Bei Parkinson sterben Nervenzellen im Hirn allmählich ab

Hoffnung im Kampf gegen Parkinson: Prostata-Medikament schlägt an

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Der Wirkstoff Terazosin, der normalerweise zur Therapie einer gutartigen Prostatavergrößerung verwendet wird, könnte einen Durchbruch in der Parkinson-Forschung bringen. Ein internationales Forscherteam hat einen positiven Nebeneffekt des Alpha-Blockers entdeckt. Demnach soll der Wirkstoff auch geschädigte Hirnzellen vor dem Absterben schützen.

Laut "BBC" soll das Fortschreiten der Krankheit damit verlangsamt, eventuell sogar gestoppt werden können.

Bei Parkinson sterben Nervenzellen im Gehirn ab, die für die Bewegung zuständig sind. Betroffen sind vor allem jene Zellen, die den Botenstoff Dopamin bilden und übertragen. Mit der Zeit versteift der Patient, Bewegungen fallen ihm immer schwerer. Bislang können lediglich die Symptome behandelt werden, eine Heilung gibt es nicht. Noch nicht?

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Enzym bremst Absterben der Nervenzellen

In Tierversuchen stellten die Wissenschaftler fest, dass Terazosin das Enzym PGK1 aktiviert, das wiederum das Absterben der Nervenzellen bremsen oder sogar stoppen kann. Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich bei einem Test an Patienten.

Untersucht wurden Tausende Männer mit einer gutartigen Prostatavergrößerung und Parkinson, die in zwei Gruppen aufgeteilt waren. 2880 Parkinson-Patienten (1. Gruppe) nahmen Terazosin oder wirkungsähnliche Medikamente ein. 15.400 Patienten (2. Gruppe) erhielten gegen ihre Prostatavergrößerung ein anderes Mittel.

Das Ergebnis: Bei der 1. Gruppe traten weniger Symptome der Parkinson-Erkrankung auf als bei der Kontrollgruppe. Auch das Fortschreiten der Krankheit wurde positiv beeinflusst.

Vielversprechende Ergebnisse

Laut Studienleiter Dr. Michael Welsh sei es zwar noch zu früh, von einer Heilungsmöglichkeit zu sprechen, die Ergebnisse hätten jedoch das Potenzial, die Leben vieler Parkinson-Patienten zu verändern.

"Heute gibt es keinerlei Therapien, die neurodegenerative Erkrankungen heilen können. Das ist furchtbar. Denn dadurch, dass die Menschen immer älter werden, wird auch Parkinson in Zukunft häufiger auftreten. Deshalb ist es sehr aufregend, auf diesem Gebiet zu forschen", so Welsh.

Um zweifelsfrei feststellen zu können, dass der Wirkstoff Terazosin tatsächlich den Verlauf von Parkinson beeinflussen kann, sind noch weitere Studien nötig.

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