Dreimal pro Woche Fisch essen, soll das persönliche Darmkrebs-Risiko um zwölf Prozent reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung Lyon. Der gesundheitliche Effekt gilt nicht nur für fetten Fisch wie Lachs und Makrelen, sondern überraschenderweise für alle Sorten.
Die Forscher analysierten die Ernährung von 476.160 Testpersonen mit Hilfe von Fragebögen. 15 Jahre später wurde die Befragung wiederholt. In der Zwischenzeit waren 6291 an Darmkrebs erkrankt.
Es stellte sich heraus, dass die Personen, die dreimal wöchentlich Fisch (359,1 g) gegessen hatten, ein um zwölf Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko hatten als diejenigen, die weniger als 63,49 g zu sich genommen hatten. Wer ausschließlich auf fette Fischsorten zurückgegriffen hatte, senkte sein individuelles Risiko nur um zehn Prozent. Schalentiere hatten keinen gesundheitlichen Effekt.
Fettsäuren hemmen Krebswachstum
Laut "Daily Mail" gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Fettsäuren im Fisch Entzündungen im Körper reduzieren, die wiederum Krebs begünstigen. Bekannt war bis dato nur, dass Omega-3-Fettsäuren in fettem Fisch das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Dr. Marc Gunter, Leiter der Gruppe für Ernährungsepidemologie am IARC sagte:
Unsere Forschung zeigt, dass Fischessen das Darmkrebs-Risiko verringert und als Teil einer gesunden Ernährung gefördert werden sollte.
Rolle von Nahrungsergänzung unklar
Allerdings lässt die Studie noch einige Fragen offen. So wurde beispielsweise nicht berücksichtigt, wie sich Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl auf das Darmkrebs-Risiko auswirken. Zudem seien die "biologischen Gründe, aus denen der Verzehr von Fisch das Risiko potenziell senkt", nicht vollständig geklärt, so Dr. Anna Dianz Font, Leiterin der Forschungsförderung am "World Cancer Research Fund", der die Studie finanzierte.
Trotzdem ist Lisa Wilde von der Organisation "Bowel Cancer UK" überzeugt, dass kleine Änderungen des Lebens- und Ernährungsstils dazu beitragen, das Darmkrebs-Risiko zu senken.
Vollkorn, Ballaststoffe und Fisch in die Ernährung einzuschließen; ein gesundes Körpergewicht haben; regelmäßige körperliche Aktivitäten; das Vermeiden von verarbeitetem Fleisch und das Einschränken von rotem Fleisch können einen echten Unterschied bewirken.
Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Untersuchung im Fachblatt "Clinical Gastroenterology and Hepatology".
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