Max-Planck-Institut: Bluttest soll verraten, wie hoch euer Sterberisiko in d ...

Neuer Bluttest soll vorhersagen, wie hoch Ihr Sterberisiko in den nächsten Jahren ist

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Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns in Köln haben nach eigenen Angaben einen neuen Bluttest entwickelt, der mit 83-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen kann, ob Patienten innerhalb der nächsten 10 Jahre versterben werden.

Für die Entwicklung des Tests analysierten die Kölner Forscher zusammen mit Wissenschaftlern aus den Niederlanden Blutproben von 44.168 Studienteilnehmern im Alter von 18 bis 109 Jahren. Von den Probanten waren 5.512 im Laufe des Untersuchungszeitraums verstorben. Die Forschungsergebnisse wurden nun im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht.

Die Studie ließ 14 Biomarker im menschlichen Blut erkennen, die mit verschiedenen Faktoren wie Blutzucker, Fettwerten, Entzündungen und dem Immunsystem und dadurch auch mit dem Sterberisiko in Verbindung stünden. In der Zukunft könnten Bluttests also eine weitaus präzisere Berechnung des Todesrisikos in den nächsten 5 bis 10 Jahren ermöglichen als herkömmliche Messungen, so die Forscher.

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Wichtiger Schritt zu einer individuelleren Medizin

Bevor der Test auch klinisch einsatzbar ist, seien weitere Untersuchungen zwar zwingend notwendig, doch die Erkentnisse seien nichtsdestotrotz ein wichtiger Schritt zu einer besseren Bestimmung des biologischen Alters eines Menschen, sowie einer individuelleren Behandlung, erklärt Professorin Eline Slagboom, eine der Studienleiterinnen. In einem Interview mit RTL spricht sie über das Ziel des Projekts:

Als Altersforscher wollen wir das biologische Alter bestimmen, denn das kalendarische Alter sagt nicht viel über den allgemeinen Gesundheitszustand älterer Menschen aus: Ein 70-Jähriger ist gesund, während ein anderer bereits an drei Krankheiten leiden kann. Nun stehen uns aber eine Reihe von Biomarkern zur Verfügung, mit denen wir gefährdete ältere Menschen identifizieren und dann entsprechend behandeln könnten.

Auch Mediziner, die selbst nicht an der Studie beteiligt waren, sprechen sich für die neue Untersuchungsmethode aus. So zum Beispiel Professor Florian Kronenberg vom Institut für Genetische Epidemiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck gegenüber "welt.de". Kronenberg bemängelte, dass in der heutigen Medizin "ständig" Entscheidungen fielen, die meist auf nur "relativ wenigen Daten" basierten. "In Zukunft wäre die Vorhersage aufgrund Tausender Daten wohl präziser, wenn auch niemals hundertprozentig treffsicher", führt er aus.

Mediziner äußert ethische Bedenken

Laut "welt.de" äußerte Kronenberg jedoch auch ethische Bedenken über eine genaue Vorhersage der Morbiditäts-Wahrscheinlichkeit von Patienten. Die genaue Berechnung des Sterberisikos führe aus finanziellen Gründen möglicherweise zur einer Diskriminierung von Risikopatienten.

Es steht zu befürchten, dass kommerzielle Interessen für manche Firmen eine Versuchung darstellen werden, die dann den betroffenen Patienten und dessen Arzt mit den Ergebnissen solcher Tests alleine lassen werden. Solche Fehlentwicklungen haben wir beim Einsatz genetischer Daten durchaus bereits erlebt.

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