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Rund 40.000 Menschen sterben jährlich an Herzschwäche

Hoffnung bei Herzinsuffienz: Neuartiger Test erkennt tückische Schwäche viel besser

Von News Team - Donnerstag, 06.06.2019 - 13:37 Uhr

Geschätzt leiden gut zwei Millionen Menschen in Deutschland an Herzinsuffizienz. Das Tückische ist, dass die Schwäche zunächst gar nicht auffällt, aber tödlich enden kann. Ein neuer Test macht nun Hoffnung, dass die Erkrankung zeitig erkannt wird.

Bei Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, das Blut so effektiv wie nötig durch den Körper zu pumpen. Sie fängt mit Schnaufen beim Treppengehen an und kann sich über Kurzatmigkeit bis hin zu Atemnot bereits bei kleinen Belastungen steigern. Weitere Symptome sind ständige Müdigkeit und Wassereinlagerungen, so genannte Ödeme.

Jährlich rund 40.000 Tote aufgrund von Herzinsuffizienz

Da sie schleichend beginnt, wird sie häufig erst spät diagnostiziert. Das hat fatale Folgen: Trotz verbesserter medizinischer Versorgung sterben noch immer rund 40.000 Menschen jährlich an Herzschwäche.

Forscher der Queen’s University Belfast haben jetzt auf der „British Cardiovascular Society Conference“ in Manchester einen Bluttest vorgestellt, der die Diagnose erheblich verbessern soll, wie die Universität in einer Pressemitteilung berichtete.

25 Biomarker statt einem

Statt anhand eines Proteins mit dem Namen B-Typ natriuretisches Peptid (BNP) soll die Krankheit nun anhand 25 zusätzlicher Biomarker festgestellt werden.

Die Problematik bisheriger Standard-Bluttests war, dass eine erhöhte Konzentration von BNP nicht nur auf das Risiko einer Herzinsuffizienz hinwies, sondern auch auf andere Arten von Herzproblemen. Abgesehen davon konnte der Wert durch Medikamente, Fettleibigkeit und das Alter verändert werden.

Neue Methode misst mehrere Proteine gleichzeitig

Unter Leitung der Mediziner Chris Watson und Claire Tonry wurde eine neue Methode entwickelt, die 25 Proteine gleichzeitig in Blutproben von Patienten misst – obwohl es normalerweise sehr schwierig sei, mehrere Biomarker auf einmal auszulesen.

"Vielversprechende Ergebnisse"

Wie eine Studie mit mehr als 400 Blutproben ergab, führte dies bereits zu einer verbesserten Diagnose von Herzinsuffienz. Wenn sowohl BNP als auch die 25 weiteren Proteine gemessen werden, scheint sich die Diagnose nochmals erheblich zu verbessern. „Die Ergebnisse des Tests sind vielversprechend, und wir führen jetzt weitere Forschungen durch“, sagte Claire Tonry. Das erfolgt in groß angelegten Tests mit Patientenproben aus Großbritannien, Irland, Frankreich, Griechenland und den USA.

Sonya Babu-Narayan, stellvertretende medizinische Direktorin der British Heart Foundation, zeigte sich hoffnungsvoll. Zwar sei es noch zu früh für ein Urteil, doch wenn neue Bluttests wie diese eine frühere und genauere Diagnose ergäben, könnten Menschen mit Herzinsuffizienz zeitiger behandelt werden. „Ihre Symptome könnten so besser behandelt werden, damit sie länger erfüllt und aktiv leben können.“

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