Babys ohne Hände: Contergannetzwerk schockiert - Protest gegen Untätigkeit mit Online-Petition

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Babys ohne Hände: Contergannetzwerk fordert anonymisiertes Zentralregister für AufklärungFoto-Quelle: Pixabay
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Von News Team

In einem Krankenhaus in Gelsenkirchen sind in den vergangenen Monaten mehrere Kinder ohne Hände geboren worden. Schnell wurden weitere, ähnliche Fälle bekannt - auch in Frankreich. Das Contergannetzwerk Deutschland zeigt sich schockiert. Der Verein setzt sich für ein Zentralregister ein und hat nun eine Online-Petiton gestartet.

Das bundesweit tätige Contergannetzwerk fordert, dass Vorkehrungen getroffen werden, um Ursachen für solche Schädigungen möglichst schnell herauszufinden, so dass diese frühestmöglichst abgestellt werden können, wie der Verein am Freitag mitteilte.

"Wir sind tief schockiert, dass es nach fast 60 Jahren nach dem Conterganskandal immer noch nicht gelungen ist, ein solches Frühwarnsystem zu installieren", erklärte der Bundesvorsitzende des Contergannetzwerkes Christian Stürmer.

Stürmer weiter: "Bei Fällen solcher Fehlbildungen hört man von öffentlichen Stellen zwar ein tiefes Bedauern - nach dem Motto: `Tut uns leid - Nichts Genaues weiß man nicht!`".

Recherchen von Focus Online hatten ergeben, dass es sich bei den drei Kindern in Gelsenkirchen nicht um Einzelfälle handelt. Das sind die inzwischen bekannt gewordenen ähnlichen Fälle:

  • Mülhausen: März 2017 - Junge ohne linke Hand geboren
  • Dorsten: Frühjahr 2019 - Junge ohne Finger an einer Hand geboren
  • Datteln: Sommer 2019 - Kind mit fehlgebildeter Hand geboren
  • Gelsenkirchen: zwischen Mitte Juni und Anfang September 2019 drei Kinder mit jeweils einer fehlgebildeten Hand geboren

Als Ursache vermuten Mediziner Infektionen während der Schwangerschaft sowie Abschnürungen der Hände im Mutterleib. Abschließend geklärt sind diese jedoch nicht. In Frankreich, wo besonders viele Fälle im ländlichen Raum aufgetreten sind, stehen etwa auch in der Landwirtschaft verwendete Pestizide unter Verdacht.

"Es wird aber Zeit", fordert der Contergannetzwerk-Vorsitzende Stürmer, "dass endlich aus der Vergangenheit gelernt wird. Denn wir wissen, was es heißt, mit Gliedmaßenschädigungen zu leben und es ist uns ein Herzensanliegen Menschen vor einem solchen Schicksal zu bewahren."

Contergannetzwerk startet Petition

Der Verband fordert zum einen ein Zentralregister, in dem in anonymisierter Weise Fälle von Kindern mit Fehlbildungen registriert werden. Zum anderen soll, nach dem Willen des Contergannetzwerkes, eine Arbeitsgruppe dieses Register begleiten und im Falle, dass Kinder mit Fehlbildungen geboren werden, die entsprechenden Ursachen ermitteln und möglichst schnell eingreifen, so dass weitere gleichartige Fälle vermieden werden.

Christian Stürmer ruft dazu auf, bei der Online-Petition mitzumachen.

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