Bundesinstitut warnt vor zu viel Aluminium – Experten geben Tipps

Beliebt, aber aluminiumhaltig: Experten warnen vor unbedachten Umgang mit de ...
Beliebt, aber aluminiumhaltig: Experten warnen vor unbedachten Umgang mit dem LeichtmetallFoto-Quelle: Karolina Grabowska / pixabay
News Team
Von News Team

Aluminium ist sowohl in unzähligen Lebensmitteln als auch in Pflegeprodukten enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor einem zu unbedachten Umgang mit dem Leichtmetall, da langfristig ernsthafte gesundheitliche Folgen zu befürchten sind.

Da Aluminium weit verbreitet ist, kann die festgelegte wöchentliche Aufnahmemenge schnell überschritten werden, wie eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergab, die im Fachblatt "Archives of Toxicology" veröffentlicht wurde.

Wer besonders gefährdet ist

Besonders gefährdet seien Säuglinge, die nicht gestillt werden, und Kleinkinder, die mit speziell adaptierter sojabasierter, lactosefreier oder hypoallergen Nahrung gefüttert werden – doch auch bei Jugendlichen und Erwachsenen seien die Grenzwerte schnell erreicht.

Grenzwert schnell überschritten

Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt ein Richtwert eine wöchentliche Aufnahmemenge in Höhe von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht.

Diese Menge werde im Durchschnitt bereits zu circa 50 Prozent durch Lebensmittel ausgeschöpft, ergab die BfR-Studie. Kommen dann weitere Quellen wie aluminiumhaltige Kosmetika dazu, könne der Grenzwert leicht überschritten werden. Aluminium kann über das Essen oder über die Haut in den Körper gelangen.

Aluminium in Hülsenfrüchten, Salz, Deos, Lippenstiften

Quellen für Aluminium sind Lebensmittel – natürlich kommt es etwa in Hülsenfrüchten, Nüssen, Kaffee, Tee und Getreide vor, Salz ist es häufig als Rieselhilfe beigefügt. Weiter beinhalten viele Kosmetika wie Deos, Lippenstifte, Zahncremes und Sonnencremes das Leichtmetall. Aufgenommen werden kann es auch über Bedarfsgegenstände wie unbeschichtete Schalen, Espressokannen und Aluminiumfolie.

Noch viele Unsicherheiten

"Es bestehen noch wissenschaftliche Unsicherheiten besonders bei der Einschätzung der Langzeitfolgen sowie der tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut", sagte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel in einer Pressemitteilung.

Schäden an Organen und Gehirn befürchtet

Normalerweise werde Aluminium vom Körper ausgeschieden. Bei hohen Aufnahmemengen sei aber zu befürchten, dass sich der Stoff im Körper anreichert. Mögliche Folgen sind laut BfR Schäden an Nieren, Leber und Knochen sowie Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik. Junge Menschen sollten besonders vorsichtig sein, da das Leichtmetall sehr lange im Körper gespeichert wird. Junge Frauen könnten den Stoff außerdem an Embryos weitergeben.

Die Experten geben folgende Tipps:

Keine sauren und salzigen Lebensmittel aus unbeschichteten Aluminiumbehältnissen oder Alufolie essen und nicht darin lagern.
Aluminiumhaltige Produkte sparsam verwenden, insbesondere aluminiumhaltige Antitranspirantien und Zahnpasta
Eine abwechslungsreiche Ernährung sowie wechselnde Produkte und Marken können dazu beitragen, das Risiko durch einzelne stark aluminiumhaltige Produkte zu verringern.
In den ersten sechs Lebensmonaten sollten Säuglinge nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden.

Gefährliche Wechselwirkungen: Diese Lebensmittel sollten Sie niemals mit Medikamenten einnehmen

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.