Massenkündigung: 38 Ärzte und Pfleger verlassen Berliner Krankenhaus

Und tschüss: 38 Ärzte und Pfleger haben einer Klinik in Berlin gekündigt
Und tschüss: 38 Ärzte und Pfleger haben einer Klinik in Berlin gekündigtFoto-Quelle: Darko Stojanovic / Pixabay (Symbolbild)
News Team
Von News Team

In einem Berliner Krankenhaus hat nahezu eine komplette Station gekündigt. Der Grund: Unzufriedenheit mit der Bezahlung und Leitung durch den landeseigenen Arbeitgeber Vivantes. Die Protest-Truppe hat bereits einen neuen Arbeitgeber.

Elf Ärzte und 27 Pflegekräfte verlassen das Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg, wie die Berliner Zeitung "B.Z." berichtet. Darunter nahezu die komplette Infektiologie-Abteilung. Fast alle wechseln ans katholische St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof, wo sie eine neue Infektiologie-Station aufbauen werden.

Schwerer Schlag für Vivantes

Die Abteilung war in Berlin renommiert, für die landeseigene Gesellschaft Vivantes ist das ein harter Schlag. Sie teilte mit, die Infektiologie wieder aufbauen und die Versorgung der Patienten sicherstellen zu wollen. Dies könnte sich allerdings insbesondere bei den Pflegekräften als schwierig erweisen.

Auch Chefarzt geht

Auch der bisherige Chefarzt Keikawus Arastéh, ein Aids-Spezialist, geht, allerdings nicht ans St. Joseph Krankenhaus, wie die Kliniksprecherin Corinna Riemer der "B.Z." bestätigte.

Geheime Verhandlungen

Demnach soll der bisherige Oberarzt Hartmut Stocker Chef der neuen Abteilung im St. Joseph Krankenhaus werden. Er und der Stationspflegeleiter Volker Wierz verhandelten den Informationen zufolge ein halbes Jahr lang heimlich mit mehreren Berliner Krankenhausträgern, um einen Wechsel zu ermöglichen.

Unzufrieden mit Arbeitsbelastung

Die Gründe sind nach Medienangaben im Wesentlichen Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber und der Arbeitsbelastung. Vor allem die Pflegekräfte klagten schon länger über die Arbeitsverdichtung, berichtete der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Wolfgang Albers, laut "Berliner Morgenpost". Auch von Unzufriedenheit mit der Bezahlung ist die Rede. Zudem solle Ärzten geplante Umstrukturierungen nicht behagt haben.

Gab es Abwerbeversuche?

Während die Sprecherin im St. Joseph Krankenhaus beteuerte, das Team habe die Klinik angesprochen, soll es laut "Morgenpost" dem Vernehmen nach offensive Abwerbeversuche von Seiten des Joseph-Krankenhauses gegeben haben.

Weniger Betten für dieselbe Anzahl an Personal

Die Arbeitsbedingungen werden jedenfalls besser sein: Die neue Infektiologie-Abteilung hat nach übereinstimmenden Berichten 10 Betten weniger als bei Vivantes – bei gleicher Ärzte- und Pflege-Besetzung.

autoren wize.life

4 Kommentare

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ich denke, nur so werden "sie gehört"......, Daumen hoch für diesen Mut!
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Hier zeigt eine ganze Mannschaft Charakter und Mut
Unzufriedenes und ueberarbeitetes Personal, kann auf Dauer keine gute Arbeit mehr bringen.
Im Kollektiv streiken und erfolgreich eine neue Zukunft wie hier in einem anderen Krankenhaus aufbauen, ist brilliant. Sie alle haben meinen Respekt und ich wünsche ihnen eine erfolgreichen Aufbau einer neuen Zukunft mit glücklichen Gesichtern.
Das geht nur mit einer verschworenen Gemeinschaft die zusammen hält und keiner plaudert.
Die Bezeichnung Kollegen oder auch Mannschaft, trifft da zu 100% zu. So funktioniert Zusammenhalt
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