Legalisierung von Cannabis nun auch in Deutschland?

Cannabis sativa
Cannabis sativaFoto-Quelle: Michael W., http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Cannabis_sativa.jpg
Christine Kammerer
Aktualisiert:

Marihuana, Gras oder Shit - bei Cannabis scheiden sich die Geister. Kaum ein Thema sorgte in den letzten Jahrzehnten für so hitzige Diskussionen. Noch ist der Besitz bis auf wenige Ausnahmen strafbar. Das galt lange Zeit als ehernes Gesetz, eine Legalisierung erschien undenkbar. Aber das könnte sich nun sehr bald ändern.

Doch wie kommt die Legalsierung plötzlich wieder auf die Agenda? Auch das wäre bis vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen: Nicht die Konsumenten selbst fordern eine Freigabe, sondern die Juristen. 122 namhafte Strafrechtsprofessoren unterzeichneten eine Petition an den Bundestag. Sie erklären die bisherige Drogen-Politik in Deutschland für gescheitert und fordern eine grundlegende Reform des Strafrechts.

Legalisierung - Beispiel Uruguay
Als erstes Land der Welt hat Uruguay kürzlich den Anbau und Verkauf von Marihuana und Cannabis-Produkten legalisiert. Erwachsene können seit diesem Jahr künftig monatlich bis zu 40 Gramm Marihuana in Apotheken kaufen. Die Legalisierung betrifft auch den Anbau in Eigenregie: Privatperson dürfen nun bis zu sechs Cannabis-Pflanzen zu Hause züchten. Der Markt wird staatlich kontrolliert, die Preise wurden festgelegt - ein Gramm Marihuana soll etwa einen US-Dollar kosten. Die Legalisierung hat einen weiteren positiven Nebeneffekt: durch die Kontrolle wird die Reinheit der verkauften THC-Produkte gewährleistet. Uruguay erhofft sich von der Legalisierung vor allem eine effizientere Bekämpfung der Drogenkartelle.

Drogenkartelle profitieren von Verboten
Der Taliban-Terrorismus in Afghanistan wird ganz überwiegend über den Handel mit Heroin und Haschisch finanziert. Auch die südamerikanischen Drogenkartelle sind durch den Rauschgift-Handel zu unvorstellbarem Reichtum gelangt. Der Profit aus dem Drogen-Geschäft konzentriert sich in den Händen einiger weniger, weltweit perfekt organisierter Mafia-Clans. Er verhilft ihnen zu einer Machtposition, die inzwischen bedrohliche Formen annimmt. Verbote führen zwangsläufig zu kriminellen Strukturen und diese gefährden mittlerweile die innere Sicherheit ganzer Staaten.

Der Reiz des Verbotenen
Die Kriminalforschung weltweit belegt zweifelsfrei, was spätestens seit der Prohibition in den USA bekannt ist: Ein Verbot von Drogen ist kontraproduktiv. Fast die Hälfte aller Deutschen hat bereits Haschisch konsumiert und gerade auf Jugendliche übt alles Verbotene ohnehin eine magische Anziehungskraft aus. Eine Legalisierung würde die Attraktivität der Droge vermutlich verringern.

Kriminelle Karriere vorgezeichnet
Viele Jugendliche experimentieren mit THC – die allermeisten von ihnen jedoch nur, um es einmal auszuprobieren. Schon beim Handel mit Cannabis begeben sie sich in kriminelle Strukturen. Werden sie erwischt, sind sie für den Rest ihres Lebens mit einem Eintrag im Strafregister gezeichnet. So würden viele durch das Verbot regelrecht in kriminelle Karrieren getrieben, meinen die Befürworter der Legalisierung. Es wäre aber sehr viel sinnvoller, wenn Jugendliche so etwas wie „Drogenmündigkeit“ erlernen, also einen selbstverantwortlichen Umgang mit Rauschmitteln wie Alkohol und Haschisch.

Legalisierung auch für Crystal Meth?

Die Logik der Strafrechtler ist durchaus nachvollziehbar. Bis auf einen Haken: Folgt man den Argumenten für eine Legalisierung, dann müssten konsequenterweise auch andere Drogen freigegeben werden – Crystal Meth zum Beispiel. Und das kann niemand ernsthaft wollen. Die Legalisierung bleibt also auch weiterhin ein heißes Eisen, über das man trefflich streiten kann.

19 Kommentare

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Ich denke zuerst an die erlaubten Drogen und dann daran, ob auch Cannabis erlaubt werden sollte. Es gibt keine harmlosen Drogen.

Für mich gehören alle Drogen in Spezialgeschäfte und dürften nicht an jeder Ecke erhältlich sein.
Ich hätte nichts gegen Spezialgeschäfte für alkoholische Getränke, Tabakwaren und Cannabis. Bei den Medikamenten haben wir unsere Spezialgeschäfte, die Apotheken.

Problematisch sehe ich den Eigenanbau von Cannabis, da dieser nicht zu steuern ist. Aber auch das wäre letztlich eine Preisfrage.
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dass Canabis Produkte harmose Drogen seien ist eine Legende. Langfristig führte Cannabiskonsum zu schweren gesundheitlichen Schäden und zur Veränderung der Persönlichkeit. Der Staat freut sich über die zusätzlichen Steuereinnahmen aus der Legalisierung. Warum müssen sich die Menschen überhaupt auf diese Art betäuben?
Buchempfehlung "Hasch - Zerstörung einer Legende" von Peggy Mann.
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einem Bundestagspolitiker, der mit über Milliarden von Steuergelder mitentscheidet,will man den Drogenkonsum verzeihen , also dann frei für alle. Vor dem Gesetz sind alle gleich ,oder ?
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Was dürfen wir Wissen? Alles Unangenehme wird aus den US - Staaten übernommen? Wenn wir Ethik und Moral für Kinder erhalten wollen, "dann auch keine Freizone für Kinder, Schüler" Dann soll damit in Verbindung mit Marihuana, der Waffenbesitz kann und soll dann auch für jedermann gegeben werden...Ich möchte das gesamte Thema abkürzen, Einst im Ostblock wurde mit militärische Macht regiert, gibt das Volk Wodka und die leiden nicht!...
Ein Joint gehört wohl in die gewordene Feudalistisch - Deutsche - Gesellschaft: Behörden, Gerichtspersonal und in Regierungskreisen?..
Ich lebte ein paar Jahre in Spanien und da wurden wegen Kinder und Jugendschutz schon Gesetze erlassen und es wurden Drogenfander polizeilich
ausgebildet. Das heißt, wer im Besitz von Drogen und wird von Fander aufgedeckt, kommt sofort in
den Knast, ein Anwalt wird dann nach Monaten
gewährt. Und das Gesetz und Durchsetzung sollte
für Europa auch für Deutschland dienlich sein.
Wir in Deutschland haben eine eigenartige
Denke.. es immer alles gleich mit Alkoholgenuss verglichen, das ist mir grundsätzlich zu einfach. Unsere schwammigen Parlamentariere argumentieren auch solch einen Schwamm..
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Cannabis hat in anderen Kulturen einen ganz anderen Stellenwert. Illegal ist es bei uns, weil es noch immer als Einstiegsdroge gil, was in meinen Augen völlig veraltet ist und wir auf der anderen Seite eine 5000 Jahre alte Saufkultur haben. Wenn man in Deutschland die sogenannten Drogentoten mit den Zahlen von Alkoholtoten (auch eine Droge, fließt aber wohl in die Statistik nicht mit ein), vergleicht, denke ich, dass es egal ist, ob man an einer legalen oder illegalen Droge zugrunde geht. Abre nicht jeder der Wein trinkt ist ein Alkoholiker . So ist auch nicht jeder, der Cannabis-Produkte konsumiert ein Drogenabhängiger!
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na ich könnte strom einsparen und somit auch was für die umwelt tun im keller wachsen sie auch nicht so gut und immer das wasser schleppen
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also bei meinem freund speedy im gartenhäuschen, ist das schon seit jahren legalisiert ... ,-)
....könnte mir schon wieder ne Fluppe reinziehen!
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Cannabis sollte auf jeden Fall legalisiert werden! Es sollte an bestimmten Stellen frei erhältlich sein und zwar zu einem günstigen Preis und auch der Eigenanbau sollte für 1 - 2 Pflanzen gestattet sein. Und nicht wie derzeit für uns Schmerzpatienten, total überteuert aus der Apotheke, was sich kaum ein Patient auf Dauer leisten kann.
Sicherlich würde auch die Beschaffungskriminalität drastisch einbrechen und die Benutzer könnten zudem sicher sein, dass sie saubere Ware und keinen u.U. gestreckten Dreck erhalten.
Allerdings sollte z.B. Crystal Meth u.ä. auf jeden Fall verboten bleiben.
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Ohje ohje, dann geht hier aber richtig die Post ab bei SB. Sind die Notausgänge für schnelle Flucht beleuchtet ?
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In den Niederlanden ist Cannabis seit Mitter der siebziger Jahre halb legal, man duldet den Erwerb, Besitz und Konsum und hat mit dem Coffeeshop Modell einen guten Beitrag zur Entflechtung der Märkte für weiche und harte Drogen geschaffen.
Und trotzdem geht dort nicht alles drunter und drüber und auch sonst sind die Segnungen des Abendlandes dort nicht in Gefahr...

Da sollte der Gesetzgeber mal drüber nachdenken, dass ganze hier ist echt lächerlich.
Da ist der bayrische CSU-Wähler vor, der nach dem siebten Weizen und mit der Kippe in der Hand auf die "Haschbrüder" schimpft und auch den Unterschied zu Heroin kaum kennt.
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