Masernvirus macht anfälliger für spätere Erkrankungen - Infektion löscht Immungedächtnis

Masernvirus - mitunter lebensgefährdend
Masernvirus - mitunter lebensgefährdendFoto-Quelle: C. Goldsmith, W. Bellini / CDC
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Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion tödlich enden. So viel ist bekannt. Doch nun haben Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) im Verbund mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Großbritannien und den Niederlanden herausgefunden, dass Masernviren einen Teil des immunologischen Gedächtnisses über Jahre löschen.

Das bedeutet: Betroffene sind nach überstandener Erkrankung empfänglicher für Infektionen mit anderen Erregern.

In Deutschland gilt ab 2020 die Masern-Impfpflicht. Dann müssen Kita-Kinder, Schüler und auch bestimmte Erwachsene nachweisen, dass sie geimpft sind. Nicht ohne Grund - denn die Infektionen nehmen zu, obwohl Masern eigentlich längst ausgerottet sein sollten.

So spricht etwa Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) von einem Wiederaufleben der Masern in Europa. Verantwortlich hierfür sind demnach vor allem fünf Länder, darunter Deutschland, in denen Übertragungen noch endemisch - also innerhalb der Bevölkerung - stattfinden.

Masern können tödlichen Verlauf nehmen

Maserninfektion können bei schweren Verläufen tödlich enden. Zudem schwächt das Virus das Immunsystem des Erkrankten gegenüber anderen Krankheitserregern. So kommt es bei einer Maserninfektion häufiger auch zu weiteren Infektionen wie beispielsweise bakteriell bedingten Lungen- oder Mittelohrentzündungen.

Eine Masern-Kohortenstudie im Vereinigten Königreich (UK) ergab zudem, dass zehn bis fünfzehn Prozent erkrankter Kinder noch fünf Jahre nach einer Maserninfektion Anzeichen einer deutlichen Beeinträchtigung des Immunsystems hatten. Das wiederum führte zu einem erhöhten Auftreten weiterer Infektionen.

Masernimpfung schützt auch vor anderen Infektionskrankheiten

Masern sind also alles andere als ein Grund für Partys. "Die Masernimpfung ist nicht nur für den Schutz vor Masernviren wichtig, sondern schützt auch vor dem Auftreten oder schweren Verläufen anderer Infektions­krankheiten", betont Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Es schütze das Immungedächtnis, das bei Maserninfektionen schwer beeinträchtigt werden könne.

Die nun gewonnenen Ergebnisse bestätigen dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge, dass das Immunsystem nach einer Maserninfektion quasi vergesse, mit welchen Erregern es zuvor in Kontakt gekommen war.

Dazu wurden Tiere (Frettchen) zunächst gegen Influenza (Grippe) immunisiert und einige Tiere mit einem mutierten Hundestaupevirus, das mit dem Masernvirus verwandt ist, infiziert. Die mit dem Hundestaupevirus infizierten Tiere verloren laut Mitteilung die meisten Antikörper gegen Influenza und hatten einen schwereren Krankheitsverlauf im Vergleich zu nicht zuvor mit dem Virus infizierte Tiere, als sie zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Influenzavirus infiziert wurden.

IM VIDEO | Alles was Sie über Masern wissen müssen

7 Kommentare

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Meine älteste Tochter ist Erzieherin und hat sich in der Kita angesteckt. Sie war damals 20Jahre. Sie war so schwer erkrankt...sie mußte in die Uni- Klinik. Dort wurde zunächst ein schwerer gripp. Infekt und ein starker Hautauschlag nach Antibiotikagabe diagnostiziert. Erst ein Bluttest brachte die Diagnose.....MASERN....Einige Jahre später erkrankte sie schwer an einer Gehirnentzündung. Die behandelnden Ärzte vermuteten eine Spätfolge der Masernerkrankung.

Sicherlich kann man nun sagen...bedauerlicher Einzelfall...dennoch wenn dies in dieser Konstellation eintrifft kann es tödlich enden. Ich kann diese Studie auch als Pflegefachkraft nachvollziehen.
Meine vier Enkelkinder sind alle geimpft.
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Warum diese Hysterie kurz vor Abstimmung zur Impfpflicht [1] am 14. November 2019 erzeugt wird, dürfte klar sein?

Studien, die teilweise genau das Gegenteil aussagen, finden natürlich keine Erwähnung. Sie können die gut dokumentierten Quellen dieser Studien im Blog der Harvard-Immunologin Tetyana Obukhanych, PhD nachlesen. [2]

Eine Mitautorin der Studie, Lisa Walz, war Doktorandin beim Paul-Ehrlich-Institut und arbeitet jetzt bei CureVac, einem pharmazeutischen Unternehmen. [3] Könnte hier ein Interessenskonflikt vorliegen?

Ich bin nicht gegen Impfungen, sehr wohl aber gegen eine Impfpflicht!

Denn eine Impfpflicht wäre verfassungswidrig [4] und aus epidemiologischer Sicht sind die Impfquoten ausreichend [5].

Dass Deutschland den von der WHO geforderten Maserneliminationsstatus immer noch nicht erreicht hat, hat m.E. andere Gründe, nämlich mangelhafte Surveillance.

An die Redaktion: Ich finde es übrigens schade, dass hier keine seriösen Links veröffentlicht werden dürfen. Wie soll ich denn sonst für den Leser nachvollziehbare Quellen liefern?

[1] www bundestag. de / dokumente / textarchiv / 2019 / kw46-de-masernschutzgesetz-667326
[2] www tetyanaobukhanych. com / blog / should-you-be-afraid-that-measles-gives-you-immune-amnesia
[3] fragdenstaat. de / anfrage / maserninfektion-loscht-immungedachtnis
[4] www individuelle-impfentscheidung. de / pdfs / Rixen / Verfassungsgutachten. pdf
[5] www individuelle-impfentscheidung. de / pdfs / Kekule / MSG_Kekule_Kurzfassung. pdf
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Früher hieß es: Man braucht die Kinderkrankheiten wie Masern, Keuchusten, Mumps usw., um im Leben gegen sie immun zu sein. Was sagt die Wissenschaft dazu ?
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Panikmache pur, wir hatten alle die Masern, 6 Knaben. Keiner hat irgend eine Immunschwäche, gibt es heute nur noch Experten die eine Daseinsberechtigung brauchen und irgend eine Horrogeschichte erfinden?
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ich weiß gar nicht wie meine 3 Brüder und ich überlebt haben was nicht heißt das ich gegen Impfungen bin
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.

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