Nach Brustkrebs-Diagnose bei Manuela Schwesig - Das Wichtigste von Symptome bis Heilung

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Von News Team

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat aufgrund einer Brustkrebs-Diagnose ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin niedergelegt. Damit ist sie statistisch gesehen eine von etwa acht Frauen, die diese Diagnose im Laufe ihres Lebens erhalten: Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Was Sie über Heilungschancen und Früherkennung wissen sollten.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – und sie nimmt weiter zu: Seit den 1980er-Jahren stieg die Zahl etwa auf das Doppelte. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft wird jährlich in den Industrienationen ungefähr 69.000 Mal die Diagnose „Mammakarzinom“ bei einer Frau diagnostiziert.

Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter. Jüngere Frauen sind nur selten betroffen, ab dem 40. Lebensjahr erhöht sich das Risiko, ab dem 70. Lebensjahr sinkt es wieder ab.

Heilungschancen sind gut - bei rechtzeitiger Diagnose

„Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar“, sagte Manuela Schwesig, 45 Jahre, am Dienstag, als sie die Öffentlichkeit über die Diagnose unterrichtete.

In der Tat sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen heilbar, die Sterberate sinkt kontinuierlich. Je früher der Krebs erkannt wird, umso besser stehen die Chancen zu überleben. Fünf Jahre nach der Diagnose sind noch 87 Prozent der Patientinnen am Leben. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt jedoch, dass sich noch längere Zeit nach Beseitigung des Tumors Metastasen bilden können, weshalb eine konsequente Nachsorge besonders wichtig sei.

Und tatsächlich sterben jährlich in den Industrieländern noch mehr als 17.850 Frauen an Brustkrebs.

Mögliche Symptome für Brustkrebs

  • Hautveränderungen: Gemeint sind Veränderungen in der Hautstruktur, etwa wenn die Haut der Brust an eine dicke Orangenschale erinnert oder rund um Brustwarzen schuppig ist, ähnlich wie extrem trockene Haut nach einem Sonnenbrand.
  • Dellen, Buckel oder Beulen auf der Brust
  • Flüssigkeitsaustritt: Wenn aus Brustwarzen Flüssigkeit austritt, ist dies zwar in vielen Fällen nicht in einer Krebserkrankung begründet. Doch es kann auch ein Signal für Brustkrebs sein. Deshalb unbedingt beim Arzt abklären lassen. Mitunter sind die Brustwarzen gerötet oder eingezogen.
  • Ungewöhnliche Vergrößerung der Brüste: Gefährlich wird es, wenn sich die Größe plötzlich ändert.
  • Knoten in Brust: Knötchen sind meist schmerzlos, fühlen sich fest an und lassen sich nicht bewegen.
  • Färbung der Brust: Wenn die Brust gerötet, oder lila-bläulich gefärbt ist wie bei einer Prellung - obwohl Sie sich nicht gestoßen haben.
  • Geschwollene Brüste oder geschwollene Teile der Brust
  • Geschwollen Lymphknoten in der Achselhöhle

Wichtig: Die Symptome können Anzeichen sein, sie können aber auch einen harmlosen Hintergrund haben. Bitte vom Arzt abklären lassen.

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Früherkennung: Tipps für das eigene Abtasten der Brust

Frauen sollen einmal monatlich – am besten nach der Regel – ihre Brüste abtasten. Das sollte ernst genommen werden, denn durch die regelmäßige Kontrolle werden Frauen für Veränderungen ihrer Brüste sensibilisiert. Und tatsächlich werden die meisten Tumore von den Frauen selbst entdeckt. Tipps für die eigene Vorsorge:

  • Bester Zeitpunkt ist eine Woche nach Beginn der Periode, da dann das Gewebe besonders weich ist. Das Drüsengewebe kann ein wenig angeschwollen sein.
  • Nehmen Sie sich genug Zeit.
  • Außer den Brüsten sollten Sie Lymphknoten in den Achselhöhlen (bei gesenktem Arm), am Schlüssel- und Brustbein systematisch abtasten und darauf achten, ob sich an der Oberfläche und in der Tiefe des Gewebes (mit mehr Druck tasten) etwas verändert hat.
  • Weiter sollten Sie Form und Größe der Brust und Brustwarzen kontrollieren und die Brustwarze vorsichtig drücken, um zu überprüfen, ob Flüssigkeit austritt.

Die Krebsgesellschaft rät, die komplette Untersuchung danach noch einmal im Liegen zu wiederholen.
Hinweis: Wenn Sie Ihre Brüste erstmals abtasten, kann das Gewebe knubbelig vorkommen.
Und: Keine Panik, falls sie einen Knoten entdecken. Die meisten Tumore stellen sich nach der Analyse als sind gutartig heraus.

Die Vorsorge-Leistungen der Krankenkassen:

  • Frauen zwischen 30 und 49 und ab 70 Jahren: Krebsvorsorge einmal im Jahr.
  • Frauen zwischen 50 und 69 Jahren: Zusätzlich zur jährlichen Tastuntersuchung werden Frauen alle zwei Jahre zum Mammografie-Screening eingeladen – manche Experten sehen die regelmäßige Mammografie aufgrund der Strahlenbelastung allerdings kritisch.
  • Früherkennung bei erblicher Vorbelastung und Vorliegen einer Genveränderung: Für Frauen, in deren Familie gehäuft Brustkrebs in jungem Alter vorkommt und bei denen eine genetische Veränderung im BRCA1- oder BRCA2-Gen nachgewiesen wurde, wird ab dem 25. Lebensjahr alle sechs Monate eine Tast- und Ultraschalluntersuchung und einmal pro Jahr eine Kernspintomografie empfohlen. Zudem soll ab dem 40. Lebensjahr ein- bis zweijährlich eine Mammografie vorgenommen werden.

Im Video:

Grafische Darstellung: So entsteht Krebs im Körper


Wie sich Brustkrebs bildet

Die Brust besteht aus Drüsen-, Binde- und Fettgewebe. In den Drüsenläppchen ("Loboli") bildet sich nach der Geburt von Babys Milch, die durch die Milchgänge ("Duktus") zur Brustwarze fließt. Die häufigste Form von Brustkrebs ist das so genannte duktale Karzinom, das von den Zellen gebildet wird, die die Milchgänge bilden. Daneben kann der Ausgangspunkt in den Zellen der Drüsenläppchen liegen. Da über die Lymphbahnen Gewebeflüssigkeit abfließt, können sich Tumorzellen auch in den Lymphknotenstationen nachweisen lassen.

Was, wenn der Krebs gestreut hat?

Voraussetzung für die dauerhafte Heilung von Brustkrebs ist, dass der Tumor – etwa durch OP, Chemotherapie und Bestrahlung - vollständig zerstört wird. Dies gelingt am besten, wenn sich noch keine Metastasen in andere Körperregionen gebildet haben. Hat der Tumor bereits gestreut, besteht nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft mit den heute bekannten Behandlungsmethoden keine Aussicht auf vollständige Heilung. In diesem Fall wird versucht, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität möglichst hoch zu halten. Die Überlebensdauer hängt unter anderem von der Bösartigkeit des Tumors und des Ortes, an dem sich die Metastasen gebildet haben, ab.

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Weitere Informationen zu Brustkrebs finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft oder beim Krebsinformations-Dienst.

1 Kommentar

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Ich wünsche Manuela Schwesig das SIE die Krankheit besiegt und für Ihre Kinder und Familie wieder unbeschwerte Tage erleben darf.
Das wünsche natürlich allen kranken Menschen, die an an einer schweren Krankheit leiden.
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