gab´s bei uns auf dem Hof nicht. Da wurde getrennt. Alles was verwertbar war, kam ins Plumpsklo und dann auf die Äcker. Oder auf den Mist. Dass die Jugend nachdenkt, ist fein. Aber es muss auch umgesetzt werden.

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68 Kommentare

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Hallo ganz schön und gut was das Klima und Umwelt betrifft.
Diese Göre aus Schweden kann meiner Meinung überhaupt nicht mitreden, 1.) ist sie viel zu jung 2. ist sie krank im Kopf dadurch sollte man diese nicht ernst nehmen
Was das Klima und die Umwelt betrifft da hätte man schon vor sehr vielen Jahren etwas unternehmen müssen. Aber die Herrschaften aus und in Berlin haben es ja nie beachtet und immer ins lächerliche gezogen und ignoriert.
wenn man etwas noch ändern wirklich will, dann mit Dingen was das Auto betrifft. Denn Elektroautos sind noch nicht ausgereift, d.h. noch untauglich und viel zu viel Schrot -wegen der Batterien-
Man sollte nach Alternativen suchen oder beschäftigen wie z.B. Die autos mit Hybrid oder Wasserstoff.
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Ich finde es schlimm, wie dieses Kind mißbraucht wird!
Ich finde es schlimm, dass sogar Lehrer das Schulschwänzen unterstützen
Ich find es schlimm, das viele Alte so unreflektiert das Theater mit machen.
Ich finde es schlimm, dass das Wissenschaftler sich dafür hergeben diese Art von Hetze und Falschmeldungen unterstützen.
CO2-! Hilfe, jetzt darf ich keine Sprudel mehr trinken.
Ich finde es schlimm, dass nicht an den wirklichen Problemen, die wahnsinnige menschl. Population gearbeitet wird.
Ich finde es schlimm, dass die Müllberge wachsen, die Erde vergiftet wird (damit genügend Nahrung (zum Wegwerfen?)produziert wird und trotzdem Menschen hungern.
Ich finde es schlimm, dass den Tieren der Platz wegen menschl. Expansion weggenommen wird. " wenn die letze Biene stirbt, stirbt auch der Mensch" wir brauchen das Gleichgewicht zwischen Pflanzen-Tieren-Mensch.
Ich finde es sehr schlimm, wie wir von dringlicheren Problemen abgelenkt werden .
Super, Doris!!!
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Die Greta soll nach Hause und zur Schule gehen. Für mich ist das eine Hetzkampagne. Erst hetzte man die Jugend auf die Rentner, zwecks leerer Kassen und jetzt hetzt man wieder. Haben wir nicht unsere Ruhe uns schwer erarbeitet ? Wir möchten unseren Frieden, denn wir konnten nie üppig leben. Das Mädchen soll bei sich anfangen und sich nicht überall rum reichen lassen. Deren Geltungsbereich ist ja bereits krankhaft
Das Kind ist eine Marionette, sie hat das Aspergersyndrom. Schuld sind beide Elternteile die geltungssüchtige Frau, Mutter kann man es ja nicht nennen, der Erzeuger Rampen ..... und die vielen anderen die an Greta verdienen.
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Man kann es drehen wie man will, es gibt eine einzige Lösung - die drastische Reduzierung der Anzahl der Menschen, egal ob wir es tun oder die Natur.
Es würde ja die Geburtenkontrolle ein sinnvolles Mittel sein die Überbevölkerung und die damit verbundenen schädlichen Umwelteinflüsse auf lange Sicht in den Griff zu bekommen. Aber der Staat gießt ja noch Öl ins Feuer mit Kindergeld und vielem anderen. Die Kirchen predigen fleißig, Leute macht Kinder, vermehret euch wie der Sand am Meer!
Die größte Unwahrheit ist aber zu propagandieren, Kinder sind unsere Zukunft und die Rentenzahler von morgen. Viele glauben diesen Blödsinn und plappern ihn brav nach !
Statt berufstätige , ledige zu fördern , die einen Nutzen für unsere Gesellschaft bringen werden diese mit erhöhten Steuersätzen belastet und der Gemeindestier mit 5 Kindern der auf Hartz 4 macht auch noch belohnt.
Das kann nicht gut gehen !
Es gab da mal ein Experiment mit Ratten , die in eine Kiste gesperrt wurden .
Erst eine,dann zwei und drei und immer mehr. Der Lebensraum wurde immer enger für sie und zum Schluss haben sie sich gegenseitig umgebracht.
Bei Menschen dürfte dies ähnlich ablaufen, wenn Nahrung fehlt und sich die Landmassen durch die klimatischen Veränderungen verkleinern.
Die Überbevölkerung ist schlimmer als das CO2.
Das Problem ist sicher bekannt, in wichtigen Kreisen, aber scheinbar kann man keine Lösung herbeiführen (uns gegenseitig zu erschlagen wird wohl nicht die Zukunft sein). Angenommen, wir würden uns ab sofort nicht mehr vermehren sondern uns um 1-2 % /Jahr vermindern. Ich glaube nicht, dass das ausreichen würde. Ich befürchte, dass doch die Natur des Problem wird lösen müssen, und schön wird es nicht zugehen.
Die Natur hat ja schon mit der Lösung des Problems begonnen, das zeigen ja die weltweiten Völkerwanderungen . Wenn ich an die Flüchtlinge aus Südamerika denke oder an die Flüchtlinge aus Afrika die wir solidarisch aufgenommen haben. Was haben sie Krankheiten aus ihren Herkunftsländern mit gebracht die unsere eigene Bevölkerung gefährden. An Ebula erkrankte hat man aus Afrika nach Deutschland eingeflogen und hier behandelt. Aber auch andere Erkrankungen wie TBC sind auf dem Vormarsch.
Unser Gesundheitssystem wird das trotz enormer Kosten verkraften, was aber nur noch eine frage der Zeit ist. Dann tritt das schlimmste ein,was ich niemandem wünsche , daß ist das gegenseitige Erschlagen es wird nicht ausbleiben.
Anscheinend ist an der Apokalypse was drann, wenn ich an die 4 apokalyptischen Reiter denke. Die Menschheit hat ihren Zenit überschritten.
Wenn ich an die vielen Dummköpfe denke, die herum laufen,nichts lernen wollen, nichts können, und für schwachsinnige Umweltprogramme demonstrieren, daß spielt hier alles mit hinein und ist gewollt von gewissen Schichten. Selbst Kinder werden für diese Zwecke missbraucht.
Spiele und Brot, die neuen Sklaven.
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Die Jugend war schon immer rebellisch, das gibt sich wenn sie selber Kinder haben.
Was mich interessiert ist, wie die heute so lautstarken Jugendlichen zur Schule, zum Sport oder heute zur DEMO gekommen sind? Benutzen sie den familiären Autofahrdienst, oder das Rad? Vielleicht ging´s auch zufuß?
Im Übringen sind sie nicht die erste Generation, denen die Zukunft von den Altvorderen vermiest wurde, ich denke da an 2 Weltkriege und andere Katastophen.
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Lächerlich!! Fordern, fordern aber keine vernünftigen Alternativen im Konzepte vorlegen!Weil es kein Konzept gibt.Man kann nicht in wenigen Jahren einen ganzen Staat in der Energieversorgung umkrempeln.
Gab es da nicht mal den Satz , wir schaffen das ? Aber wie, das steht in den Sternen.
Höhere Umweltabgaben, lösen das Problem nicht, sondern sind ein willkommenes Mittel an dem sich gewisse Leute bereichern!
Jenau so sieht es aus!
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Warum nicht Saturday for the future ???? Weil enige Kinder dafür aufstehen würden !
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Es geht uns alle an und es muß was getan werden ,aber ich mag es nicht wenn man Kinder dazu benutzt ! Kinder involvieren zum Umweltschutz anhalten ,ja aber nicht von der Schule lassen usw !
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Kein AKW hier, kein Kohlekraftwerk dort, Windräder und Sendemasten will ich in meiner Nähe auch nicht, Hauptsache Netflix, Playstation und Handy läuft
So ist es, Arne !!!
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Die, die früher gegen die Startbahn West protestiert haben, fligen vermutlich heute dreimal pro Jahr in den Urlaub ...
Also ich nicht. Vorurteil!
Ich glaube, die meisten wählen sich mit "Grün" ihr gutes Gewissen! "Wir tun ja was gegen den Klimawandel" !! Nachdem sie ihr Kreuz bei den Grünen gemacht haben, holen sie mit ihrem SUV das "Fridays for Future Kind" von der Schule ab und fliegen übers Wochenende nach Mallorca……………..
Genau so, ständig, irgendein Vorurteil braucht der Mensch, ne
Schonmal überlegt, dass so ein Grüner aufs Auto verzichtet, die Öffentlichen nutzt und nicht Mallorca sondern Meck Pomm als Urlaubsziel wählt, unverpackt kauft, das Kind statt mit SUV mit lastenfahrrad transportiert......und das alles aus tiefster Überzeugung ! Woher ich das weiß? Möglicherweise bin ich diesbezüglich mehr involviert als du und stell mir nicht nur vor was ich gern sehen möchte. Aber unerheblich. Was ich schreibe ist gelogen, denn ich wähle ja grün und fahr deshalb automatisch SUV. Apropos: viele Grüße aus Mallorca, wollt ich schon immer mal hin.
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