Sterbehilfe und Patientenverfügung: Selbstbestimmt leben - warum nicht auch selbstbestimmt sterben?

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Sterbehilfe und Patientenverfügung: Selbstbestimmt leben - warum nicht auch selbstbestimmt sterben?Foto-Quelle: NicoLeHe / www.pixelio.de

Der Film "Und morgen bin ich tot" macht auf ein Thema aufmerksam, das gerade in Deutschland vielfach tabuisiert ist: Sterbehilfe. Ist das richtig so? Deutschland wird älter und damit werden die Fälle und der Bedarf nach Sterbehilfe wachsen. Das Thema Vorsorge in Form einer klaren Patientenverfügung wird immer wichtiger. Aber wie macht mans richtig?

"Und morgen bin ich tot" erzählt die Geschichte einen jungen Frau Anfang 20, die unheilbar krank ist und beschließt, so nicht weiter leben zu wollen. Sie vereinbart einen Termin in der Schweiz und ihre Familie und nächsten Angehörigen reagieren von verständnisvoll bis ablehnend.

Die Reaktion spiegelt sinnbildlich die divergierenden Meinungen in unserer Gesellschaft zur Frage, ob ein Mensch selbstbestimmt sein Leben beenden darf - mit medizinischer Hilfe.

Ich will sterben - eine leichte Entscheidung?


Wohl kaum. Und niemand, der an diesen Punkt kommt, hat einen leichten Weg hinter sich, macht sich die Antwort auf die Frage "Leben oder lieber sterben?" leicht.

Mag sein, dass es Suizide im Affekt gibt und Gerettete dann auch froh sind, dass ihre unüberlegte Tat so endete. Aber was ist mit all den Menschen, die schwer krank sind, sterbenskrank, die wissen, dass trotz Palliativmedizin ein schwerer letzter Weg vor ihnen liegt? Was ist mit all den Menschen, die zum Beispiel nicht dement dahin siechen wollen oder im Wachkoma liegen und wenn sie entscheiden könnten und dürften, das Sterben wählen würden?

Es gibt sicher keine allgemein gültige Antwort und nur jeder kann dies für sich entscheiden und sollte dies auch dürfen.


Dieses "Dürfen" benötigt in meinen Augen einen rechtlich legitimierten Raum, der weder Helfer und noch Hilfesuchende selbst bei vorliegenden Patientenverfügungen in Not bringt. Ist dieser legitimierte Raum möglich? In anderen Ländern ja. Beim Tod des niederländischen Prinzen, der nach einem Skiunfall im Koma lag ohne Aussicht auf Besserung, zeigte sich, wie gut mit rechtlichen Möglichkeiten umgegangen wird und werden kann.

In Deutschland haben wir durch unsere Historie eine andere Situation. Aber muss dies so bleiben?


Solange wir diese Frage nicht offen und unbelastet unserer Vergangenheit diskutieren, bleibt Menschen, die nicht weiter leben wollen, nur die Alternative: anderswo zu sterben oder anderswie, sprich: von eigener Hand. Letzteres erachte ich als die denkbar schlechteste Alternative: Menschen allein zu lassen und ihnen zuzumuten, Hand an sich zu legen. Bis vor wenigen Jahren weigerten sich Pfarrer, sie in geweihter Erde zu beerdigen.

Noch heute ächtet sie unsere Sprache in aller Regel mit Worten wir Selbstmord und Suizid. Freitod wäre zumindest in der sprachlichen "Regelung" eine Möglichkeit, die Freiheit zur Selbstbestimmung auch an dieser Stelle des Lebens zu gewähren.

Noch nie zu vor legten wir so großen Wert darauf, selbstbestimmt zu leben. Ist es also nicht längstens an der Zeit, auch selbstbestimmt sterben zu dürfen?


seniorbook hat alles Wichtige zur Patientenverfügung in einer Übersicht zusammengefasst unter www.seniorbook.de/patientenverfuegung

7 Kommentare

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jeder sol selber entscheiden wann er sterben möchte !!!
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Wenn ich sterben will, werde ich niemand um Hilfe fragen.
Bravo
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Es ist höchste Zeit.,denn niemand nimmt das, noch bevorstehende Leben, ab. Niemand sollte sich ueber meine Wünsche hinwegsetzen dürfen.. Krankheitsfolgen aussitzen zu muessen ist der falsche Weg. Hat keiner verdient.
Ja,aber das wollen die Christlichen Kirchen,so wollen,dass wir leiden
Eben immer noch Mittelalter
Ja tieftes Mittelalter,in Richtung Steinzeit
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