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Die Braune Hundezecke breitet sich hierzulande aus

Forscher warnen: Gefährliche Braune Hundezecke nistet sich in Wohnungen ein und vermehrt sich rasant

Von News Team - Donnerstag, 11.07.2019 - 11:33 Uhr

Die Braune Hundezecke ist eigentlich in südlicheren Gefilden beheimatet, allerdings findet man sie immer häufiger auch in Deutschland. Tückisch: Sie liebt warme Wohnungen und kann schnell zu Plage werden. Außerdem kann sie schwere Krankheiten auslösen.

Um die 25 Grad und trocken hat sie es am liebsten, die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). „Anders als unser Gemeiner Holzbock kann die Braune Hundezecke sehr gut in Wohnungen überleben“, sagt Katrin Fachet vom Fachgebiet Parasitologie der Uni Hohenheim.

Heimisch ist sie eigentlich im Mittelmeerraum und Nordafrika, in unseren warmen und vor allem trockenen Wohnungen gefällt es ihr also sehr gut.

Zecke wird schnell zu Plage

Einmal eingenistet, könne die Braune Hundezecke sehr schnell zur Plage werden. Während ein Holzbockweibchen bis zu 2000 Eier legt, sind es bei einem Hundezeckenweibchen bis zu 4000. „Innerhalb weniger Monate hat man dann schnell mehrere Tausend Zecken in der Wohnung“, warnt Katrin Fachet.

Forscher sehen Gesundheitsrisiko in Zecken

Wie der Name schon besagt, befällt die Hundezecke normalerweise Hunde. Doch liefert der Wirt nicht genügend Nahrung, kann sie auch auf Menschen gehen.

FSME oder Borreliose-Erreger wurden bei der Braunen Hundezecke bislang nicht festgestellt. Allerdings kann die Zeckenart bei Hunden schwere Erkrankungen auslösen – auch auf den Menschen übertragbare Krankheiten wie das Mittelmeer-Fleckfieber.

Was tun bei Befall?

„Wenn Sie annehmen, dass es in Ihrem Haushalt zu einem Befall mit den Braunen Hundezecken gekommen ist, sollten Sie sich mit einem Experten zu dieser Art in Verbindung setzen, der Sie beim weiteren Vorgehen beraten kann“, empfiehlt Katrin Fachet. „Werden in Eigeninitiative die falschen Maßnahmen ergriffen, kann es zu einer erheblichen Verschlimmerung des Befalls mit stark erhöhtem Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier kommen.“

Forschungsprojekt: Zeckenbefall Universität melden

Die Zeckenart wurde ursprünglich von Urlaubern mit Hunden nach Deutschland gebracht. Da sie allerdings auch bei Hunden auftaucht, die ihren Hof nie verlassen haben, vermutet Ute Mackenstedt, Zecken-Expertin an der Universität Hohenheim, dass sie hierzulande bereits Fuß gefasst hat.

Die Forscherin bittet darum, einen Befall ihr und ihrem Team zu melden. Es geht darum, die Zeckenart besser zu erforschen. Auch die Betroffenen profitieren: „Wir wollen die betroffenen Fälle gerne betreuen – vom Anfang bis zum Ende des Befalls“, sagt Mackenstedt.

Bei einem möglichen Befall einfach eine E-Mail mit Bild der Zecke an hundezecken@uni-hohenheim.de senden.

Daneben ruft die Parasitologie der Universität Hohenheim dazu auf, gefangene Exemplare der auffälligen Hyalomma-Zecke einzusenden. Alle Informationen zur Hyalomma unter: zecken.uni-hohenheim.de/hyalomma

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