Meningokokken: Katharina (19) verliert nach Hirnhautentzündung beide Füße - So könnt ihr helfen

Meningokokken: Katharina (19) verliert nach Hirnhautentzündung beide Füße -  ...
Meningokokken: Katharina (19) verliert nach Hirnhautentzündung beide Füße - So könnt ihr helfenFoto-Quelle: Pixabay (Symbolfoto)
News Team
Von News Team

Zunächst plagen einen womöglich Kopfschmerzen und Schüttelfrost, vielleicht noch Fieber. Könnte eine Grippe sein, die im Anmarsch ist. Völlig harmlos. Doch wenig später kämpft man um sein Leben. Bei einer Meningokokken-Erkrankung müssen Betroffene so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Die Infektion ist selten, pro Jahr gibt es in Deutschland rund 300 Meningokokken-Erkrankungen.

Umso ungewöhnlicher ist, dass es jetzt im oberbayerischen Landkreis Ebersberg vor den Toren Münchens eine auffällige Häufung gibt: Binnen weniger Tage sind hier zwei 19-Jährige an Meningokokken erkrankt. Beide kämpften auf der Intensivstation um ihr Leben.

Im Video:

Kind stirbt an Meningokokken-Infektion - was steckt wirklich hinter der oft unerkannten Krankheit?

Bei den Frauen kam es nach einer Hirnhautentzündung zu schweren Komplikationen. Einer der beiden mussten beide Füße amputiert werden.

Übertragung durch Husten oder Niesen

Die beiden Frauen haben offenbar nichts miteinander zu tun, laut Medienberichten kennen sie sich trotz gleichen Alters und der Nähe ihres Wohnorts nicht.

Meningokokken sind Bakterien im Nasen-Rachen-Raum. Etwa jeder zehnte Erwachsene trägt die Bakterien in sich, ohne daran zu erkranken. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion, also etwa durch Husten, Küssen oder Niesen leicht auf andere Menschen übertragen.

Auch interessant:

Schule trauert um toten Lukas: Bei diesen Symptomen sofort reagieren, weil es Meningitis sein kann


Schutz vor einer Meningokokken-Erkrankung bietet eine Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für alle Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten gegen die Serogruppe C. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Das sind erste Symptome

Die Krankheit äußert sich zunächst durch grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost). Manchmal gibt es auch Anzeichen für eine Blutvergiftung - etwa kalte Hände, kalte Füße, eine unnatürliche Hautfarbe oder starke Schmerzen in den Beinen.

Doch da die Symptome sehr unspezifisch sind und zunächst auf eine andere Krankheit wie etwa Grippe hinzuweisen scheinen, ist eine frühe Diagnose häufig schwierig. Viele Fälle bleiben am Anfang unentdeckt. Durch ein Antibiotikum versuchen Ärzte, den weiteren Krankheitsverlauf aufzuhalten.

Lesen Sie auch:

Berlin: Meningokokken im KitKat-Club - Hunderte suchen nach WARNUNG Klinik auf


Wenn es zu einer Erkrankung kommt, was selten ist, dann lösen die Meningokokken in den meisten Fällen eine eitrige Hirnhautentzündung aus, auch bekannt als Meningitis. Seltener kommt es zu einer Blutvergiftung (Sepsis), manchmal tritt beides auf.

Dies ist ebenfalls selten. Doch bei einer der beiden jungen Frauen, die jetzt in Oberbayern erkrankt sind, hat die Krankheit einen derart dramatischen Verlauf genommen: Sie erlitt eine so schwere Blutvergiftung, dass der 19-jährigen Katharina beide Füße amputiert werden mussten.

Spenden für Katharina, deren Füße amputiert werden mussten

"Man kann sich sicher vorstellen, was das für diese junge Frau bedeutet und auch für die Familie", schreibt eine Bekannte auf Facebook, wo sie einen Spendenaufruf für Katharina gestartet hat, der über die Arbeiterwohlfahrt (AWO) läuft.


"Um wenigstens die finanziellen Schrecken etwas mildern zu können", schreibt sie. "Geld wird benötigt unter anderem für Benzinkosten, Kur-Zuzahlungen, Prothesen, Rollstuhl, Umbauten und vieles mehr."

"Die netteste und liebenswerteste 19-Jährige, die ich kenne"

Jeder einzelne Euro werde bei der Familie ankommen. Katharina sei "die netteste und liebenswürdigste neunzehnjährige junge Frau, die ich kenne".

Das schwere Schicksal von Katharina bewegt die Region. Die 19-Jährige habe sich schon als Kind bei der Ebersberger Wasserwacht engagiert, sagte deren Vorsitzender dem "Münchner Merkur". So wie ihre ganze Familie: „Drei Generationen lang, bis zur Oma."

Jetzt, da Katharina, genannt Kathi, selbst Hilfe braucht, will die Wasserwacht ihr etwas zurück geben. Die Jugendgruppe hat beschlossen, beim Muttertagskaffee in Ebersberg am kommenden Sonntag für sie zu sammeln. Der komplette Erlös soll der 19-Jährigen und ihrer Familie zukommen.

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Die Kosten für Prothesen, Rollstuhl übernimmt die Krankenkasse, auch Kurzuzahlungen haben einen Höchstbetrag. Mit zwei amputierten Füßen gilt man für die Krankenkasse auch als chronisch Schwerkranker. Die Pflegekasse beteiligt sich auch an Umbauten.
Klar viel Papierkram!
Ich weiß wovon ich Schreibe, mein Mann ist durch Krankheit von jetzt auf gleich querschnittgelähmt gewesen und unser Einkommen um 2/3 gesunken.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, andere Leute um Geld zu bitten.
Wir haben das auch so geschafft!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren