Lieferengpass bei Propofol - In Krankenhäusern wird jetzt wichtiges Narkosemittel knapp

Das Narkosemittel Propofol kommt bei Operationen täglich zum Einsatz.
Das Narkosemittel Propofol kommt bei Operationen täglich zum Einsatz.Foto-Quelle: Pixabay
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In Deutschland wir das wichtige Narkosemittel Propofol knapp. Grund dafür sind offenbar Lieferprobleme bei einem der beiden großen Hersteller des Narkotikums.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schätzt die Lage als "sehr dramatisch" ein. Einige Kliniken überlegen bereits, auf andere Narkoseverfahren umzustellen. Doch das birgt Nachteile für Patienten.

Das Narkosemittel wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als unentbehrliche Arznei eingestuft, in Deutschland wird es knapp: „Die Lage spitzt sich zu“, sagte Götz Geldner, Präsident des Deutschen Anästhesistenverbands (BDA) der "Bild".

„Wenn der Hersteller weiter nicht liefern kann, haben wir ein echtes Problem – vor allem kleinere Kliniken und niedergelassene Ärzte. Ich kenne mindestens zwei Kollegen, die ab Ende Dezember nicht mehr weiterarbeiten können, wenn sich nichts tut", so der Mediziner gegenüber der Zeitung.

Lieferprobleme bei einem großen Hersteller

Grund dafür sind demnach Lieferschwierigkeiten bei mindestens einem der beiden großen Hersteller des Narkotikums, schreibt die Zeitung und beruft sich auf eine Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

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Sollte einer der beiden großen Hauptlieferanten längere Zeit ausfallen, hätte dies „erhebliche Auswirkungen auf die Klinikversorgung“, heißt es. Laut DKG denken einige Kliniken bereits darüber nach, auf andere Narkoseverfahren umzustellen.

Andere Narkotika sind mit Nachteilen verbunden

„Es ist zurzeit wirklich sehr dramatisch. Gerade für Propofol gibt es keine gleichwertige Alternative. Wenn man andere Narkotika nimmt, ist das mit Nachteilen für den Patienten verbunden", sagt Rudolf Bernard vom Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker.

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Propofol ist ein sogenanntes Hypnotikum, dass häufig für die Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose verwendet wird.

Laut BDA-Chef Geldner kommt es stets bei Generika zu Engpässen. Also bei Medikamenten, die von allen Pharmakonzernen hergestellt werden dürfen, wenn die Lizenz des Unternehmens abgelaufen ist, das die Arznei ursprünglich auf den Markt gebracht hat.

Das macht Propofol weniger interessant für Pharmafirmen

Bedeutet: Dadurch werden diese Medikamente weniger rentabel für die Pharmaunternehmen. Das große Geld machen sie nicht mehr damit, Arznei wie Propofol wird zu einem Nebengeschäft.

Das Nachsehen haben Patienten - und die sie behandelnden Ärzte. Der Anästhesist Geldner fordert daher in der "Bild": „Wer in Deutschland seine teuren Krebsmedikamente verkaufen will, muss auch die billigen, aber versorgungsrelevanten Medikamente verkaufen.“

Im Video:

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autoren wize.life

3 Kommentare

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Man bin ich froh,das ich .meine OP noch im Februar mit Popofol hatte
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Es ist doch wie überall. Aus Kostengründen haben die Firmen immer mehr fusioniert und nun gibt es scheinbar nur noch zwei Anbieter. Das ist natürlich ein Risiko nicht zuletzt für den Patienten. Am Ende geht es eben nicht um den Patienten, sondern nur um den Gewinn. Am besten gar nicht krank werden. Einige Krankheiten kann man durch eine überwiegend pflanzliche und fettarme Ernährung stark minimieren. Vielleicht zuverlässiger als auf die Medizin zu hoffen.
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Wie wärs mit Äthernarkosen, die scheinen sicher zu sein, denn die haben früher Schwestern durchgeführt oder kann man das so nicht sehen?
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