► Video
Oft ist das Grundgelenk der großen Zeh von einem Gichtanfall betroffen.

Wohlstandkrankheit Gicht: Nützliche Tipps, um schmerzhafte Anfälle einzuschränken oder zu verhindern

News Team
Aktualisiert:
Von News Team

Ein akuter Gichtanfall kommt meistens in der Nacht. Gelenke, häufig der große Zeh, schmerzen so sehr, dass selbst die Berührung mit der leichten Bettdecke zur Qual wird. Unbehandelt kann ein Anfall ein bis zwei Wochen anhalten. Doch selbst wenn man Medikamente gegen den Schmerz einnimmt, der zweite Gichtanfall ist nur eine Frage der Zeit.

wize.life erklärt, was sich hinter der Stoffwechselerkrankung verbirgt, wer besonders betroffen ist und wie man Anfälle verhindern kann.

"Gicht entsteht durch eine Störung des Purinstoffwechsels. Dabei sammelt sich zu viel Harnsäure in unserem Blut an", informiert die Techniker Krankenkasse.

IM VIDEO|So können Sie Gichtanfälle einschränken oder verhindern

Purine sind organische Substanzen, die im Körper zu Harnsäure umgewandelt werden. Diese Substanzen bilden wir einerseits selbst, andererseits werden sie über die Nahrung aufgenommen.

Bei einem erhöhten Harnsäurespiegel entstehen Harnsäurekristalle (Uratkristalle), welche sich in Gelenken, Sehnen, Schleimbeutel aber auch der Niere ablagern. Die Folge sind Gichtanfälle, bei denen die betroffenen Gelenke anschwellen und stark schmerzen. Auf Dauer kann es zu Bewegungseinschränkungen, Verformungen der Gelenke und chronischen Schmerzen kommen.

Gicht durch Lebensgewohnheiten und Ernährung beeinflussen

Die Krankheit betrifft vor allem ältere Menschen, Männer häufiger als Frauen. Wer erblich vorbelastet ist, hat ein erhöhtes Risiko ebenfalls zu erkranken. Doch auch Lebens- und Ernährungsgewohnheiten können Gicht begünstigen oder hemmen.

Folgende Faktoren können einen Gichtanfall auslösen (Quelle: TK):

  • Verzehr großer Mengen purinreicher Lebensmittel (z. B. Wurst, fettes Fleisch, Innereien, fetter Fisch, Erbsen, Rosenkohl, Spargel)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum (besonders Bier)
  • Zu viel Säfte und Softgetränke mit viel Fruchtzucker
  • Körperlicher Stress (durch Verletzungen, Infekte oder ungewohnte Anstrengungen)
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Zu schneller und hoher Gewichtsverlust durch Erkrankungen selten auch durch Null-Diäten

Therapie bei akuten Gichtanfällen

Mittel- und langfristig lohnt es sich, auf eine purin- und fettarme Ernährung umzustellen. Viel trinken (2-3 Liter pro Tag), regelmäßige Bewegung und ein dauerhafter Body-Mass-Index (BMI) unter 25 sind ebenfalls zu empfehlen.

Im Akutfall helfen allerdings nur Schmerzmittel. Üblicherweise werden Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika) oder Colchicin verordnet. Auch Kortison kann Abhilfe schaffen. Da betroffene Gelenk sollte geschont und mit kühlen Umschlägen behandelt werden.

Um künftige Gichtanfälle zu vermeiden, setzen viele Ärzte auf Urikostatika als Dauerbehandlung. Die Medikamente hemmen die Umwandlungen der Purine in Harnsäure. Welche Therapie die richtige für Sie ist, muss der Arzt entscheiden.

LESEN SIE AUCH
Genetische Ursachen für Gicht entschlüsselt - Forscher hoffen langfristig auf neue Therapien

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren