Auch plötzlicher Herztod bahnt sich an - Wie Sie sich schützen können

Beim plötzlichen Herztod hört das Herz zu schlagen auf - wenngleich es keine
Beim plötzlichen Herztod hört das Herz zu schlagen auf - wenngleich es keineFoto-Quelle: pixabay
News Team
Aktualisiert:
Von News Team

Jedes Jahr fallen dem plötzlichen Herztod in Deutschland etwa 65.000 Menschen zum Opfer. Die Zahl ließe sich nach Ansicht der Deutschen Herzstiftung reduzieren, wenn Herzkranzgefäßerkrankung frühzeitig behandelt würden. Wie Sie Symptome erkennen und wie Sie dem Herztod vorbeugen.

"Der plötzliche Herztod ist in aller Regel kein schicksalhaftes Ereignis, vor dem es kein Entkommen gibt, sondern Komplikation einer langjährigen Herzkranzgefäßerkrankung, auch koronare Herzkrankheit genannt", sagt der Notfallmediziner und Herzspezialist Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Der beste Schutz sei daher der Schutz vor einer Herzkranzgefäßerkrankung.

Wie ein plötzlicher Herztod abläuft

Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod demnach meist durch plötzliches Kammerflimmern, die "bösartigste" Herzrhythmusstörung, wie die Deutsche Herzstiftung erläutert. Innerhalb weniger Sekunden kommt es zum Kreislaufkollaps: Das Herz hört auf zu schlagen, der Blutdruck sinkt auf null.

Der Patient verspürt nach vier Sekunden eine Leere im Kopf, nach acht Sekunden bricht er bewusstlos zusammen. Nach zwei bis drei Minuten hört er auf zu atmen, und nach etwa zehn Minuten tritt der Tod ein.

Wer gefährdet ist

Einen Online-Risikotest bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Risiko-Test.php an.

Am häufigsten liegt dem plötzlichen Herztod eine koronare Herzkrankheit zugrunde - laut Untersuchungen in 75 Prozent der Fälle. Dabei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels, die auch zu einem Herzinfarkt und einer Herzschwäche führen kann. Weitere Folgen sind Vernarbungen in der Herzmuskulatur, die schwere Herzrhythmusstörungen wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zur Folge haben können.

Nach Expertenschätzungen haben rund sechs Millionen Menschen (meist über 40 Jahren) in Deutschland eine KHK, die durch Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) verursacht ist.

Weitere seltenere Ursachen für den plötzlichen Herztod sind Herzklappenerkrankungen und angeborene Herzfehler sowie ein hoher Blutdruck.

Herztod bei Menschen unter 40

Bei Menschen unter dem 40. Lebensjahr, die den plötzlichen Herztod erleiden, sind die Ursachen Herzmuskelentzündungen, angeborene Herzfehler sowie genetisch bedingte elektrische Herzerkrankungen (Ionenkanalerkrankungen). Auch Drogenkonsum (beispielsweise Kokain, Amphetamine) zählt zu den Ursachen für plötzlichen Herztod in diesem Lebensabschnitt.
Tückisch bei den genannten Herzerkrankungen ist, dass sie lange ohne Beschwerden verlaufen können.

Dem plötzlichen Herztod vorbeugen

Die beste Strategie gegen den plötzlichen Herztod lautet abgesehen von einer gesunden und herzfreundlichen Lebensweise: Herzerkrankungen – allen voran die KHK und ihre Risikofaktoren – frühzeitig erkennen und behandeln.

„Dazu raten wir Männern und Frauen ab 40 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher – zur Früherkennung durch regelmäßige Check-ups beim Hausarzt“, sagt Andresen. Bei diagnostizierter Herzerkrankung rät die Herzstiftung zu regelmäßigen Kontrollen beim Kardiologen oder Internisten. Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) sollten ihr Herz regelmäßig von einem EMAH-Spezialisten kontrollieren lassen.

Herzgesunde Ernährung: Diese Lebensmittel wirken Gefäßverkalkung entgegen

Das sind Warnzeichen für eine Herzerkrankung

  • Brustschmerzen (Angina pectoris) und/oder Luftnot
  • Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit
  • Hartnäckiges Herzstolpern
  • Kurze Bewusstlosigkeiten
  • Schwindelanfälle, drohende Bewusstlosigkeiten

Wer betroffen ist, sollte sich unbedingt beim Kardiologen untersuchen lassen.

Was bei einem Herzstillstand zu tun ist

Patienten mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand haben nur eine Chance zu überleben: Wenn Zeugen vor Ort sind, sofort den Notarzt rufen und danach mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Die gute Nachricht: Nach einer Untersuchung der Deutschen Herzstiftung werden 60 bis 70 Prozent der Herzstillstände beobachtet, von den Zeugen erkannt, die den Notruf alarmieren.
Die schlechte Nachricht: Nicht einmal die Hälfte der Zeugen beginnt mit Wiederbelebungsmaßnahmen – aus Angst, etwas falsch zu machen.

WICHTIG: Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungsteams (erst nach 8 bis 9 Minuten) sind unabdingbar, sonst sinken die Überlebenschancen gen null.

Auch interessant: Entsetzlicher Unfall mit der Tram: Wie ich erste Hilfe leisten sollte und mich kaum zögerte

HIER finden Sie die einzelnen Schritte einer Laienreanimation der Deutsche Herzstiftung leicht verständlich aufbereitet (www.dhs.tips/herznotfall). Sie können auch den kostenfreien Experten-Ratgeber „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“, unter www.herzstiftung.de/Herzwochen-2019.html anfordern oder unter der Telefonnummer 069 955128400.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren