Unterschätztes Risiko: Diabetiker erkranken doppelt so häufig an Depressionen

Diabetiker leiden häufig unter Depressionen.
Diabetiker leiden häufig unter Depressionen.Foto-Quelle: Pixabay
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Mit Diabetes, insbesondere mit dem Typ 2, werden viele Begleiterkrankungen in Verbindung gebracht, von Bluthochdruck bis Nierenversagen. Dazu kommt allerdings, dass Diabetiker ein erhöhtes Risiko haben, an Depressionen zu erkranken.

„Diabetiker sind zwei- bis dreimal häufiger von Depressionen betroffen“, sagt Marion Hagemann-Goebel, Leiterin des Zentrums für Verhaltensmedizin an der Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll. Ihr zufolge steigt die Suizidgefahr bei Diabetes-Patienten um 50 Prozent im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Auch sei das Risiko für Demenzen durch Gefäßverengungen erhöht, es gebe häufiger Essstörungen. „Und bei schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder bipolaren Erkrankungen verkürzt sich die Lebenserwartung.“

Diabetes-Behandlung durch Depressionen erschwert

Allein in Hamburg leben der Expertin zufolge rund 150.000 Diabetiker. Geschätzt zehn Prozent litten an einer behandlungsbedürftigen Depression.

"Was viele nicht wissen: Depressionen beeinflussen auf fatale Weise den Diabetes. Bei kaum einer anderen chronischen körperlichen Erkrankung liegt der Einfluss auf den weiteren Verlauf so sehr in der Hand der Patienten", sagt Hagemann-Goebel.

IM VIDEO: Warum Diabetes und Depressionen oft zusammenhängen


„Teufelskreis entsteht“

Diabetiker müssten oft mehrmals täglich ihre Medikamentendosis auf die Nahrungsaufnahme und die Alltagsaktivitäten abstimmen. Das erfordere ein hohes Maß an Wissen, Selbstkontrolle, sozialer Unterstützung und eine gute psychische Verfassung. Seelische Belastungen könnten den Blutzucker in Turbulenzen bringen. „Das kann dazu führen, dass Patienten ihren Diabetes als unkontrollierbar erleben und noch mehr in Stress geraten. Ein Teufelskreis entsteht, der nicht selten den Beginn einer Depression markiert.“

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Abgesehen davon kann gerade Altersdiabetes durch strenge, gesunde Ernährung entgegengewirkt werden, was psychische Probleme allerdings erschweren.

Das Special-Interest-Portal diabetes-news.de verweist außerdem darauf, dass anhaltende Depressionen umgekehrt das Risiko erhöhen, Diabetes zu entwickeln.
Mehr Informationen über diesen Zusammenhang finden Sie hier.

2 Kommentare

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"Abgesehen davon kann gerade Altersdiabetes durch strenge, gesunde Ernährung entgegengewirkt werden, was psychische Probleme allerdings erschweren."

Ich würde mal gerne wissen, was man als "gesunde Ernährung" bei Diabetes Typ 2 überhaupt versteht. Ich denke Diabetologen ernähren sich meist auch nur mischköstlich und halten ihre eigene Ernährung, sofern man etwas Obst und Gemüse hinzufügt für "streng gesund". Ich sehe das aber anders. Meiner Meinung nach ist Diabetes Typ 2 eine Fettkrankheit. Andere Primaten konsumieren weit weniger Fett (viel weniger Tierprodukte, keine Kuhmilch, keine Pflanzenöle) und keinen raffinierten Zucker. Vielleicht sollte man statt einer "streng gesunden Ernährung" sich mal auf die Suche nach der "artgerechten Ernährung" des Menschen machen. Schaut was die Menschen alles im Supermarkt aufs Transportband legen. Das ist doch alles nur Dreck. Kommt Diabetes Typ 2 im Tierreich vor? Warum nicht? Ach ne liegt ja bestimmt am Stress und an zu wenig Bewegung. Nein, es ist meiner Meinung nach die Ernährung. Aber gerne darf man sich weiter selbst belügen.
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