Junge steckt mit Zunge in Flasche fest – Arzt befreit ihn mit raffiniertem Trick

Ein Junge ist mit der Zunge im Flaschenhals stecken geblieben
Ein Junge ist mit der Zunge im Flaschenhals stecken gebliebenFoto-Quelle: pixabay (Symbolbild)
News Team
Von News Team

Ein siebenjähriger Junge wollte noch den letzten Rest Saft auslecken und blieb mit seiner Zunge in einer Flasche stecken. Sein Glück: Ein Arzt aus Hannover erinnerte sich an einen Trick, mit dem er einst erfolgreich eine Flasche geöffnet hatte. Tatsächlich konnte er damit den Jungen aus seiner misslichen Lage befreien.


Bei der Ankunft im Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover sabberte der Junge, konnte aber atmen, wie das die behandelnden Ärzte Christoph Eich und Simone Arndt in der jüngsten Ausgabe des "European Journal of Anaesthesiology" beschreiben.

Vakuum beenden hilft nicht

Unter leichter intravenöser Sedierung schoben die Ärzte zunächst vorsichtig eine dünne Kunststoff-Knopfkanüle zwischen die Zunge und den gläsernen Flaschenhals, um ein mutmaßliches Vakuum in der Flasche freizusetzen. Das zeigte allerdings keine Wirkung.

Überdruck lässt Zunge herausploppen

Daraufhin präparierten die Mediziner die Kanüle und spritzten über sie Luft ein, um Überdruck in der Flasche zu erzeugen. Die Idee kam Eich, dem Chefarzt der Anästhesie, da er so als angehender Arzt einst eine Weinflasche ohne Korkenzieher geöffnet hatte. Und tatsächlich: Nachdem 60 Milliliter eingepumpt waren, drückte es die geschwollene und verfärbte Zunge aus dem Flaschenhals - zunächst langsam und dann schnell.

Vorderer Zungenteil stark verfärbt

Die Ärzte verabreichten vorsorglich Mittel, um die Schwellung zu reduzieren, und nahmen den Jungen für einen Beobachtungszeitraum von 24 Stunden in die Kinderchirurgie auf. Bei der Entlassung war die Zunge bereits wieder weitgehend abgeschwollen, der vordere Teil der Zunge blieb allerdings noch etwa drei Tage lang stark verfärbt. Bei der Nachuntersuchung 14 Tage nach der Falle hatte sich der Junge vollständig erholt.

Steckenbleiben kann zu Atemnot führen

Den Angaben zufolge kommt es nicht häufig Kinder vor, dass Kinder mit der Zunge in Flaschen steckenbleiben. Die Folgen können allerdings gefährlich sein. Durch die Strangulation des vorderen Teils der Zunge im Flaschenhals kann es zu Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen), Durchblutungsstörungen, Kapillarschäden und Schmerzen kommen bis hin zu Atemnot.

Überdruck-Methode ist einfach - und wird doch selten angewandt

In den meisten Fällen, die in der Fachliteratur beschrieben wurden, wurden die Flaschen aus Glas, Plastik oder Metall zerschnitten, was allerdings eine höhere Verletzungsgefahr mit sich bringt. Es gab auch schon Fälle, wo die Patienten narkotisiert wurden. Alles aufwändig und gegebenenfalls mit Nebenwirkungen verbunden, während die Überdruck-Methode, zu dem Eich einen einzigen, 30 Jahre alten Bericht gefunden hat, einfach und sicher ist. Was übrigens in keinem Fall geklappt hatte, war, die Zunge zu schmieren und korkenzieherartig zu drehen.

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