Mein Wort zum Sonntag: Wie die Banken uns ruinieren

Börse / Bulle & Bär
Börse / Bulle & BärFoto-Quelle: Thorben Wengert / www.pixelio.de
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Von News Team

Über den Einfluss der Banken und deren Vorstände (oftmals Soziopathen) ist schon viel geschrieben worden. Doch wie kann man ihrer Macht Einhalt gebieten?
Vor einiger Zeit sagte der frühere und jetzige deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sinngemäß: Die Banken erfinden so viele neue Derivate, dass wir nicht mehr durchblicken und deswegen deren Wirkung auch nicht mehr einschränken können. Ja ist unser verehrter Herr Minister von allen guten Geistern verlassen? Er sollte mal ins Gesundheitsministerium wechseln und zusehen, wie Pharmafirmen ein neues Medikament auf den Markt bringen. Daran könnte er sich in Bezug auf anken ein Beispiel nehmen.

Prüfung der Bank-Derivate vor ihrem Einsatz

Für einen Pharmakonzern ist es nämlich äußerst schwierig, etwas Neues zu verkaufen. Erst muss das Medikament in jahrelangen Versuchsreihen entwickelt werden. Danach wird es getestet, erst an Tieren, später an Menschen, in Doppelblindversuchen. Schließlich muss die Firma nachweisen, dass das neue Präparat (a) die Wirkung erzielt, die es erzielen soll, und (b) die Nebenwirkungen entweder vernachlässigbar oder exakt angegeben werden. Sollte dann das Mittel endlich seinen Weg zu Ärzten und Apotheken gefunden haben, kann es dennoch jederzeit wieder zwangsweise vom Markt genommen werden, wenn sich herausstellt, dass es wirkungslos oder gefährlich ist. Kein Wunder, dass die internationalen Pharmafirmen ihre Patente so eifersüchtig hüten.
Und dir Banken? Denken sich irgendetwas Absurdes oder Gefährliches aus, verkaufend die Sache an ahnungslose Kunden (zu denen auch andere Banken. Versicherungen, Stadtkämmerer, Pensionsfonds etc. zählen), schöpfen den Gewinn ab und bürden den Verlust ihren ahnungslosen Kunden auf, von denen sie vorher wussten, dass sie nur draufzahlen werden. Und wieso kann man das nicht einschränken? So kommen wir zu Punkt (1) von drei Punkten zur Einschränkungen der negativen Auswirkungen hemmungsloser Bankspekulationen: Wendet doch die erprobten Kriterien, die für Medikamente gelten, auf Banken an! Erst muss das neue Derivat exakt erklärt und verständlich dargestellt werden. Danach müssen umfangreiche Test (meinetwegen als Computer-Simulationen) durchgeführt werden. Schließlich verleiht das Finanzministerium ein Unbedenklichkeitszertifikat, mit der Einschränkung, dieses könne jederzeit widerrufen werden, falls sich negative Effekte bei den Nutzern des Derivats einstellen. Dann schaut mal, wie solide die Banken plötzlich werden.

Zu groß zum Abwickeln?

Punkt (2) betrifft die idiotische Aussage, eine Bank sei zu groß, um pleite zu gehen ("too big to fail", besser ausgedrückt: "too fat to move"). Nun mal ehrlich: Wenn Sie wüssten, dass Sie tun und lassen können, was Sie wollen, dass Sie für riskante und/oder betrügerische Aktionen entlohnt und belobigt werden, und dass Ihnen, egal was geschieht, auf jeden Fall Ihre üppigen Boni und Ihre nicht minder üppigen Pensionen erhalten bleiben, wären sie dann besonders vorsichtig und verantwortungsbewusst? Wahrscheinlich nicht. Dabei ist die Sache ganz einfach zu verhindern: Die Bank bleibt erhalten, der Staat übernimmt ihre Schulden und Verbindlichkeiten, aber die verantwortlichen Banker (Vorstand bis zu Ebene 3 nach unten, Aufsichtsrat etc.) werden entlassen, ihr Gehalt eingefroren, ihre Boni gestrichen, ihre Pensionen gekürzt. Dann wollen wir mal sehen, was die Banker machen!

Mehr Frauen in die Vorstände!

Punkt (3) hat sich in den Ländern, wo das der Fall ist, bestens bewährt, aber in Deutschland sträuben sich konservative Parteien immer noch: Bringt mehr Frauen in die Vorstände, und zwar durch Zwang, nicht durch begütigendes Einreden auf sture Betonköpfe. Frauen werden in unserer Kultur zu mehr Verantwortung, Vorsicht und Kooperation erzogen als Männer (nicht: Sie sind so! Es geht ausschließlich um Erziehung und Kulturtradition.) Je mehr Frauen in den Vorstandsetagen der großen Banken und anderer Firmen sitzen, desto eher setzt sich eine menschenfreundliche Politik durch, welche solche Exzesse verhindert, wie wir sie erlebten und noch oft erleben werden.

15 Kommentare

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Man suche Im Netz nach Prof. Wolfgang Berger. Der stellt fest, daß im Jahre 2011 die weltweite Wertschöpfung ca. 70 Bio $ betrug. Im gleichen Jahr aber schufen angelsächsische Banken Finanzderivate in Höhe von 710 Bio $. Weiß jemand die Lösung dieses Dilemmas?
Ich sehe nur einen 3. Weltkrieg, nach dem die Überlebenden keine dummen Fragen mehr stellen!!!
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Da kann man nur frei nach Berthold Brecht sagen"Bankraub ,das Werk von Dilettanten.Wahre Profis gründen eine Bank".
Empfehle jedem das Buch von Peter Haisenko"Bankraub globalisiert"
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Es ist mir rätselhaft das die Banken bei einem Eigenkapitalanteil von unter 3% überhaupt Macht ausüben können. Das geht doch nur mit Einverständniss der Politik. Da wir die Politiker gewählt haben können wir die Schuld daran nur uns selber zuschreiben.
Was als die Alternative? Welchem Politiker traust du soviel Gribs in seiner Birne zu, etwas ändern zu wollen und zu können? Mir fällt keiner ein.
Man muß nicht alles ändern,sondern nur das nicht zulassen was gegen das Grundgesetz (Allgemeinheit) verstößt.
siehe Artikel 20 GG


(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Widerstand geht nach GG Artikel (4) auch,also wir können was tun ohne unbedingt links zu sein
Also die Linken bekommen doch keine Spenden sondern die anderen Parteien, es sei denn es sind die SPD und Grünen als linke Parteien gemeint gemeint.
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Das Schlimme ist, es bleibt auch noch ein Weilchen so. Wir wollten es auch so, vielleicht mit einem Schuss mehr Sozialem, und haben auch entsprechend gewählt letzten Herbst. Es ist bisschen Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren!
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http://www.arte.tv/guide/de/045773-0...kt-die-welt
http://www.arte.tv/guide/de/047047-0...n-vs-banken


Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Wer wissen will, wie dieses elende Bankensystem funktioniert, der möge diese filme schauen. Womit ein Nachmittag ausgefüllt wäre. Aber es lohnt sich!!!
Hier fällt man von einer Ohnmacht in die nächste.
Die Vorschläge Peter, sind sicher nicht verkehrt, reichen bei weitem aber nicht aus. Das Problem ist, das wird im ersten Film 'Goldman Sachs' deutlich, dass Psychopathen, die dort gearbeitet haben, in ganz vielen Regierungen Einfluss haben.
Das Banken-Problem stamm aus den Anfängen des 20. Jahruhunderts und gipfelte im Jahr 1998 darin, dass Mr. Clinton den Banken sämtliche Einschränkugen frei gab. Das ERgebnis konnte man 2008 bestaunen und sie WETTEN auf die Pleite von Statten und spekulieren mit Lebensmitteln. Das ist nur noch pervers!

Den Pharmafirmen ist zu Recht
die Hürde hoch gelegt. Aber sie haben doch schon längst einen Weg gefunden: Sie ändern eine klein wenig eine Mixture eines Medikamentes und schwupps, wird es ein Neues udn das Spiel beginnt von vorne. Vor allem können dann die Preise schön hoch gehalten werden!
Ich will die Pharmaforschung nicht verdammen, sie hat viel Gutes hervor gebracht, aber auch seeeeeeeehr viel Leid. Nicht nur bei den Tieren!

Und diese Gesetze haben einen äußerst fragwürdigen Nebeneffekt: Sie halten den großen Pharmakonzerne, die den Markt unter sich aufteilen, diese 'lästigen' kleinen Pharmafirmen auch klein, die nicht so viel Geld für Forschung haben udn vor allem sich der Naturheilkunde verschreiben haben. Von da her bin ich mir nicht sicher, ob man diese Gestzgebung auf die Banken übertragen kann.
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Hallo Peter,
Dein Vorschlag hört sich aus meiner Sicht gut an.
Allerdings fürchte ich, dass im BaFin noch nicht die dafür nötige Fachkompetenz
"an Bord" ist. Dazu braucht es natürlich im Vorfeld politische Akteure.
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ich habe kopfschmerzen - ich glaube soviel wahres kann ich am sonntagmorgen nicht verkraften ! es gehen viele falsche leute in die politik , nämlich die , die in der schule schon gebauchpinselt waren , wenn einer von diesen charismatisch wirkenden soziopathen notiz von ihnen genommen hat ! ein zweites kriterium für politisch aktiv zu werden , scheint zu sein , das man unter gar keinen dazulernt ! politische richtung und coleur scheint objektivität und freie denke auszuschliessen ! wenn ich das sumselige lächeln von frau merkel sehe , wenn sie mit bankern und wirtschaftsbossen zusammentrifft trifft , bitte , bitte lass sie an der blume der erkenntnis riechen !
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Das eigentlich Problem liegt noch viel tiefer. Die von den Bürgern erwarteten Leistungen üben Banken nur mehr zu einem untergeordneten Teil aus. Viel interessanter sind für die Banken doch Finanzgeschäfte über Tochterunternehmen, da die Bank direkt ja nicht mehr zocken darf, im Bereich Devisen und sonstiger Optionsgeschäfte und dies möglichst im anglikanischen Raum. Natürlich kommt es dann aber dabei zu einer Kreditklemme, da zu Finanzierungen benötigte Mittel nicht flüssig sind. Die sog. Finanzindustrie ist ein Moloch, der geeignet ist, ganze Wirtschaftssysteme und Staaten in den Abgrund zu reißen. Mangels politischen Willens und eingedenk der Abhängigkeit der Staaten von Refinanzierungen, wird wenig bis gar nicht gegengehalten. In der Folge werden Gewinne, die mitunter sehr satt ausfallen können den shareholdern zugeordnet, Verluste jedoch "vergesellschaftet". So läßt es sich doch gut wirtschaften. Ein gutes Beispiel dafür ist die Deutsche Bank (5% Anteil von Black Rock).
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Das ganze Bankenproblem scheitert nur am politchen Willen. Würde der Staat Bankenvorstände wie Geschäftsführer einer GmbH behandeln wären wir innerhalb eines halben Jahres die kaputten Banken los und viel Bankvorstände und Aufsichtsräte wären im Bau. Aber mit einer Kanzlerin die mit Ackermann Geburtstag feiert ist das nicht zu erwarten.
Mir fällt da ein, das Bänker mit dem Totschlagparagraphen "Bildung einer krimilellen Vereinigung" nie konfrontiert wurden, obwohl es oft zutrifft. Also unsere Justiz versagt hier genau wie die Politik.
Übrigens, Pharmaindustrie ist ein ganz schlechtes Beispiel, hie ist der Dreck genau so hoch aber besser abgedeckt.
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