Bettwanzen im Urlaubsgepäck: So verhindern Sie, dass sich die Blutsauger bei Ihnen zuhause einnisten

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Bettwanzen sind keine Anzeichen für mangelnde Hygiene
Bettwanzen sind keine Anzeichen für mangelnde Hygiene
News Team
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Gerade jetzt in der Urlaubssaison ist das Problem wieder allgegenwärtig: Bettwanzen sind weltweit auf dem Vormarsch. Ein Grund dafür ist der Tourismus. Denn die winzigen Blutsauger reisen im Gepäck mit - und breiten sich so rasant aus. Nicht nur in Hotels und Hütten in den Alpen, sondern auch in Privathaushalten.

Denn bereits ein einziges befruchtetes Weibchen im Koffer oder Rucksack reicht aus, um zuhause, in den eigenen vier Wänden, einen Befall auszulösen.

IM VIDEO: So breiten sich Bettwanzen rasant aus

Doch mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen können Reisende verhindern, dass es soweit kommt.

So können Reisende einem Befall vorbeugen

Reisende sollten "unter allen Umständen" verhindern, dass Bettwanzen in die eigenen vier Wände gelangen können, heißt es vonseiten des Umweltbundesamts. Die Experten der Behörden raten vorbeugend zu diesen Maßnahmen:

  • vor der Übernachtung das Zimmer nach Bettwanzen und ihren Spuren absuchen
  • auf schwarze Kotspuren an Steckdosen, Lichtschaltern, Lampen oder Nachttischen achten/li] [li]Gepäck sollte grundsätzlich verschlossen aufbewahrt werden
  • Koffer und Rucksäcke in größtmöglicher Entfernung zum Bett abstellen

Gibt es Hinweise auf Bettwanzen, sollte unbedingt ein anderes Zimmer verlangt werden. Wer erst nach der Übernachtung feststellt, dass es die Tiere dort gibt, muss das Reisegepäck sorgfältig untersucht werden.

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Dafür sollten Koffer oder Rucksäcke zuhause in einer Badewanne ausgepackt werden - auf diese Weise können fliehende Tiere sofort entdeckt werden. Andere Experten raten, Koffer in Plastik einzuwickeln und sie einige Wochen an einen warmen Ort zu stellen. Danach krabbeln die ausgehungerten Parasiten heraus und können eingesammelt werden.

Auf Nummer sicher gehen

Um ganz sicher zu gehen, dass man aus dem Urlaub keine Bettwanzen mitgebracht hat, sollte Wäsche bei mindestens 45 Grad gewaschen und zuvor einige Stunden in Seifenlauge eingeweicht werden, schreibt der "Spiegel".

Kleidungsstücke, die nicht zu heiß gewaschen werden dürfen, sollten in Plastik eingepackt ein paar Tage ins Gefrierfach gelegt werden.

Wanzen-Spuren auf Souvenirs

Auch auf Gegenständen oder im Urlaub gekauften Souvenirs können Bettwanzen lauern. Das Umweltbundesamt rät, diese Gegenstände auf Spuren der Parasiten abzusuchen, bevor man sie kauft. Entdeckt man diese Spuren erst zuhause in der Wohnung, sollte der befallene Gegenstand fest verpackt werden, so dass keine Tiere entkommen können, und dann weggeworfen werden.

Mit mangelnder Hygiene haben Bettwanzen übrigens nichts zu tun, weil sie sich an Stellen verstecken, die man auch beim Wohnungsputz nicht erreichen kann.

So erkennt man Bettwanzen

Ob es in euren vier Wänden Bettwanzen gibt, könnt ihr ganz einfach feststellen. Ein deutliches Anzeichen, sind winzige braune Krümel - der Kot der Wanzen - auf weißen Laken. Die Tiere selbst sind rötlichbraun, haben keine Flügel und einen stark abgeplatteten Körper. Sie sind zwischen 4 und 8,5 Millimeter groß, frisch geschlüpft sind die Wanzen allerdings kaum einen Millimeter groß und kaum zu erkennen.

Hilfsmittel des Umweltbundesamts für die Identifizierung von Bettwanzen
UmweltbundesamtHilfsmittel des Umweltbundesamts für die Identifizierung von Bettwanzen

Können Betroffene einen Befall selbst bekämpfen?

Ist eine Wohnung von Bettwanzen befallen, bleibt nur der Ruf nach einem Schädlingsbekämpfer. Nur so kann man sichergehen, dass sich keine Eier mehr in der Wohnung befinden, denn Wanzen sind resistent gegen gängige Pestizide. Nur von einem Schädlingsbekämpfer "können wirksame Insektizide oder Wärmebehandlungen adäquat durchgeführt und so ein Bettwanzenbefall erfolgreich beseitigt werden", heißt es in einer Info-Broschüre des Umweltbundesamts.

Dass Bettwanzen immer mehr zum Problem werden, dass bestätigt auch die Biologin Carola Kuhn, Schädlingsexpertin beim Umweltbundesamt der Nachrichtenagentur dpa. Unterkünfte weltweit haben demnach mit den Quälgeistern zu kämpfen.

Seit den Neunzigerjahren beobachtet man weltweit eine Zunahme beim Auftreten dieser Wanzen

so Kuhn.
"Die wesentliche Ursache für die Zunahme wird darin gesehen, dass sie resistent sind gegen Wirkstoffe, deshalb schwerer zu bekämpfen sind und sich stärker ausbreiten."

Bettwanzen-Plage auf Hütten - das plant der Alpenverein

Auch der Deutsche Alpenverein (DAV) berichtet von einer regelrechten Plage auf den Hütten und hat angekündigt, seine Hütten in dieser Saison deutlich besser gegen Bettwanzen zu schützen als bislang. Hüttenwirte rüsten sich nun beispielsweise mit Mikrowellengeräten, hellblauen Decken und besonderen Säcken für das Gepäck gegen die Wanzen.

Wanzenbisse lästig, aber ungefährlich

Da die Sauger sich von Menschenblut ernähren, fallen sie nachts über ihre Wirte her und können unangenehme Stiche verursachen. Tagsüber sind die Wanzen meist nicht zu sehen, sie ziehen sich zurück und kriechen nachts, angelockt vom Geruch, der Wärme und dem Atem des Menschen, aus ihren Löchern.

Auf Bisse reagieren die Menschen unterschiedlich. Manche bemerken überhaupt nichts, andere bekommen juckende Quaddeln und Rötungen. Das ist zwar unangenehm, aber glücklicherweise nicht gefährlich. Denn die Wanzen können keine Krankheiten übertragen.

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