Alarm in deutschen Kinderkliniken: Versorgung schwer kranker Kinder oft nicht mehr gewährleistet

Dramatischer Personal- und Bettenmangel in Kinderkliniken.
Dramatischer Personal- und Bettenmangel in Kinderkliniken.Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Die Versorgung von akut und chronisch schwer kranken Kindern ist in Deutschland vielerorts nicht mehr zuverlässig gewährleistet. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt eine Studie der Universität Köln, bei der 50 Beschäftigte an Kinderkliniken befragt wurden. Schuld daran sei der finanzielle Druck, infolgedessen in der als defizitär geltenden Kindermedizin seit Jahren an allen Ecken gespart werde. Dies führe zu einer gravierenden "Patientengefährdung".

"Kliniken haben immer weniger Betten und immer weniger Personal, um kritisch kranke Kinder zu behandeln", so Dr. Florian Hoffmann, Oberarzt der Interdisziplinären Kinderintensivstation am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München in einer Mitteilung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

"Immer öfter müssen Kinder in Kliniken umgeleitet werden, die mehr als 100 Kilometer vom Wohnort entfernt liegen."

Kindermedizin als lästiges Anhängsel in Krankehäusern

Bei der Befragung gaben die Beschäftigen in Einzel- und Gruppeninterviews an, dass es trotz gestiegener Patientenzahlen und immer komplexerer Krankheitsbilder zu kürzeren Aufenthaltszeiten in den Kliniken komme.

Einer der Befragten sagte laut "Ärzteblatt": "Heute ist die Kindermedizin ein defizitäres Anhängsel an einem Großklinikum, das man irgendwie braucht, das man aber versucht, so klein wie möglich zu halten." Denn die Kinderheilkunde bringe kein Geld ein. Im Gegenteil. Je größer die Kinderheilkunde werde, umso mehr Geld verliere man.

Größter Mangel bei der Kinderintensivmedizin

Besonders prekär ist die Lage offenbar in der Kinderintensivmedizin. Hier mangelt es - vor allem in der kalten Jahreszeit - an Personal und Betten.

"Im Winterhalbjahr sind die Engpässe besonders dramatisch. Wir stehen jeden Tag vor der Frage, welchen Kindern wir absagen und welche wir aufnehmen, so Hoffmann weiter. Es graue ihm "jetzt schon davor, was wir den Kindern und Eltern wieder zumuten müssen".

Politiker sind in der Pflicht, etwas zu ändern

Der Oberarzt fordert die Politik auf, endlich zu handeln, damit man in einem der reichsten Länder der Welt die flächendeckende Versorgung der Kinder wieder sicherstellen kann. "Die Entscheider in der Politik und in den Klinikleitungen sind aufgefordert, Kindern das ihnen zustehende Höchstmaß an Gesundheitsvorsorge zukommen zu lassen."

Zudem brauche es auch eine "gesellschaftliche Diskussion darüber, was uns die Behandlung von Kindern wert ist".

Dias Problem in der Pädiatrie in Deutschland bestehe nicht erst seit gestern. Umso dringender sei es, jetzt endlich zu handeln. So sei auch eine deutliche Verbesserung der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sowie der Bezahlung der Pflegekräfte notwendig.

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eine Folge der Sozialisierung unseres Landes durch des Mergelregime und ihren Häschern!
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