Perspektivlos ? Das muss nicht sein!

perspektivlos
perspektivlosFoto-Quelle: fdp-oldenburgerland.de

Irgendwann fragt man sich, was man denn mit seiner verbleibenden Lebenszeit alles anfangen könnte. Immerhin hat man als "Best-Ager" im Normalfall auch die Zeit dafür, das zu tun, was man all die langen Arbeitsjahre zwangsläufig vernachlässigt hat und unbedingt noch auf dem Plan hatte, bevor man sich ins Nirwana verabschiedet. Was das für Dinge sind, muss Jeder für sich selbst entscheiden, aber erstaunlicherweise entwickeln Einige von uns Pläne, die selbst in jungen Jahren nicht einmal zur Diskussion standen.

Noch einmal voll durchstarten - vielleicht alles hinter sich lassen und neu anfangen ? Manche kehren sogar jeder Zivilisation den Rücken und vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten, um ganz neue Grenzen für sich abzustecken. Vielleicht sind es die Glücklichsten von Allen, denn sie nehmen sich einfach das, was die Wenigsten so einfach bekommen. Ein völlig neues Leben.

Andere suchen sich neue Hobbies, bilden sich weiter oder kosten jede freie Minute aus. Das würde wohl die Mehrheit betreffen, denn man kann ja auch nur die vorhandenen Möglichkeiten nutzen. Was aber, wenn man seine Zeit nutzen muss, um das tägliche Überleben zu sichern? Ich denke, man müsste dazu erst einmal ausloten, was man wirklich braucht und was die Dinge sind, die man sich einfach als kleinen Wohlstand zugelegt hat. Die Wenigsten "brauchen" im Alter 150 qm Wohnfläche und auch der Benz vor der Tür ist nur ein Statussymbol, das man im Laufe der Jahre gegen die Freiheit, sich selbst zu verwirklichen, eingetauscht hat - nur um ein kleines bischen besser da zu stehen als der Nachbar.

Und selbst wenn Gesundheit und finanzielle Mittel begrenzt sind: Nachdem jahrelang die Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft erfüllt wurden, darf man auch einmal etwas egoistischer sein und nur an sich selbst denken. Man muss es nur wollen. Aufhören, als Rädchen im Getriebe zu funktionieren und eigenständig seine Runden drehen, bevor die Tigerente zum Nachziehen und Jim Knopf als diskussionswürdige Alternative in Betracht gezogen werden müssen, weil man plötzlich so verbraucht ist, dass man gar keine Lust mehr hat, etwas Neues anzupacken.

Nichts spricht dagegen, auch im Alter noch aktiv zu sein und der Welt zu zeigen, dass man noch da ist. Also Leute...nicht hinter dem Ofen verstecken, sondern am Leben teilnehmen. Ist gratis und unverbindlich...

19 Kommentare

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Wird hier nicht auch ein wenig Leistungsdruck ausgeübt, wie ihn die Menschen aus ihrem Berufsleben kennen?
"Du musst das und jenes machen, um dabei zu sein, du könntest ja was verpassen, dumm angesehen werden.....!"
Manche WOLLEN nach einem anstrengenden Berufsleben einfach auch nur ausruhen.
Früher, als die Großeltern noch in den Familien lebten, waren sie als Geschichtenerzähler für die Enkel, als Handlanger in Haushalt und Garten eine Bereicherung für die Familie. - Und ich kann mich an keine unglücklichen, unruhigen, getriebenen Großeltern erinnern.
Wenn man gesund ist und Lust und Laune hat, kann man sein Leben im Alter heute frei gestalten, auch wenn der geschichtenerzählende Großvater nicht mehr in ist - aber es darf kein Muss dahinter stehen.
Wem es Spaß und Freude macht, zu studieren, um die halbe Welt zu reisen, auszuwandern, umzuziehen, der soll es tun - aber nicht, weil man glaubt, mit dem Strom mitschwimmen und mit den Jungen mithalten zu müssen.
Wer sich da unter Druck gesetzt fühlt, hat den Beitrag nicht verstanden, denn es geht ja darum, was man tun KANN...
Peter , genauso habe ich ihn verstanden !!!!
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Wer das Wort "Perspektivlos" in den Mund nimmt, will seinen nächsten Angst machen. Perspektivlosigkeit gibt es nicht, solange es den Verstand gibt um nach Alternativen zu suchen. Wenn einem selbst nichts mehr einfällt, gibt es die Möglichkeit ein Brainstorming zu unternehmen. Es gibt immer Mittel und Wege nach Möglichkeiten zu suchen, um Lösungen für Probleme zu finden. Nur zu faul oder bequem darf man nicht sein.
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Ich konnte in meiner Jugendzeit nicht das ABI machen,nun hole ich es seit September per Fernstudium nach ab und zu bin ich Seniorengaststudentin in Leipzig,muß doch mitreden können,bei meinen Enkelkindern und Urenkeln man lernt nie aus sondern lernt immer dazu,Zeit ist vorhanden und so teuer ist das Studium auch nicht..nur Mut geht alles gut,mit 66 will ich studieren irgendetwas mit Recht..solange die Gesundheit mir dabei hilft,auch mit Rolli ist man Mobil
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Ein schöner Beitrag und nachdenkliche Kommentare.

Ich bin immer der Meinung, es gibt kein Richtig und kein Verkehrt wie jemand sein Leben im Alter führt. Wichtig ist, dass er sich dabei frei und glücklich fühlt mit dem wie sein Leben nun verläuft.

Die einen haben im 2. Dirttel ihres Lebens viel leisten müssen, körperlich und seelisch, so dass sie froh sind, nicht wieder hinter etwas herlaufen zu müssen, sondern frei wie ein Vogel mal dies und mal das machen dürfen, ohne feste Termine, ohne feste Verpflichtungen. Lesen, Seminare besuchen oder einfach kleine und große Ausflüge machen etc.

Manche Menschen brauchen ständig Aktionen, andere beschäftigen sich mit den Dingen des Lebens, zu denen sie in den Berufsjahren nicht gekommen sind, sie gehen neue Wege - denn auch in der Ruhe liegt die Kraft. Daher kann niemand sagen, mein Weg ist der interessanteste!

Wer im Berufsleben mit vielen Menschen zu tun hatte, ist jetzt froh, über sich und sein Leben selbst bestimmen zu können.
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Es gibt meines Erachtens da keinen Königsweg; jeder muß dies individuell nach seinen Fähigkeiten, finanziellen und gesundheitlichen Möglichkeiten für sich entscheiden.

Ich kenne viele Leute, die nach ihrer richterlichen Tätigkeit im Alter nach Pensionierung ihre Tätigkeit als Rechtsanwalt fortsetzen.
Sie halten es einfach zuhause nicht aus, das Beisammensein mit dem Partner bereitet große Probleme - Hobbies gibt es so gut wie gar nicht. Der Beruf war auch ihr Hobbie. Dann sterben sie, ohne richtig gelebt zu haben.

Ich kenne auch viele, die ganz früh in der Midlife-Krisis alles hingeschmissen haben und nach Trennungen die große Welt neu kennen lernen wollten. Nach kurzer Zeit sind sie an ihre finanziellen Grenzen gestoßen und landeten einsam in der Altersarmut.

Ich finde, ein richtiger individueller Mix ist wichtig. Ich plane meinen Lebensabschnitt im Alter in südlichen Gefilden, um Dinge eines schönen Urlaubs längerfristig erleben zu können. Spanien und Kroatien sind dafür vorgesehen. Ein großes Muß sind gesundheitliche Vorbeugungsmaßnahmen, um dies auch alles zu erreichen.

Jeder soll es auf seine eigene Art probieren oder nicht. Das Leben kann sehr vielseitig und abwechselungsreif sein, aber auch eintönig, einsam ohne viel Interessen.
Naja...wenn Einer im Job die Erfüllung seines lebens findet...!? Ich halte das aber kaum für denkbar. Man verpasst dabei so viel...
Leute in Spitzenpositionen fällt es manchmal sehr schwer, mit 65 Jahren eigentlich nichts mehr zu sagen zu haben. Und ich kenne einige davon, wie ich es beschrieben habe.

Sie fallen in ein Loch und kommen ganz schwer daraus. Deshalb sollte man sich schon 10 Jahre vorher bemühen, einen individuellen Ausgleich zu finden, damit das Leben im 3. Abschnitt richtig Spaß macht...
Ein guter Freund mit einer ehemaligen Stahlfabrik (Multimillionär) weiß nichts mit seinem Leben mehr anzufangen. Häuser in 5 Erdteilen, Kinder, Enkelkinder alles vom Feinsten kommt nicht mehr klar.

Alles ist für ihn kein Genuss - auch nicht wenn die Enkelkinder kommen. Er hat finanziell und beruflich alles denkbare erreicht.

Nun ist er wieder als kostenloser Beirat in seiner ehemaligen Stahlfabrik tätig und fühlt sich wohl. Aber dort braucht ihn eigentlich auch niemand - neue Besitzer denken ganz anders. Er beklagt sich immer über die neue Laptop-Generation in seiner ehemaligen Fabrik, wo er doch alles ganz anders erfolgreich gemanagt hat.

Er wird irgendwann jämmerlich an seinem Schreibtisch sterben - das wars...
Tja..die einmal so wichtige machtposition fällt plötzlich weg. Da kann ich mir gut vorstellen, dass es ein harter Schlag ist...
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Ich fang mit 62 nochmal neu an.....raus aus der Selbständigkeit nach 20 Jahren. Neue Arbeit, neue Umgebung inmitten von Weinbergen....und vorallem, meine freie Entscheidung.....
Bin schon zweimal neu angefangen..
Wenn es sich ergeben sollte würde ich es auch auch ein
drittes Mal wagen..
Heimat ist da wo man sich wohlfühlt.
Das sind für mich oft Menschen mit denen man einen Neuanfang wagen
möchte. Egal ob Kinder, Partner oder sonstige.
Für mich ist es auch nicht das erstemal. Wenn man merkt, daß es sich nicht mehr gut anfühlt, dann sollte man etwas ändern. Es gibt immer einen Weg.
So sehe ich das auch
Auf der Stelle zu treten macht unglücklich und krank.
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Peter, ein sehr guter Beitrag. Er regt zum Nachdenken an!
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manchmal ist älter werden auch recht mühevoll...
Eine Freundin von mir, sie ist 82 Jahre, sagt manchmal: "Älter werden ist nichts für Feiglinge!" - Sie ist immer noch eine sehr aktive Frau!
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