Was Frauen wirklich denken: Ein 93jähriger vor Gericht - zu Recht?

Was Frauen wirklich denken: Ein 93jähriger vor Gericht - zu Recht?
Was Frauen wirklich denken: Ein 93jähriger vor Gericht - zu Recht?Foto-Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=bJ9xSzfuuxg

Bekannt wurde Oskar Gröning als "Buchhalter von Auschwitz". In Lüneburg steht der ehemalige SS-Mann nun vor Gericht wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 300 000 Fällen. Gröning ist ein 93jähriger Mann, der sein Leben nach Hitlers Deutschland offensichtlich als ganz normaler Bürger gelebt hat. Kein verkappter Nazi, sondern seiner Schuld bewusst:

„Für mich steht außer Frage, dass ich mich moralisch mitschuldig gemacht habe“.


So seine Aussage am ersten Prozesstag. Unabhängig von dieser moralischen Schuld wird jetzt die strafrechtliche Schuld zu klären sein: das Recht zu finden und zu sprechen. Ob und inwieweit man diese wirklich trennen kann, ist für mich eine zentrale Frage.

Kann er sich bei einem wie auch immer gearteten und begründeten "Freispruch" oder einer Bewährungsstrafe angesichts seines hohen Alters frei fühlen?

Und umgekehrt:

Welche Strafe kann angemessen sein - angesichts der 300 000 Menschen, angesichts seines fast biblischen Alters?


Oskar Grönings Schicksal steht da wie ein Monument und ist doch wohl kein Einzelschicksal. Vor seinen Augen spielten sich entsetzliche Grausamkeiten ab. Hätte er sie verhindern können? Er hat angeblich seine Versetzung an die Front beantragt, mehrfach. Er konnte die Schreie und die angsterfüllten Blicke der Menschen nicht mehr ertragen. Erst im Herbst 1944 wird er an die Front versetzt.

Kann, darf man ihm vergeben? Oder muss er bestraft werden? Kann ein ordentliches Leben nach Auschwitz Schuld verjähren lassen?


Eine Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz sagte am zweiten Prozesstag: "Ich habe ihm vergeben". Sie reichte Oskar Gröning sogar die Hand, umarmte ihn gar, verzieh ihm in der ARD Sendung Günther Jauch vor laufender Kamera. "Wir sind alle Menschen". Sie wolle nicht einen alten Mann ins Gefängnis bringen.

"Er hat nichts getan, um Vergebung zu verdienen", so die Haltung anderer KZ-Überlebenden. Menschen, die dem Holocaust entkamen und damit leben müssen, dass Angehörige den Tod fanden. Das eigene Überleben wurde zur "Last eines geerbten Schuldgefühls.“

Wie auch immer das Urteil aussehen wird, die Taten, für die Oskar Gröning nun nach einem langen Menschenleben vor Gericht steht, haben nicht nur unzähligen Menschen den Tod gebracht, sondern viele zu Gefangenen von Angst, Schuld und Leid gemacht. Ihn offensichtlich auch.

Bleibt die Frage:

Welches Urteil wird all dem, ihm und allen anderen Recht sprechen?

83 Kommentare

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Die Frage stellt sich in einem Rechtsstaat so nicht. Welches Urteil ? - Na das der zuständigen Strafkammer des zuständigen Landgerichts. Kraft der im Grundgesetz garantierten richterlichen Unabhängigkeit. Die Frage des Alters des Angeklagten stellt sich nie, da Mord nie verjährt. Alles andere wäre Strafvereitlung im Amt und somit strafbar.
Es gibt keine urteilenden Richter in der heutigen Zeit mit Nazivergangenheit.

Die Nazizeit ist seit mindestens 70 Jahren und mehr vorbei. Ein Richter scheidet mit 65 Jahren aus dem Dienst...

Er müsste somit mindestens 95 Jahre alt und noch im Dienst sein.
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es fällt mir sehr schwer, aus heutiger sicht ein geschehen zu be- bzw. zu verurteilen, was so weit zurückliegt und auch unter vorraussetzungen geschah, die für mich unvorstellbar sind und die ich, gott hab dank, nicht miterleben mußte.
ebensowenig ist es möglich, dass ein heutiges gericht das kann.
keineswegs möchte ich taten beschönigen, die ein heute 93jähriger mann in seiner jugend begangen hat.
anzunehmen ist, dass dieser mann zeit seines lebens diese schrecklichen bilder und taten nicht mehr losgeworden ist.
eine strafe, die ich niemanden wünschen möchte.
ein gütiges geschick hat uns heute in deutschland lebende, davor bewahrt in einen schrecklichen krieg hineingezogen zu werden, mit all seinen greueltaten, zeichen von wahnsinn.....usw.
keiner von uns weiß, wie er selbst unter diesen wahnsinns-lebensbedingungen gehandelt oder nicht gehandelt hätte.
dieser prozeß kann allenfalls dazu dienen, nochmals rückblick zu halten, nochmals ein zeichen zu setzen, das ist geschehen und darf nie wieder geschehen!
eine bestrafung eines so alten mannes halte ich für absurd.
Hoffen wir, dass die Richter und auch die Medien zu dieser Sicht gelangen.
ja, das wäre wünschenswert.
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Ein sehr guter Beitrag.
Ohne Vorurteile! Nachgedacht, überlegt und logisch nachvollziebar.
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Wenn von den vielen ZIG-Tausend Opfern - eine betroffene Person - vergeben hat, heißt das noch lange nicht, daß es die anderen auch tun müssen. Viele wollen an dieses Kapitel garnicht mehr erinnert werden.

Im Übrigen kann man über dieses Thema von verschiedenen Seiten diskutieren:

1. von der menschlichen,
2. der moralischen,
3. der geschichtlichen,
4. der persönlichen
5. der politischen .... und
6. der juristischen SEITE

Es wird niemals einen pauschalen endgültigen Schlusspunkt geben. Wenn man jedoch alles verjähren ließe, könnten sich danach die Neo-Nazis selber mit Nazi-Endlösungs-Killer-Orden dekorieren. Daran sollte man denken, wenn nach Verjährung der Nazi-Taten Straffreiheit gewährt würde.
... man wird ihn moralisch verurteilen, - aber er wird nicht haftfähig sein. Das ist dann auch gut so.
Die meisten Angehörigen der Opfer erwarten nichts anderes als eine Entschuldigung. Das aber fällt vielen Menschen schwer. Nicht nur beim Nazitum.

Frage mal nach, wieviel schuldige AUTOFAHRER in der heutigen Zeit um Entschudlgung beim Opfer gebeten haben, - nach einem schweren Verkehrsunfall mit Schwerverletzten oder Toten.

Nein nein, - eher suchen sie nach einem guten ANWALT. die Menschen sind halt so, - nicht nur im Alltag, sondern auch hier ! Meist kommt dazu noch dümmliche Aroganz und auch von Leuten, die man für hochintelligent hält.
Danke Rainer, danke Frauke
. . nicht nur die Unrechts-Wahrheit erfahren, sondern sie in irgendeiner Form zumindest moralisch-menschlich zu missbilligen.
Es gibt leider Menschen, denen fehlt der Horizont umd das zu begreifen, was damals millionenfach passiert ist. Leider.
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Hier wird über die Versöhnungsgeste der Auschwitz-Überlebenden Eva Kor kontrovers diskutiert. Für mich hat diese Geste eine durchaus ähnliche Bedeutung wie der Kniefall Willy Brands in Warschau, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen. Es sind gerade solche "kleinen" Gesten, die Zeichen setzten können für entscheidende Veränderungen zum Guten hin in unserer Welt. Man mag mich jetzt einen Träumer, Romantiker, blauäugig oder sonst etwas nennen. Das nehme ich mit Stolz und Demut hin.
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Mord verjährt nicht. Die Menschen an deren Tötung er sich mitschuldig gemacht hat, könnten heute zudem, wie er, noch
leben. Ganz sicher gehört er bestraft, nach dem was er, aus
welchen Gründen auch immer, getan hat.
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Der arme alte Mann durfte 93 Jahre alt werden. Wie alt durften die Menschen werden die in die Gaskammer mussten???? Nichtwissen schützt nicht vor Strafe, das alter auch nicht...Weg mit dem Killer..
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Mord verjährt nie! Der Staat ist verpflichtet schwere Straftaten zu verfolgen.

[...]Vor 30 Jahren stellte ein Frankfurter Staatsanwalt Ermittlungen gegen Gröning und andere SS-Männer ein, er sah keinen „hinreichenden Tatverdacht“. Das Thema war für ihn offenbar so unwichtig, dass er es nicht einmal für nötig hielt, seine Entscheidung zu begründen.[ / ]

[...]Denn um die Helfer und Schreibtischtäter noch verfolgen zu können, wurde die Verjährungsfrist abgeschafft. Ihrem Auftrag kam die Justiz allerdings nur unzureichend nach. Seit dem Frankfurter Auschwitz-Prozess in den sechziger Jahren tat sich nicht mehr viel.[ / ]

Versagen der deutschen Justiz
Das skandalöse Verhalten der deutschen Justiz, das im besten Fall von Gleichgültigkeit zeugt...
ohne Worte...in den 60er, zum dem Ausschwitz- Prozess..bis heute in Anbetreff Oskar Gröning..ist dem Gericht hingegen immer klar gewesen, es geht um die Frage der Schuld – und eine Tat, die sich bis heute dem Begreifen entzieht...
dass die deutsche Justiz 70 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus nicht einfach einen Schlussstrich unter die Verbrechen zieht, ist Deutschland den jüdischen Nebenklägern schuldig...welch ein Hohn..
welch ein Hohn
ohne Worte...in den 60er, zum dem Ausschwitz- Prozess..bis heute in Anbetreff Oskar Gröning..ist dem Gericht hingegen immer klar gewesen, es geht um die Frage der Schuld – und eine Tat, die sich bis heute dem Begreifen entzieht..
Das Strafmaß für Beihilfe zu Mord beträgt nach aktueller Rechtsprechung nicht unter drei Jahren Freiheitsstrafe.
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Im Jahr 1985 begann ein Ermittlungsverfahren gegen Gröning, jedoch stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren später ein. Im selben Jahr bekam er von einem Bekannten die holocaustleugnende Broschüre: "Die Auschwitzlüge" von Thies Christophersen zugeschickt. Gröning erwiderte schriftlich, dass er selbst vor Ort gewesen sei und alles – die Selektionen, die Vergasungen und die Krematorien – in Betrieb gesehen habe.

2005 gab er der britischen Rundfunkanstalt BBC für einen Dokumentarfilm über Auschwitz sowie dem Spiegel Interviews:

"Ich fand es als meine Aufgabe, jetzt, in meinem Alter, zu Dingen zu stehen, die ich erlebt habe. Weil ich den Leugnern sagen will: Ich habe die Krematorien gesehen, ich habe die offenen Feuerstellen gesehen. […] Ich war dabei.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Gr%C3%B6ning

So sei es zu klären..
Beihilfe bei Massenmord wurde neu beurteilt. Der Nachweis einer unmittelbaren Beteiligung an einem Tötungsdelikt in einer Vernichtungsstätte ist seitdem nicht mehr notwendig. Jede Beschäftigung in einer Tötungsfabrik, beispielsweise offiziell als Aufseher oder Koch, kann für die Anklage wegen Beihilfe zum Mord ausreichend sein.
Perry..
das ist es doch..lese dir den Link durch..es scheiterte immer daran..aber..jetzt..steht Deutschland dazu..das Holucaus..das größte Kriegverbrechen darstellt..öffentlich..von Bundestagspräsident Gauk verkündet..so soll der ganze Prozeß..öffentlich im TV übertragen werden..ich will die Wahrheit hören..
weiß.. meinte auch Bundespräsident..es ist öffentliches Recht..um zu Wissen was in Ausschwitz geschah..er hat auch den BBC ausführlich darüber Bericht erstattet..das ist doch schon längst keine juristische Angelegenheit mehr..das ist Aufklärung die uns alle angeht..
Gröning lebt in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide, daher ist das dortige Landgericht für den Prozess zuständig. Das Interesse auch ausländischer Medien ist groß. Aus Platzgründen weicht die vierte große Strafkammer daher aus in die Ritterakademie, einen eigens angemieteten Veranstaltungsort.
Also wieso nicht öffentlich übertragen?
Stille Tränen flossen mir über das Gesicht..als ich Ausschwitz- Birkenau besuchte..ich war in Prag und bin mit Freunden nach Oswiecim von Prag aus mit der Bahn gefahren..wir waren fertig mit der Welt..da steht man..alles Wissen wird lebendig..dazu diese Stille..man kann es nicht in Worte fassen, steht Ohnmächtig daneben..
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Unsere Gesetze lassen Mord nicht verjähren. Ob es zulässige Rechtfertigungsgründe für sein Verhalten oder echte Schuldausschließungsgründe gibt, wird das Gericht prüfen.

Er steht wegen Beihilfe zum Massenmord vor Gericht. Ob er bei einer Verurteilung - tatsächlich gesundheitlich haftfähig ist, bleibt offen.

Die Alternative wäre gegenüber den vielen hinterbliebenen Verwandten der Ermordeten ein Hohn !

Wenn man diese Prozesse nicht mehr will, muss man die Gesetze ändern, nicht die Richter oder die Presse.
Mord ist die Tötung aus niedrigen Beweggründen . . . ist das für Sie nicht begreifbar ? - Hier das StGB !

(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.
Das wird das Gericht prüfen, nicht ich und Sie auch nicht.
Mordsteht als Vorwurf doch gar nicht im raum, Helmut. Err ist der beihlife zum Mord angeklagt, nicht des Mordes.
Das prüft wohl das Gericht , - und nicht wir !
(1) Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat.

(2) Die Strafe für den Gehilfen richtet sich nach der Strafdrohung für den Täter. Sie ist nach § 49 Abs. 1 zu mildern.
In der Kausalität ist die Tatbeteiligung zu prüfen, danach die anderen o.g. Punkte. Formell ist die Tat nicht verjährt.

Die Frage lautete ja nicht, ob er unbedingt bestraft werden muss, sondern ob er zurecht vor Gericht steht.
Er steht zurecht vor Gericht. Es geht hier um die rechtlich-juristische Bewertung, in cl. einem Urteil und nicht um eine - Politische oder Geschichtliche Beurteilung.

Beides darf man nicht miteinander vermischen.
Leider können das einige Bild-Zeitung-Leser hier nicht verstehen Jürgen. Sie werden persönlich und beleidigend und sind sauer, wenn man mit gleicher Münze zurückschießt.
Sie beurteilen die ganze Sache "menschlich" - ohne darum gefragt worden zu sein. Ich wiederhole mich, die sachliche Frage lautete, ob er zu Recht vor Gericht steht. ( Nicht ob er bestraft werden muß ) Mehr nicht.
Ich habe nur gesagt, dass er nicht wegen Mordes, sondern wegen Beteiligung vor Gericht steht. (Sicherlich zurecht).
Marc, was anderes habe ich auch nicht gesagt: Zitat:

Helmut B.
Unsere Gesetze lassen Mord nicht verjähren. Ob es zulässige Rechtfertigungsgründe für sein Verhalten oder echte Schuldausschließungsgründe gibt, wird das Gericht prüfen.

Er steht wegen Beihilfe zum Massenmord vor Gericht. Ob er bei einer Verurteilung - tatsächlich gesundheitlich haftfähig ist, bleibt offen.

>> Zitatende: Es steht also die BEIHILFE im Raum !

Jeder Richter prüft danach heute die Rechtfertigung und Schuldausschließungsgründe, sowie Haftfähigkeit usw.

Sowas hätte es im Dritten Reich nicht gegeben. Da ging jeder Widerständler ohne Prozess gleich in den Bunker !
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man kann es auch übertreiben mit der Hetzjagt auf Mitläufer des Holocaust.In den 50-60 er Jahren OK. Aber jetzt doch nicht mehr.
Meinst du das ernst ? .. na dann kann man jabald ORDEN herstellen, wenn die Sache verjährt und damit straffrei bleibt.

Jeder Altnazi - Mörder kann sich dann ( je nachdem wieviel Feindbild-Mitbürger er umgebracht hat in Bronze, Silber oder Gold ) seinen Nazi-Killer-Orden umhängen und damit STOLZ durch die Stadt spazieren gehen.

Bleibt ja alles straffrei - und unmoralisch sein bleibt auch straffrei. An jedem Stammtisch könnten man dann prahlen. Das ist auch unmoralisch - aber straffrei.
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