HEPATITIS-A-VIREN und NOROVIREN in Tiefkühlbeeren - Verbraucherzentrale schlägt Alarm

Tiefkühlbeeren können gefährliche Viren enthalten.
Tiefkühlbeeren können gefährliche Viren enthalten.Foto-Quelle: Pixabay
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Wer sich gerne mal bei Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren und ähnlichem aus der Tiefkühltheke bedient, sollte besser vorsichtig sein. Denn wie die Verbraucherzentrale NRW nun warnt, können diese Hepatitis-A-Viren oder Noroviren enthalten.

Generell sollte man bei Tiefkühl-Beeren vorsichtig sein, denn da können Hepatitis-A-Viren oder Noroviren drin sein. Die sollte man deshalb vor dem Essen erhitzen - oder besser gleich frische, gewaschene Beeren nehmen

schreibt die Verbraucherzentrale NRW auf Facebook.

Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat Beeren ins Visier genommen. Diese können nämlich nicht nur Krankheitsträger, sondern etwa durch Pestizide stark belastet sein, wie Ergebnisse aus verschiedenen Untersuchungen der Lebensmittelüberwachung zeigten.

Demnach können vor allem Erdbeeren aufgrund ihres Kontaktes zum Erdboden unterschiedlich stark mit Mikroorganismen belastet sein. Neben für den Menschen ungefährlichen Keimen können auch Zoonoseerreger auf die Erdbeeren gelangen. Zoonoseerreger sind Krankheitserreger, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden und bei diesem Erkrankungen auslösen können.

Die Tiere scheiden manche dieser Erreger über den Kot aus, was zu deren Verbreitung in der Umwelt und unter Umständen zu einer Kontamination von pflanzlichen Lebensmitteln führt.

Viren in Tiefkühlkost

Tiefgefrorenes Beerenobst wird in großen Mengen importiert und besonders für die Herstellung von Produkten wie Fruchtjoghurt, Konfitüre, Eiscreme oder Backwaren verwendet. Mit Hepatitis-A-Viren oder Noroviren kontaminierte tiefgefrorene Beeren waren schon mehrfach Auslöser von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen.

So etwa im Jahr 2012 in Deutschland, als tausende Kinder und Jugendliche erkrankten, nachdem sie in der Schulspeisung mit Noroviren belastete tiefgekühlte Erdbeeren aus China verzehrt hatten. Der Vorfall führte dazu, dass anschließend in die EU importierte Tiefkühl-Erdbeeren aus China verstärkt kontrolliert wurden.

Darum sind Noroviren so gefährlich

Noroviren gehören zu den Caliciviren, die sich durch eine besondere Zähigkeit (Tenazität) auszeichnen. Das heißt, dass sich die Viren selbst noch bei Temperaturen um -20 Grad Celsius über einen Zeitraum von zwei Jahren halten können.

Die Inkubationszeit der von den humanen Noroviren beim Menschen ausgelösten Erkrankung beträgt rund 10 bis 50 Stunden. Die Krankheitssymptome können sich dann jedoch bereits innerhalb weniger Stunden entwickeln. Es kommt zu einer Gastroenteritis mit plötzlich auftretendem Durchfall und Erbrechen. Das führt oft zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten. Daher sind besonders Kinder und ältere Menschen gefährdet.

Meist besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen

Die gute Nachricht: Die Erkrankung verläuft meist kurz, wenn auch ziemlich heftig. Sie klingt nach ein bis drei Tagen meistens wieder ab. Erbrechen kommt über 50 Prozenten der Patienten vor, gerade bei Jugendlichen. Erwachsene leiden mehr an Durchfall.

Beeren immer waschen

Aufgrund der Rückstände und möglichen mikrobiologischen Verunreinigungen empfiehlt das Bundesamt für Verbraucherschutz, frisches Beerenobst wie auch anderes Obst vor dem Verzehr gründlich zu waschen, um die Belastung entsprechend zu vermindern.

Da es nachweislich bereits zu Infektionen des Menschen, beispielsweise mit Viren, über den Verzehr von tiefgekühlten Beeren gekommen ist, wird empfohlen, diese vor der Verwendung in Süßspeisen, Kuchen oder Getränken zu erhitzen, um die möglicherweise vorhandenen krankheitsauslösenden Erreger zu entfernen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät insbesondere empfindlichen Verbrauchergruppen wie Kleinkindern, älteren und immungeschwächten Menschen sowie Schwangeren, Tiefkühlbeeren in jedem Fall nur ausreichend erhitzt zu verzehren.

(Quelle: Verbraucherzentrale NRW, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)

autoren wize.life

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