Zu salzig, wenig Vitamine: Krankenhäuser sparen immer stärker am Essen

Essen im Krankenhaus lässt teils zu wünschen übrig
Essen im Krankenhaus lässt teils zu wünschen übrigFoto-Quelle: Hans Braxmeier / pixabay
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Von News Team

Essen im Krankenhaus hat einen schlechten Ruf - zu Recht. Das sagen Patienten, Lebensmittelexperten und auch Ärzte. Jetzt belebt eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts: Die Krankenhäuser sparen immer stärker am Essen, obwohl die Lebensmittelpreise steigen.

Krankenhäuser geben seit Jahren weniger Geld für Verpflegung aus. "Die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser treffen die Küchen besonders hart", sagt Karl Blum von der Deutschen Krankenhausinstitut GmbH der ARD.

Ausgaben sinken

Die aktuelle Studie zur Patientenverpflegung 2019, die das Krankenhausinstitut in Auftrag gegeben hat und die dem ARD-Mittagsmagazin vorab vorliegt, besagt: Seit 2005 sind die realen Kosten pro Patient und Tag um 9 Prozent (inflationsbereinigt) gesunken.

Ausgaben bei 3,84 Euro pro Tag und Patient

Für Lebensmittel gaben Krankenhäuser 2018 im Durchschnitt 3,84 Euro pro Tag und Patient aus. 2005 waren es noch 4,45 Euro. Im gleichen Zeitraum sind aber die Preise für Lebensmittel und Personalkosten stärker gestiegen.

Küchen veraltet

In vielen Krankenhausküchen besteht der Erhebung zufolge zudem ein hoher Investitionsstau. Die Krankenhäuser stecken kaum Geld in die eigenen Küchen. Im Durchschnitt sind Krankenhausküchen 29 Jahre alt.

Lediglich ein Drittel der Krankenhäuser will in den kommenden drei Jahren investieren. Karl Blum fordert den Investitionsstau bei Krankenhausküchen abzubauen.

Trend zur Großküche

Stattdessen geht der Trend hin zu mehr Zentralisierung. Also eine Großküche, die mehrere Standorte beliefert. Außerdem bestehen die Gerichte häufiger aus Tiefkühlkost (cook and freeze) oder werden runtergekühlt (cook and chill) ausgeliefert. 65 Prozent der Krankenhausküchen werden noch in Eigenregie betrieben. 2005 waren es noch 80 Prozent. Immerhin: Experten hatten einen noch stärkeren Trend in diese Richtung erwartet.

Zu wenig Vitamine, zu viel Salz

Stichproben des ARD-Mittagsmagazins in einem Berliner Krankenhaus wurden im Labor untersucht. Ergebnis: Patienten bekommen nicht das Essen, was ihr Körper bräuchte. Vitamine und andere Nährstoffe waren nicht ausreichend vorhanden, der Salzgehalt viel zu hoch, wie der Sender in einer Mitteilung berichtet.

Bundesweit gibt es keine einheitlichen Standards für Krankenhausessen, auch eine Überprüfung der Qualität findet nicht statt.

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1 Kommentar

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Passt doch. Dort gibt es das Essen, was viele Patienten überhaupt erst ins Krankenhaus gebracht hat.

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