Schlafapnoe: Fette Zunge schuld an gefährlichen Atemaussetzern

Schlafapnoe geht meist mit lautem Schnarchen einher
Schlafapnoe geht meist mit lautem Schnarchen einherFoto-Quelle: imago images/McPHOTO
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Abnehmen ist eine wirksame Behandlung der so genannten obstruktiven Schlafapnoe (OSA), die zu Atemaussetzern führt und Müdigkeit tagsüber sowie oft mit lautem Schnarchen verbunden ist. Nun haben US-Forscher festgestellt, wo die Fettreduktion besonders wirksam ist: an der Zunge.

Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRI) untersuchten die Forscher der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania die Auswirkungen von Gewichtsreduktion auf die oberen Atemwege bei adipösen Patienten. Dabei kam heraus, dass die Abnahme des Zungenfetts die Schlafapnoe besonders stark linderte, wie die Universität mitteilt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlicht.

"Singuläres therapeutisches Ziel gefunden"

Der Hintergrund dafür ist unklar – genauso wie generell noch unerforscht ist, warum sich Gewichtsreduktion positiv auf eine Schlafapnoe auswirkt.
Bisher sei das Zungenfett bei der Behandlung von Schlafapnoe wenig beachtet worden, sagte der Medizinprofessor Richard Schwab. "Jetzt, da wir wissen, dass Zungenfett ein Risikofaktor ist und dass sich Schlafapnoe verbessert, wenn das Zungenfett reduziert wird, haben wir ein singuläres therapeutisches Ziel gefunden."

Rund 4 Millionen Deutsche betroffen

In Deutschland leiden nach Zahlen der Deutsche Stiftung Schlaf geschätzt etwa vier Millionen an Schlafapnoe. Oft sind sich Betroffene dessen nicht bewusst, gerade 800.000 würden ärztlich behandelt.

Dabei kann Schlafapnoe nicht nur zu Schläfrigkeit, sondern auch zu ernsthaften gesundheitlichen Risiken führen, sie erhöht die Gefahr von Bluthochdruck und Schlaganfall.

Probanden nahmen 10 Prozent des Körpergewichts ab

An der Studie waren 67 adipöse Menschen mit leichter bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe beteiligt. Durch eine Diät oder eine Operation nahmen sie im Durchschnitt über sechs Monate fast 10 Prozent ihres Körpergewichts ab. Insgesamt verbesserte sich danach die Schlafapnoe auf einer Skala um 31 Prozent.

Vorangegangen war eine Studie von Schwab, nach der Menschen mit Schlafapnoe eine signifikant größere Zunge und einen höheren Prozentsatz an Zungenfett haben.

Gibt es Zungenfett-Diät?

Nach Ansicht der Forscher sollte als nächstes untersucht werden, ob bestimmte fettarme Diäten besser als andere zur Reduzierung des Zungenfetts beitragen und ob Kältetherapien wirksam sind (wie bei Bauchfett). Allerdings, so Schwab, seien diese Arten von Interventionen noch nicht getestet worden.

Schwabs Team will zudem der Frage nachgehen, ob Patienten, die nicht fettleibig sind, aber fetthaltige Zungen haben, ebenfalls eher an Schlafapnoe leiden.

Auch Kieferbau kann zu Schlafapnoe führen

Während Übergewicht der primäre Risikofaktor für die Entwicklung von Schlafapnoe ist, gibt es auch andere Ursachen, wie beispielsweise große Mandeln oder ein zurückliegender Kiefer.

CPAP-Geräte oft hilfreich

CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-Geräte verbessern die Schlafapnoe nach Studien bei etwa 75 Prozent der Patienten, für die restlichen 25 Prozent - diejenigen, die die Maschine nur schwer vertragen – müssen alternative Behandlungsmöglichkeiten gesucht werden, die oft komplizierter sind, wie orale Geräte oder Operationen der oberen Atemwege.

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1 Kommentar

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das ist nicht so mit der fetten zunge (oder eine weitere möglichkeit) ich weiß weil ich selbst ein atemgerät seit 25 jahren besitze das das vegetative nervensystem die luftklappe zur lunge an der speiseröhre im schlaf nicht beherrscht + der luftstrom die klappe kontolliert+ somit aussetzer vermeidet
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