Mein Wort zum Sonntag: Solidarität mit den Superreichen?

News Team
Von News Team

Griechenland und kein Ende: Würden die Superreichen des Landes korrekt Steuern zahlen, bräuchten die Griechen keine Kredite. Weil sie das nicht tun, zahlen wir Mit-Europäer deren Steuern. Europäische Solidarität!
Eigentlich wollte ich nie wieder etwas über Griechenland schreiben, denn diese unendliche Geschichte kotzt nicht nur mich so langsam an. Aber im STERN vom 16.07.2015 erschien ein Leitartikel, der mir aus der Seele sprach und dessen Inhalt ich jetzt mit eigenen Worten widergeben will. "Griechenland blutet" schreibt der Chefredaktör, "aber seine Steuerflüchtlinge kommen ungeschoren davon." Es geht um das Geld, das den Griechen angeblich fehlt. Doch es fehlt ihnen nicht, sie haben es, nehmen es aber nicht. Es geht um die hinterzogenen Steuern der Superreichen.

Wo das Geld der Superreichen liegt

Reiche Griechen haben mehr als 200 Milliarden € auf geheimen Konten im Ausland gebunkert, als Bargeld, in Gold, in Aktien, und natürlich in Immobilien, auch im Lande selbst. 80 Milliarden liegen in der Schweiz, davon könnten nach Meinung von Fachleuten durch ein Abkommen mit der Schweiz (wie es auch andere Länder haben) bis zu 15 Milliarden € nach Griechenland fließen. Doch die griechische Regierung hat Verhandlungen mit der Schweiz auf Eis gelegt. Die Superreichen dürfen offenbar nicht angetastet werden.
Im Jahr 2010 schickte IWF-Chefin Christine Lagarde einen USB-Stick mit den Namen von 2000 Steuerflüchtigen an die griechische Regierung. Der Stick verschwand zwischen Akten. Zwei Jahre später druckte ein griechisches Magazin die 2000 Namen. Das endlich hatte Folgen: Der Chefradktör wurde verhaftet. Sigmar Gabriel schlug der Regierung in Athen vor, Konten von Steuerhinterziehern EU-weit zu sperren. Keine Antwort.

Wo noch mehr im Lande liegt

Aber es geht noch weiter. Die orthodoxe Kirche, der größte Immobilienbesitzer Griechenlands, beschäftigt 11.000 Priester. Und wer bezahlt die? Die Kirche, die genug Geld hätte? Aber nein: der griechische Staat. Mit anderen Worten: Wir, die anderen Europäer, die den Griechen Kredite geben, wir finanzieren deren Superreiche und deren Kirche. Dafür wird bei denen gespart, die das Geld dringen bräuchten: Die Renten werden gekürzt, die Steuern erhöht. Die Reichen (inklusive den Regierungsmitgliedern) bleiben ungeschoren. Dabei haben sie Griechenland in die Pleite getrieben. Die reiche Elite hat das Land mit jahrzehntelanger Vetternwirtschaft ausgeplündert. Und sie verdienen daran auch noch. Nur ein Beispiel:
Spiros Latsis, Spross einer der legendärsten griechischen Reederfamilien ist der zweitreichste Grieche. Sein Vater John verlieh seine Jacht gerne mal an George Bush, Prince Charles oder Marlon Brando und hatte beste Drähte zur saudischen Königsfamilie. Außer der väterlichen Tankerflotte besitzt er eine Immobilienfirma, eine der größten Ölraffinerien und die Eurobank, Griechenlands drittgrößtes Geldhaus. 2012 rettete Brüssel Athens Banken und schickte Latsis' Eurobank einen Scheck über 4,2 Milliarden Euro. Den wir bezahlen.

Warum werden sie geschont?

Wenn das griechische Volk mit diesen Zuständen einverstanden ist, können die anderen Staaten nichts dagegen tun. Der eigentliche Skandal aber liegt darin, dass diese Fakten in Verhandlungen praktisch nicht zur Sprache kamen. Die Superreichen werden von den europäischen Politikern geschont. Sollte das einen Grund haben?

2 Kommentare

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Das Problem liegt tiefer. Viele Kommentare basieren darauf, die Probleme nach mit dem System zu lösen , durch das sie entschanden sind. Hier sei A. Einstein zitiert (auch wenn er nur der Popstar der Wissenschaft war, Nikola Tesla war der wirklich große Erfinder und Entdecker): "Man kann Probleme nicht mit der Denkweise lösen, durch die sie entsanden sind. " In unserem globalen Finanzsystem bedeutet dies, es geht nicht darum das System "gerecht" oder "sozial" zu machen, sondern es abzuschaffen. Es ist ein Theaterstück, ein Brettspiel, eine Phantasie. Fünf Äpfel sind fünf Äpfel (Realität), ein Papierstück wo jemand 10 EUR draufschreib, ist fiktional, ausgedacht, willkürlich. Der das kann, kann auch sofort eine null dranhängen oder streichen, wie er will. Aber fünf Äpfel sind und bleiben fünf Äpfel. Wer bei "Verschwörungstheorie" zusammenzuckt, sollte erstmal den Mainstream bemühen um sich die Bestätigung zu holen, das die Welt wirklich von geheimen Vereinen beherrscht und versklavt wird. Das erklärt sehr gut Volker Pispers in "Bis neulich 2015" bzw "Volker Pispers über Kapitalismus", z.B. bei Youtube. Das Zins- und Zinseszinssystem ist ein Schneeballsystem, sprich Betrug. Das wird bestens erklärt auf Youtube in dem Trickfilm "Fabian der Goldschmied".
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Die Steuervermeidung von Superreichen ist ja ein generelles Problem.
In Deutschland leiden Millionen unter Hartz4, prekären Jobs und bald auch zunehmend unter Altersarmut und unsre Politiker, Bankenbosse und andere füllen sich gnadenlos ohne Gewissen die Taschen.
In Griechenland isses halt nur mal bisl in die Schlagzeilen gekommen zeitweise und schon jetzt isses ja ruhiger geworden diesbezüglich.
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