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HPV-Impfung schützt wirksam gegen Gebärmutterhalskrebs - auch Ungeimpfte pro ...

HPV-Impfung schützt wirksam gegen Gebärmutterhalskrebs - auch Ungeimpfte profitieren

News Team
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Von News Team

Seit 2007 ist die Impfung gegen Humane Papillomaviren in Deutschland möglich, in Anspruch nehmen sie hierzulande allerdings vergleichsweise wenige Mädchen und Frauen. Die Viren gelten als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Jetzt wurde in einer Metastudie belegt, dass die Impfung das Risiko erheblich reduziert – und auch ungeimpfte Menschen davon profitieren.

Dies geschieht durch die sogenannte Herdenimmunität: Dadurch, dass geimpfte Menschen immun gegen die Viren sind, verbreiten sie sich weniger und das Risiko für ungeimpfte Bevölkerungsgruppen sinkt.

HPV-Varianten 16 und 18 besonders gefährlich

Humane Papillomaviren (HPV) können durch (Schleim-)Hautkontakt übertragen werden, meist geschieht dies beim Sexualverkehr. Die Infektion an sich bleibt unbemerkt und muss auch keine spürbaren Folgen nach sich ziehen. Manche der mehr als 200 Stämme führen zu unangenehmen, aber harmlosen Warzen im Genital-, After- oder Mundbereich. Andere lösen bösartige Gewebewucherungen aus, wobei die HPV-Varianten 16 und 18 ein besonders hohes Risiko mit sich bringen, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Zahl der Krebserkrankungen nimmt ab

In Deutschland wurde 2014 nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 4600 Frauen diese Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, Tendenz sinkend, was auch mit einer besseren Vorsorge inklusive Einführung der Impfung zu tun hat.

Individuelles Risiko sinkt

Studien haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass die so genannte HPV-Impfung das individuelle Risiko einer Krebserkrankung senkt.

Folgen nationaler Impfprogramme

Ein internationales Forscherteam um Mélanie Drolet von der Université Laval in Quebec analysierte nun die Folgen nationaler Impfprogramme auf die jeweilige Bevölkerung. Über die im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Ergebnisse berichten unter anderem die Pharmazeutische Zeitung und Spiegel Online.

Infektionsraten sanken eindeutig

Die Wissenschaftler werteten 65 Studien aus Deutschland und 14 weiteren Wohlstandsländern aus, die insgesamt etwa 60 Millionen Menschen umfassen. Sie verglichen die Zeiträume vor und nach Einführung der Impfung. Fünf bis acht Jahre nach Einführung der Impfung fanden sie folgende Ergebnisse vor:

  • HPV-Infektionen: Bei Mädchen im Alter von 13 bis 19 Jahren sanken Infektionen mit HPV16 und HPV18 um 83 Prozent, bei Frauen von 20 bis 24 Jahren um 66 Prozent (im Mittel). Bei den Mädchen reduzierten sich außerdem Infektionen mit HPV- 31, 33 und 45 um 54 Prozent.
  • Anogenitalwarzen: Die Diagnosen von Warzen an Anus und Genitalien sanken bei Mädchen von 15 bis 19 Jahren um zwei Drittel (67 Prozent), bei Frauen von 20 bis 24 um ein Drittel (31 Prozent), bei Jungen von 15 bis 19 um die Hälfte (48 Prozent) und bei Männern von 20 bis 24 Jahren um ein Drittel (32 Prozent).
  • Tumorvorstufen: Die Diagnosen von mittelgradigen bis gravierenden Tumorvorstufen (CIN2+) sanken bei Mädchen von 15 bis 19 Jahren um die Hälfte (51 Prozent), bei Frauen von 20 bis 24 Jahren um knapp ein Drittel (31 Prozent).

Schutz hängt von Impfrate im Land

Die Schutzeffekte hängen den Forschern maßgeblich vom jeweiligen Impfprogramm: davon, wie hoch die Impfrate ist und ob verschiedene Jahrgänge geimpft wurden. In Ländern mit hoher Durchimpfung wurden etwa 87 Prozent weniger Anogenitalwarzen bei 15- bis 19-Jährigen (beide Geschlechter) diagnostiziert. Die Diagnose von Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sank um 57 Prozent.

Deutschland: Weniger als die Hälfte der Mädchen geimpft

Die Impfung wird in Deutschland für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen – inzwischen wurde sie auch auf Jungen erweitert, um die Infektionsherde zu begrenzen. Sie soll möglichst vor dem ersten Sex und einer damit verbundenen möglichen Infektion erfolgen. Die Impfrate bei Mädchen fällt mit etwa 45 Prozent vergleichsweise gering aus.

Wichtig zu wissen: Die Impfung ersetzt nicht den regelmäßigen PAP-Abstrich beim Frauenarzt, ab 35 Jahren mit dem HPV-Test kombiniert, da sie kein 100-prozentiger Schutz ist.

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