Warum Ärzte vor feuchtem Toilettenpapier warnen - und stattdessen diese Alternativen empfehlen

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Feuchtes Toilettenpapier nach dem Stuhlgang ist nach Ansicht von Medizinern nicht zu empfehlenFoto-Quelle: Glomex
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Von News Team

Feuchtes Toilettenpapier gilt als besonders hygienisch. Viele Menschen benutzen es, weil sie meinen, sich damit nach dem Toilettengang intensiv zu reinigen. Vor allem, wenn sie Probleme mit Brennen und Jucken am After haben.

Doch gerade dann sollten sie auf die meist mit Alkohol und Lotion getränkten Tücher verzichten. Mediziner raten von feuchtem Toilettenpapier ab.

"Es enthält oft Desinfektionsmittel und Duftstoffe, die die Haut reizen", sagt Dr. Bernhard Strittmatter, Vorsitzender des Berufsverbands der Coloproktologen in der "Apotheken-Umschau". Coloproktologen sind Experten für Erkrankungen des Enddarms, also etwa auch für Hämorriden.

Was der Mediziner stattdessen rät

Stattdessen empfiehlt der Arzt: Besser als feuchtes Toilettenpapier seien hautfreundliche Baby-Pflegetücher, die Reinigung mit klarem Wasser und das Trockentupfen mit weißem Toilettenpapier.

Im Video:

Mediziner warnen vor Toilettenpapier


Neben einer geringeren Reizung der Haut habe das einen weiteren Vorteil: Blutungen sind so demnach leichter zu erkennen. Denn diese sind oft erste Anzeichen für Hämorriden.

Auch Hautärzte sind von den Tüchern nicht begeistert

Wer nach dem Toilettengang Blut auf dem Toilettenpapier entdeckt, sollte einen Arzt aufsuchen, rät der Coloproktologe, damit der die Ursache für die Blutung abklären könne.

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Auch Hautärzte warnen vor einer "extremen Analhygiene" durch feuchtes Toilettenpapier. Der in den Tüchern enthaltene Alkohol sei viel zu aggressiv für die Haut und trockne sie aus, warnt der Münchner Dermatologe Dr. Timm Golüke in fitbbook.de. Die darin enthaltenen Duftstoffe könnten sogar zu einer unangenehmen Kontaktallergie mit Rötungen und juckenden Ausschlägen führen.

Gerade für die Haut in der Analregion sei es schlecht, wenn dort durch den Gebrauch von feuchtem Toilettenpapier eine "feuchte Kammer" entstehe. "Das kann die Entstehung von Infektionen begünstigen", so der Hautarzt.

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