Geschlechtskrankheit Chlamydien: verbreitet, aber häufig unbemerkt

Geschlechtskrankheit: Chlamydien bleiben oft unbemerkt - Symptome und Behandlung

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Häufig bleibt der Befall mit Chlamydien unerkannt. Dabei zählen Infektionen mit den Entzündungen auslösenden Bakterien zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Nur: Der Befall zeigt keine auffälligen Auswirkungen. Ohne Behandlung können Chlamydien zu Unfruchtbarkeit führen.

Seit Ende der 90-er Jahre ist ein Anstieg der Chlamydien-Infektionen beobachtet worden, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet. Überwiegend sind Frauen in der Altersgruppe zwischen 16 und 19 Jahren und Männer zwischen 20 und 24 Jahren betroffen. In Deutschland sind Infektionen mit Chlamydien bisher nicht meldepflichtig, daher kann die Verbreitung nur geschätzt werden. Jährlich erkranken demnach rund 300.000 Menschen neu, wobei die Dunkelziffer erheblich höher ausfallen könnte.

Infektionen an Schleimhäuten

Die Chlamydien-Bakterien können Infektionen an Schleimhäuten auslösen. Die am häufigsten auftretende Bakterien-Art ist die Chlamydia trachomatis. Die Keime siedeln sich beispielsweise am Gebärmutterhals, in der Harnröhre, im Enddarm und After an, können sich aber auch auf den Rachen- und Augenbereich ausweiten, wie die Experten von „familienplanung.de“ erläutern.

Tückisch: Da bei Frauen 70 bis 80 Prozent der Infektionen ohne Symptome ausfallen und bei Männern etwa die Hälfte, bleiben sie häufig unentdeckt. Deshalb wird sie auch eine "stille Krankheit" genannt.

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Wie die Ansteckung erfolgt

Die Bakterien werden über ungeschützten Geschlechtsverkehr – vaginal, oral und anal – übertragen. Ein gewisses Risiko stellt auch die gemeinsame Nutzung verunreinigten Sexspielzeugs dar. Auch bei der Geburt können Chlamydien von der Mutter auf das Kind übertragen werden, weshalb Schwangere getestet werden.

Mögliche Beschwerden im Falle einer Infektion:

  • Jucken und Brennen in Scheide, Penis oder Anus
  • Gefühl, ständig zur Toilette gehen zu müssen
  • Jucken und Brennen beim Wasserlassen
  • Bei Frauen: Ausfluss, leichte Blutungen während und nach dem Geschlechtsverkehr, Zwischenblutungen. Worst Case: Entzündung und Verkleben der Eileiter, die unfruchtbar macht
  • Bei Männern: Ausfluss am Penis. Worst Case: Entzündung von Hoden und Prostata, die zur Unfruchtbarkeit führt

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Was tun im Falle einer Infektion?

Wer befürchtet, betroffen zu sein, sollte zum Arzt gehen, der einen möglichen Chlamydienbefall mit einer Urinuntersuchung oder durch einen Abstrich untersucht. Wenn es Anzeichen einer Infektion gibt, zahlt die Krankenversicherung. Im Falle einer Infektion helfen Antibiotika binnen wenigen Wochen.

Währenddessen sollte man auf Sex verzichten. Sexualpartner sollten mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

Vorbeugen - Test bis zum 25. Lebensjahr

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten einen kostenlosen Test für Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr an, wie "familienplanung.de" berichtet.

Vorbeugen gegen eine Infektion lässt sich nicht hundertprozentig. Einen hohen Schutz bieten korrekt angewendete Kondome. Erstmals wurde jetzt außerdem ein Impfstoff getestet, dessen Entwicklung allerdings noch dauert.

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