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In Deutschland leben rund 50 Mückenarten.

Mücken: Was Sie über Mückenschutz, allergische Reaktionen und Behandlung wissen sollten

Von News Team - Freitag, 14.06.2019 - 14:57 Uhr

Das milde und feuchte Wetter in Deutschland bietet Mücken derzeit beste Brutvoraussetzungen. An Seen und entlang der Flussufer gibt es bereits eine hohe Larvenpopulation.

Am Ammersee bei München musste wegen schwarzen Mückenschwaden am Wochenende ein Fußballspiel abgebrochen werden. Ein Mann kam ins Krankenhaus. Für den Landkreis Karlsruhe forderte FDP-Politiker Christian Jung sogar die Ausrufung des Katastrophenfalls und den Einsatz der Bundeswehr, um den Mücken Herr zu werden.

Im Video | Das solltet ihr jetzt über Mücken wissen

Droht uns in diesem Jahr eine Mückenplage wie 2017? Alles hängt von der Witterung ab.

Folgende Faustregel gilt: Trockene Hitze = wenig Mücken; feuchte Wärme = viele Mücken


wize.life beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die lästigen Plagegeister:

  • Welche Mittel helfen zuverlässig gegen Stiche?
  • Welche Vorkehrungen kann man treffen, um möglichst nicht gestochen zu werden?
  • Und warum reagieren immer mehr Menschen extrem auf Mückenstiche?

Nur die Weibchen stechen

Weltweit gibt es ca. 3500 Mückenarten, in Deutschland leben rund 50. Einige wenige können Krankheiten übertragen wie bspw. Die asiatische Tigermücke oder die asiatische Buschmücke.

Mücken leben maximal vier Wochen. Während sich die männlichen Exemplare von Nektar und Pflanzensäften ernähren, benötigen die Weibchen alle drei bis vier Tage frisches Blut, um ihre Eier zu bilden, informiert "tropeninstitut.de". Als Wirt gelten Menschen und Tiere.

In ihrem kurzen Mückenleben legen die Weibchen drei bis viermal Eier – fast ausschließlich an stehenden Gewässern oder Flussufern. Damit aus den Eiern schließlich Larven schlüpfen, muss es rund zwei Wochen lang sehr milde Temperaturen geben.

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Manche Menschen werden mehr gestochen als andere

Mücken reagieren auf den Geruch des Menschen. Das ausgeatmete oder über die Poren abgesonderte Kohlendioxid können die Insekten aus mehr als 30 Metern wittern.

Der Verzehr bestimmter Lebensmittel kann den Geruch beeinflussen. So lockt Reis bspw. mehr Mücken an, während Kohl abweisend wirkt. Auch Substanzen wie Milchsäure, Ammoniak, Fettsäuren oder Schweiß erzeugen einen Duft, den Mücken anziehend finden. Da jeder Mensch eine unterschiedliche Zusammensetzung dieser Gerüche hat, werden manche weniger gestochen als andere.

Der Einsatz von Mückenschutzmitteln, sogenannten Repellents, kann den Eigengeruch verfälschen und damit die Plagegeister fernhalten. Auch die Optik spielt eine Rolle. So wirkt dunkle und gelbe Kleidung auf Mücken wie ein Magnet.

Immer mehr extreme Reaktionen auf Mückenstiche

Für die meisten Menschen ist ein Mückenstich keine große Sache. Doch immer mehr reagieren mit extremen Rötungen, Schwellungen und starkem Juckreiz. Warum ist das so? Die Experten sind sich uneinig.

Bei einem Mückenstich ritzt das Tierchen die Haut an und injiziert mit dem Rüssel Speichel in die Einstichstelle. Der Speichel dient dazu, dass das Blut nicht gerinnt und die Mücke es so heraussaugen kann. Proteine im Speichel sorgen beim Menschen für Histaminausschüttung, um den fremden Stoff zu bekämpfen, so Ursula Sellerberg, Sprecherin der Bundesapothekenkammer. Darauf reagiert jeder Mensch unterschiedlich.

Manche Experten vermuten, dass der Mückenspeichel Insektizide enthält, gegen die die Tiere bereits resistent sind. Diese Giftstoffe sorgen für stärke Abwehrreaktionen der Menschen. Einen wissenschaftlichen Hinweis gibt es dafür jedoch bislang nicht.

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Einsatz von Insektiziden umstritten

Bewährt hat sich bei Mückenplagen der Einsatz von BTI (Bacillus thringiensis israelensis). Das Bakterium ist für den Menschen ungefährlich. Es zerstört den Darm der Larve und verhindert so, dass die Mücken überhaupt schlüpfen.

Voraussetzung für die Anwendung des Mittels sind 50 Larven pro Liter Wasser. Am Chiemsee in Bayern wird BTI laut "Merkur" bereits seit 20 Jahren erfolgreich eingesetzt. Allerdings nicht unumstritten.

Die Kosten der Mückenbekämpfung bewegen sich im sechsstelligen Bereich. Und Naturschützer argumentieren, dass auch Mücken Lebewesen seien, zur Nahrungskette gehören und daher nicht getötet werden sollten.

So schützen Sie sich vor Mückenstichen

Moskitonetze, Fliegengitter, lange, helle Kleidung können helfen, dass einen die stechfreudigen Plagegeister nach Möglichkeit verschonen.

Noch besser helfen allerdings Mückenschutzmittel (Repellents). Die WHO empfiehlt den Wirkstoff DEET, der auch von Stiftung Warentest das beste Urteil erhalten hat. Alle vier Stunden aufgetragen, hilft der Wirkstoff zuverlässig. Kinder und Schwangere sollten lieber auf Icaridin ausweichen. Auch ätherische Öle wie Teebaum, Zitronellengras oder Lavendel haben eine ähnliche Wirkung. In Risikogebieten reichen Öle als Abwehr jedoch nicht aus.

Weitere Hausmittel wie das Laub der Tomatenpflanze, Rosmarin, Minze, Zitronenmelisse oder Basilikum gelten zwar als Mücken-abwehrend, haben laut Stiftung Warentest aber kaum einen Effekt.

Am besten sollten die Mückenschutzmittel ca. 20 Minuten nach dem Sonnenschutz aufgetragen werden.

Extra-Tipp: Planschbecken, Gießkannen und Regentonnen regelmäßig leeren bzw. abdecken. Wer einen Gartenteich hat, sollte Goldfische darin halten. Sie fressen die Mückenlarven (tropeninstitut.de).

Was tun bei Mückenstichen?

Hat es einen erwischt, lautet die Devise: Nicht kratzen, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen. Wer den Juckreiz nicht aushält, kann auf den Stich klatschen oder kühlende Cremes, Gele oder Aloe Vera auftragen.

Auch Spucke, Apfelessig, eine Zitronenscheibe oder eine halbe Zwiebel lindern den Juckreiz, so Christine Eichler, Chefärztin des Evangelischen Zentrums für Altersmedizin in Potsdam im "Spiegel".

Mückenatlas zeigt Mückenvorkommen

Wer genau wissen will, welche Mückenarten sich wo in Deutschland tummeln, kann dies im Mückenatlas nachlesen.

Dort werden von Bürgern gesammelte und eingeschickte Mücken untersuchte und festgestellt, ob die einzelnen Exemplare Krankheitserreger weitergeben können.

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4 Kommentare

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Ich verteile Teebaumöl auf der Fensterbank und den Rahmen .... das funktioniert ganz gut
Teebaumöl? Hab ich zu Haus! Dankefür den Tipp!!
das probiere ich auch aus - hab früher, wenn mal wieder Läuse im Kindergarten waren immer Teebaumöl auf die Haare, Mütze und Jacke von meinem Sohn geträufelt, das soll die Läuse nämlich abhalten - er hatte auch nie welche
Nelkenöl wirkt auch. Hatten wir immer auf Bettwäsche getropft ....
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