Wegen Coronavirus: Arzneimittel-Versorgung in Deutschland gefährdet

Einige Arzneimittel in Deutschland sind bereits schwer zu bekommen - das kön ...
Einige Arzneimittel in Deutschland sind bereits schwer zu bekommen - das könnte durch die Coronavirus-Krise noch schlimmer werden, befürchten Experten.Foto-Quelle: Pixabay
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Von News Team

Vor Lieferengpässen bei Medikamenten warnen Apotheker seit langem. Aktuell gilt dies für 257 Arzneimittel. Darunter solche, auf die Krebspatienten oder Menschen mit hohem Blutdruck angewiesen sind. Da viele Stoffe in China produziert werden, könnte das Coronavirus das Problem bei uns weiter verschärfen.

Durch die Coronavirus-Krise in China könnte es in Deutschland vermehrt zu Lieferengpässen bei Medikamenten kommen, befürchten Experten. Und dadurch die Arznei-Versorgung hierzulande gefährdet werden.

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Denn bei Medikamenten ist Deutschland abhängig von Asien, vor allem von China: Zahlreiche Arzneimittel werden dort produziert, daher sind die Apotheker hier auf eine möglichst problemlose Lieferkette angewiesen.

Apotheker schlagen schon länger Alarm

Kommt es dort - aus welchen Gründen auch immer - zu Lieferschwierigkeiten, hat dies enorme Auswirkungen auf die Arznei-Versorgung hierzulande. Im schlimmsten Fall bleiben die Fächer für die betroffenen Medikamente in deutschen Apotheken leer.

Das gilt als eine Ursache für die Lieferengpässe bei zahlreichen Medikamenten - wegen dieses Problems schlagen Apotheker bereits seit langem Alarm.

Doch jetzt könnte sich die Lage durch das in China grassierende Coronavirus noch weiter verschärfen, befürchten Experten.

Auch in Wuhan gibt es Pharma-Fabriken

Denn auch in der von dem neuen Virus besonders stark betroffenen Stadt Wuhan werden Wirkstoffe für Arzneimittel hergestellt - konkret gehe es um 19 Wirkstoffe, 17 davon seien versorgungsrelevant, berichtet der "Spiegel" und bezieht sich auf eine Recherche des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

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Nach dem Ausbruch des Coronavirus könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Produktion in der Region wegen Quarantäne oder Zwangsferien beeinträchtigt werde und es in der Folge zu Lieferengpässen bei Arzneimitteln kommen könne, heißt es laut "Spiegel" in einer internen Nachricht des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie.

"So viele Lieferengpässe gab es lange nicht"

Schon jetzt werden einige Medikamente in Deutschland knapp: Exakt 257 Arzneimittel listet das "Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ (BfArM) aktuell in seiner Datenbank auf. All diese Pharma-Produkte sind schwer und nicht binnen zwei Wochen zu bekommen. Teilweise müssen Patienten monatelang darauf warten.

"So viele Lieferengpässe gab es lange nicht", sagte Mathias Arnold, Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) jetzt dem "Diabetes Ratgeber".

Auch er sieht eine Ursache des Problems in der "Zentralisierung der Produktion" in Fernost, wo die Wirkstoffe preiswert hergestellt werden.

Die ganze Welt kaufe bei einigen wenigen Herstellern. "Kommt es zu einem Ausfall von Produktionsanlagen oder zu Qualitätsproblemen, entstehen weltweit ganz schnell Engpässe", so Arnold.

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Wie sehr Deutschland bei bestimmten Medikamenten von China abhängig ist, zeigt beispielhaft ein Fall aus dem Jahr 2016: Damals kam es zu einer Explosion in einer Pharma-Fabrik, die einen Großteil des wichtigen Antibiotika-Wirkstoffs Piperacillin/Tazobactam produziert.

Nach der Explosion wurde weltweit dieses nach Einschätzung von Infektiologen "untenbehrliche Medikament" knapp. Es wird bei schweren Infektionen, vor allem bei Krankenhausinfektionen eingesetzt.

Zahlreiche Kliniken in Deutschland waren damals gezwungen, Notfallpläne zu erstellen, um wenigstens die schwersten Fälle mit dem knappen Medikament behandeln zu können.


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Damit es in Zukunft nicht wieder soweit kommt, verlangen jetzt die Gesundheitsminister einiger Bundesländer drastische Maßnahmen: Sie fordern, Teile der Arzneimittelproduktion wieder nach Europa und Deutschland zu verlagern. Das geht aus einer Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den Gesundheitsministern der Länder hervor. Auch in den Bundestagsfraktionen stößt dieser Vorstoß der Zeitung zufolge auf Zustimmung.

„Ich fordere von der Bundesregierung rasche Schritte für eine verstärkte Arzneimittelproduktion in Deutschland und der Europäischen Union", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dem Blatt.

Deutschland galt mal als "Apotheke der Welt"

Huml: "Es ist wichtig, schnell etwas gegen die wachsende Abhängigkeit von außereuropäischen Ländern bei lebenswichtigen Arzneimitteln zu unternehmen."

Käme es dazu, könnte Deutschland an eine langjährige Tradition anknüpfen: Jahrzehntelang genoß die hiesige Pharmabranche einen sehr guten Ruf als "Apotheke der Welt".

Doch seit einiger Zeit werden Medikamente zunehmend importiert. Der Grund dafür, wie so oft: die geringeren Herstellungskosten in Fernost.

20 Kommentare

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Diese Lieferschwierigkeiten gab es schon vor!!!!!!!! dem Coronavirus!!!!!!! Ich hab meine Blutdrucktabletten bereits im November nicht mehr bekommen.., was für eine Augenwischerei und Lügen ohne Ende!!!!!!!
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Das ist eine ganz fiese Masche der deutschen Pharmakonzerne die die Preuise nach Oben treiben will. Und die Leblose "Regierungstruppe" sieht wie immer ohnmächtig zu. Hier sind dringende Sanktuionen in Milliardebnhöhe von Nöten!!!
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Eine der führenden Pharmafirmen - Fa. Novartis - hat den Geschäftssitz in der Schweiz. Denen kam man wohl nichts vorschreiben mit deutschen Gesetzen.
Das Thema Fehlmengen von Medikamenten in den Apotheken ist wirklich nicht neu - nur die Politik nimm die das nicht war. Nun ja, Spenden in hohen Summen brauchen ja unsere Politiker für den Wahlkampf. In den USA ist das wenigstens besser zu sehen für den Bürger.....
Vor ca. 2 - 3 Jahren gab es bei der jährlich empfohlenen Grippeschutzimpfungen zu wenig - dazu auch nur die Version für Kassenpatienten. Die größere und bessere Schutzimpfung für mehr Geld stand für die Privatpatienten bereit.....
Vor ca. 2 Jahren gab es Engpass bei Blutdrucksenkern.......aus Qualitätsmangelgründen. Unsere Politiker haben dann das gemacht, wie sie unübertoffen in Problemfällen immer machen: nämlich nichts.
Beim Dieselskandal war der Bundesminister Scheuer nicht zu hören oder zu sehen, geschweige denn die Kanzlerin.
Made in Germany ist lange völlig out - eher Maden in Germanien im System.
Ich habe bei einem Bedarfsmedikament in den letzten Jahren immer nur ein etwas günstigeres Generikum bekommen. Bei meinem letzten Rezept musste auf einmal wieder das Originalpräparat abgegeben werden, laut Krankenkasse und Apotherker.
Mein Antibiotikum wurde auch NICHT von der Firma Stada verschrieben.Diese hab ich sehr gut vertragen. Den selben Stoff von einer Billigfirma habe ich unter Qualen einnehmen müssen.
STADA ist eigentlich auch ein Generikahersteller, bis auf wenige Ausnahmen. Aber einer der in der Regel besseren Qualität. Die Preise unterscheiden sich um Centbeträge. Ich bin nur bei mir eben verwundert, dass kein Generikum mehr abgegeben werden darf, sondern nur noch das Originalpräparat.
Stada habe ich aber von der Qualität(Trägerstoffe) her ohne Probleme vertragen.Dieses No Name hat mich magenmässig so angegriffen. Es ist beschämend sowas Wichtiges so herzustellen und zu verkaufen.
Viola WG
Da stimme ich Ihnen absolut zu.
Das fatale ist im Kern aber, daß die Krankenkassen immer große Verträge schliessen - Transportkosten bei Medikamenten kein wahrhaftigt großes oder "schweres" Problem - per Flugzeug. Und da die Medikamente in den Grundstoffen gleich sind auch kein Problem.
Nur nicht jeder verträgt die Stoffe, die da nebenbei mit drin stecken.
Es geht nu um das Geld. Oder warum sind Medikamente von deutschen Herstellern (?) im Ausland billiger. Ausrede: die Forschungskosten. Ach nee, die Spanier, Franzosen brauchen das nicht mit zu finanzieren oder was soll der Schwindel ?
In Spanien bekommt man Medikamente, hergestellt von Tochterfirmen in Frankreich, ohne Rezept vom Arzt (mit fachlicher Beratung von der Apotheke) preiswerter......
Hauptsache, die Krankenkassen sparen und wechseln in der nächsten Runde schon mal den Lieferanten.
Und der Gewinn bei der Pharmasindustrie stimmt.....
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Am besten ist ,, wenn es um Bluthochdruck geht, der nicht Krankhaft ist ,das man sich selbst Hilft. Aber bei Chronisch Kranke Menschen,die Medikamente nehmen müssen, Ist es von Anfang an nur Sparprogramm gewesen.Minderwertige Medikamente Aus China Genannt Billigprodukte. Kein Wunder ,das die Medikamente gegen Kreps. Nicht alle geholfen hat.Das hat da der Körper selbst viel getan. Das einige Geheilt wurden.
Und führ Herz und Kreislauf Sollte man die Medikamente nur von Inlandbekommen.
Die Krankenkassen sind mit ihren Sparprogramm,Schuld daran das wir die Billig Medikamente bekommen, die noch andere Krankheiten wie Kreps verursachen.Und Rheuma, das auf die Organe gehen kann. Ich vermute auch Viele Rückenleiden wie Morbus Bechterew.Schwere Arthritis...Sogar Ms. Der Handel mit China hat Menschen noch Kranker gemacht..Demenz und Parkison,,können von Medikamenten hervorgerufen werden.Ich sage mal so..Du hast eine Krankheit Grunderkrankung.. musst Medikamente da gegen nehmen,, und bekommst noch zwei Krankheiten dazu. Ach da ist die Umwelt sehr viel Schuld daran,,zu m Beispiel der Feinstaub wenn Mann zu nahe an die Autobahn Wohnt,,Dann noch die Medikamente dazu..Vielleicht wirst Du Immum gegen die Giftstoffe von der Umwelt. Das hat dann eine Wirkung von ein Medikament gemacht. Eine Positive Nebenwirkung von ein Medikament. Aber in allgemeinen ist es eine Katerstrophe was da auf uns zu kommt.
Nicht zu v ergessen der Einsatz von Antibiotika bei der Geflügelproduktion und der Schweinemast.
Antibiotika hilft nicht mehr so wie einst.... Wenn man von etwas zu viel nimmer, egal ob Alkohol oder Zigaretten, ungesundes Essen etc. dann gibt es Folgen.....
Wenn man Antibiotika braucht, erklärte mir mal ein Satiriker, dann gehe in die Apotheke und lasse dir Geflügel aus derGefriertruhe mit Antibiotika geben - denn bei Risiken und Nebenwirkungen gleich den Apotheker fragen....
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Hier sieht man wieder das totale Versagen der Politik! Nur aus Geldgier hat man die Herstellung von guten Medikamenten ins Ausland bis China verlagert! Jetzt rächt sich das in einer erschreckenden Weise, dass es viele Medikamente nicht gibt! Nur weil unsere saudummen, korrupten Politiker absolut keinen Durchblick haben und nur immer das Geld sehen! Vom Geld kann man nicht abbeißen und mit Geld allein kann man Keine Menschen heilen!
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Warum wundert mich das jetzt nicht. Es wird doch überall geoutsoursed. Was kümmert mich das Elend der Menschen, die unsere Medikamente brauchen.
Genau so Denken sie
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die nächste Panikmache
Das ist keine Panikmache, ich habe es selbst erlebt!
Panikmache sagen die, die keine Medikamente brauchen.....
Ich muss seit vielen Jahren 4 verschiedene Bluthochdruck-Medikamente nehmen. Bei unserer Apotheke gibt's keinen Engpass. Zwei der Medikamente sind jetzt sogar beitragszuzahlungsfrei ...
Aha Blutdrucksenker wo das Päckchen rund 7 Euro kostet. Oder noch besser das besonders gesunde Medikament Paracetamol der Lebertot

https://www.t-online.de/gesundheit/id_71548710/paracetamol-ist-gefaehrlicher-als-gedacht.html....davon spricht doch garkeiner.

Hier geht es um ganz andere Medikamente mit Antibiotika und hochwertigen Wirkstoffen.
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