Aids-Erreger: Mäuse erstmals von HIV geheilt

HI-Viren unter dem Elektronenmikroskop - eine Infektion lässt sich durch Med ...
HI-Viren unter dem Elektronenmikroskop - eine Infektion lässt sich durch Medikamente in Schach haltenFoto-Quelle: Hans R. Gelderblom/Robert Koch Institut; Kolorierung: Andrea Schnartendorff/RKI
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Aids ist bisher nicht heilbar. Doch es gibt Fortschritte: War die HIV-Infektion, die zu Aids führen kann, noch vor Jahren ein sicheres Todesurteil, lässt sie sich inzwischen durch Arzneimittel in Schach halten. Die Medikamente allerdings müssen Patienten ihr Leben lang einnehmen. Denn bisher gibt es keine Möglichkeit, den Erreger im Körper der Erkrankten vollständig zu zerstören.

Das ist jetzt Forschern nach eigenen Angaben erstmals gelungen - bisher allerdings nur bei Mäusen.

Bei ihnen haben Wissenschaftler den Aids-Erreger HIV vollständig aus dem Erbgut entfernen und damit 9 Tiere (von 13 behandelten) heilen können. Bei ihnen war der Virus nach der Therapie nicht mehr nachweisbar - woran Medikamente bisher scheitern. Dies gilt als erster wichtiger Schritt bei der Entwicklung eines Heilmittels gegen Aids.

Forscher sprechen von "Durchbruch"

Von einem entscheidenden "Durchbruch" spricht Dr. Kamel Khalili, der an der gemeinsamen Studie von Wissenschaftlern der Temple University in Pennsylvania und der Universität von Nebraska beteiligt war, deren Ergebnisse jetzt im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht worden sind.

Denn es zeigt zum ersten Mal seit Ausbruch der Aids-Epidemie vor 40 Jahren, dass die Krankheit heilbar ist

so der Neurovirologe.

Die Methode der Forscher basiert auf einer Kombination moderner Medikamente (LASER ART) mit der Genschere CRISPR/Cas9. Dafür wurden die Mäuse "humanisiert", was bedeutet: Ihnen wurde menschliches Knochenmark gespritzt, um so das menschliche Immunsystem zu imitieren.

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Jetzt stehen weitere Versuche an - als nächstes bei Primaten: „Wir haben jetzt einen klaren Pfad zu Versuchen an Affen und möglicherweise klinischen Studien bei Menschen binnen eines Jahres“, so Khalili.

In Deutschland leben rund 86.000 Menschen mit dem HI-Virus, schätzt das Robert Koch-Institut in Berlin. Wird eine HIV-Infektion nicht behandelt, kann sich die Immunschwäche Aids entwickeln.

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