Tierschützer entsetzt: Ponyreiten auf Weihnachtsmarkt ist Tierquälerei

Tierschützer fordern, Ponyreiten zu verbieten
Tierschützer fordern, Ponyreiten zu verbietenFoto-Quelle: imago/Olaf Wagner
News Team
Von News Team

Ponyreiten gehörte früher zu jedem Wanderzirkus und zu vielen Weihnachtsmärkten. Inzwischen ist die Praxis allerdings immer mehr Tierschützern ein Dorn im Auge – so auch aktuell in Herne in Nordrhein-Westfalen. Dort soll das Ponyreiten per Onlinepetition verhindert werden.

Die Diskussion ging schon vor Eröffnung des Cranger Weihnachtszaubers am 21. November los: Tierschützer kritisieren, dass es ein sogenanntes Pony-Karussell gibt, in dem Kinder auf Ponys und einem Esel in einem Kreis mit zehn Metern Durchmesser reiten.

27.000 Unterzeichner

Sie haben eine Onlinepetition gestartet, die am Donnerstagvormittag bereits von mehr als 27.000 Menschen unterschrieben worden ist.

Ist Ponyreiten im Kreis Tierquälerei?

Ja - unbedingt abschaffen
78.9 %
Nein - man kann's auch übertreiben
21.1 %
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"Das ist nichts für Herdenfluchttiere!"

„Tierschutzrechtlich ist das vollkommen inakzeptabel“, heißt es darin mit Verweis darauf, dass die Tiere sechs Stunden pro Tag arbeiten, bevor sie Auslauf und Verpflegung bekommen. "Alleine die Vorstellung, nur 2-3 Stunden in einem Kreis laufen zu müssen ist für mich unerträglich", schreibt Initiatorin Sandra. Dazu kämen Lärm und Lichtreflexionen. "Das ist nichts für Herdenfluchttiere!"

Stadt sieht alle Vorgaben für Ponyreiten erfüllt

Aus Behördensicht sind die Konditionen dagegen völlig in Ordnung. Das Veterinäramt der Stadt Herne hat das Ponyreiten erlaubt, da alle Richtlinien eingehalten würden und es den Tieren gut gehe, wie der WDR berichtet. Der Mann habe zugesichert, dass die Tiere regelmäßig ausgewechselt werden, um auf einer Koppel Pause machen zu können. Eine Online-Petition hat keine rechtliche Wirkung.

Tierschützer wollen demonstrieren

Mitglieder der Tierschutzorganisation Peta haben deshalb angekündigt, ab dem 1. Dezember jeden Sonntag vor dem Ponykarussell zu demonstrieren.
Ponyreiten auf Märkten und in Zirkussen führt seit einigen Jahren immer wieder zu Diskussionen, wegen des kleinen Bewegungsradius', der Beschallung und - sofern es Märkte im Sommer sind - der Hitze.

Trend in Richtung Verzicht auf Tiereinsatz

Insgesamt wird der Einsatz von Tieren zur Bespaßung des Menschen immer kritischer gesehen: So gibt es auch bei Zirkussen wachsenden Widerstand gegen Tierdressuren, der Zirkus Roncalli verzichtet bereits seit 2018 darauf. Auch in anderen Ländern gibt es Proteste, etwa gegen das Eselreiten in Touristenhochburgen – wobei dort die Esel erheblich mehr Gewicht tragen müssen.

Diskussionen in anderen Städten

Vergangenes Jahr verzichtete der Dortmunder Weihnachtsmarkt auf ein entsprechendes Angebot, nachdem zuvor Tierschützer mehrfach protestiert hatten.

Vor Jahren schon gab es auch am Mannheimer Weihnachtsmarkt heftige Proteste, die allerdings nicht zum Stopp führten. Auch München entschied zum Leidwesen des Tierschutzvereins, dass Ponyreiten auf der Auer Dult und dem Oktoberfest erlaubt bleiben.

Keine klare Linie

Derzeit liegt es im Ermessen der Amtstierärzte bzw. der Kommunen, über Ponyreiten zu entscheiden. Mal wird es erlaubt, mal verboten. Möglich ist auch, dass gegen ein Verbot gerichtlich vorgegangen wird – wie es in Krefeld im vergangenen Jahr der Fall war: Laut WDR klagte ein Betreiber erfolgreich, was Proteste sowohl der Tierschützer als auch der Schausteller zur Folge hatte.

Tierschützer fordern generelles Verbot - auch eine Stadt dafür

Der Tierschutzverband NRW fordert ein generelles Verbot. "Es geht nicht darum, dass Tierschützer wieder alles verbieten wollen", beteuerte Vizepräsident Ralf Unna dem WDR. Grundsätzlich habe er nichts dagegen, wenn Kinder auf Ponys ritten. Das Problem sei die Form. "Das Laufen im Kreis wird den Tieren nicht gerecht." Gegen das Reiten im Wald sei hingegen nichts einzuwenden.

Eine erste Kommune hat er dem WDR zufolge schon auf seiner Seite: Die Stadt Unna schlägt demnach vor, dass das Land mit einem Runderlass entscheidet, dass das Ponyreiten gegen den Tierschutz verstößt.

Warum Menschen Tiere quälen

1 Kommentar

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Leider sind in Deutschland oftmals Menschen gegen Alles und gegen Jeden, erst wenn sie gefragt werden wieso, weshalb und warum sind sie dagegen? Dann erst stellt man fest, jetzt fangen sie an zu denken. Pferde benötigen Bewegung gerade in den Herst und Wintertagen in denen sie i.d.R. nicht so oft arbeiten müssen und nur herum stehen. Zumal die Kinder, die das Pony reiten, kein großes Gewicht haben. Hier wird der Tierschutz falsch interpretiert.
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