Entsetzen über antisemitisches Rap-Konzert vor dem Brandenburger Tor

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Auf diesem Plakat wird das Konzert der beiden Rapper am Brandenburger Tor angekündigtFoto-Quelle: Instagram/Screenshot
News Team
Von News Team

Der Auftritt gilt als Provokation: Zwei durch antisemitische Songs bekannt gewordene palästinensische Rapper treten am Mittwochabend (25. September 2019) bei einer Veranstaltung am Brandenburger Tor in Berlin auf.

Bei der „Kundgebung zur Palästina-Frage“ unweit des Holocaust-Mahnmals werden neben anderen palästinensischen Gruppen nach Medienberichten auch die Rapper Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar erwartet.

Israelfeindliche Rap-Songs

Die palästinensischen Musiker sollen laut "Tagesspiegel" durch israelfeindliche Texte bekannt geworden sein. In einem Song sollen sie von der Bombardierung der israelischen Stadt Tel Aviv rappen und davon, Juden "zu zertreten". In ihren Videos verwenden die Rapper demnach zudem eine antisemitische Bildsprache.

Auf diesem Plakat wird das Konzert der beiden Rapper am Brandenburger Tor angekündigt
Instagram/ScreenshotAuf diesem Plakat wird das Konzert der beiden Rapper am Brandenburger Tor angekündigt

Der geplante Auftritt der mutmaßlichen Antisemiten sorgte für Empörung. "Vor dem Brandenburger Tor dürfen keine Terrorverherrlicher auftreten", sagte der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck der "Berliner Zeitung".

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"Ich frage mich, wie solche Leute zu einem Visum kommen, da wir das Aufenthaltsrecht gegen Hassprediger eigentlich wasserdicht gemacht haben", sagte Beck dem Blatt. Die Bundesregierung schulde eine Erklärung, wie dies geschehen konnte.

Der Auftritt der Rapper sei ein fatales Signal an die Berliner Juden, sagte Remko Leemhuis, Direktor des American Jewish Commitee (AJC): „Wir sind entsetzt, dass Künstlern, die Terror gegen die Bürgerinnen und Bürger Israels als Heldentat glorifizieren, Terroristen als Märtyrer bezeichnen und das Existenzrecht Israels bestreiten, im Herzen von Berlin eine Bühne geboten wird.“


Im Video:

Debatte um Warnung vor Tragen der Kippa

Der AJC vertraue darauf, so Leemhuis, dass die Behörden, wenn sie die Veranstaltung "schon nicht unterbinden" könnten, so doch "scharfe Auflagen" erlassen.

In Berlin: Die Rapper Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar posteten am Dienstag dieses Foto von sich bei Instagram
Instagram/ScreenshotIn Berlin: Die Rapper Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar posteten am Dienstag dieses Foto von sich bei Instagram

Besondere Auflagen für die Kundgebung, zu der zwischen 17 und 19 Uhr am Mittwoch rund 400 Menschen erwartet werden, gibt es laut "Bild" bisher nicht.

Verwaltung kündigt bei Verstößen "hartes Durchgreifen" an

Das Büro des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD) habe ihm mitgeteilt, dass die Senatsverwaltung dabei sei, "etwaige Maßnahmen zu prüfen", so Volker Beck am Mittwochvormittag via Twitter.

Zuvor hatte die Innenverwaltung bereits angekündigt, dass Sicherheitsbehörden die Veranstaltung sehr genau in den Blick nehmen werden. Bei Verstößen werde die Polizei hart durchgreifen.

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