Neue Fälle von Coronavirus in Deutschland - Das sollten Sie jetzt beachten

Das Coronavirus breitet sich zunehmend aus
Das Coronavirus breitet sich zunehmend ausFoto-Quelle: pixabay
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Von News Team

Das Coronavirus breitet sich in Europa immer stärker aus: Norditalien ist der größte Herd, hier starben bereits zehn Menschen. Auch in Deutschland gibt es wieder neue Infektionen, ein Patient befindet sich in einem kritischen Zustand. Was Sie tun können.

Deutschland war Ende Januar in Europa als erstes Land vom Coronavirus betroffen. Der Erreger war allerdings - abgesehen von zwei China-Heimkehrern - einer einzigen Ausgangsperson zuzuordnen und die Ansteckungsgefahr klar einzugrenzen. Inzwischen breitet er sich in immer mehr Ländern in Europa aus, es gibt Tote – und die Gefahrenzone nicht mehr so übersichtlich.

Am Dienstagabend wurden neue Covid-19-Fälle in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bekannt. Der Mann aus NRW, Mitte 40, befindet sich in einem kritischen Zustand. Was Sie über das Virus wissen sollten.

Verbreitungswege, Inkubationszeit

Das national zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer weiteren Ausbreitung, hält die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit aber noch für gering. Das Virus wird primär über Tröpfchen übertragen, möglicherweise handelt es sich auch um eine Schmierinfektion (Übertragung über Objekte wie Türklinken). Dies ist aber noch nicht erwiesen.

Unklar ist die Länge der Inkubationszeit. Bisher gehen die Experten vom RKI von bis zu zwei Wochen aus. Allerdings gab es bereits in der Vergangenheit Zweifel und inzwischen soll ein Chinese erst nach 27 Tagen Symptome gezeigt haben. Das bedeutet, ansteckende Menschen können möglicherweise mehrere Wochen lang gesund erscheinen und anstecken.

Was Sie tun können, um sich und andere zu schützen

Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind allerdings angeraten – auch zum Schutz gegen andere virale Infektionen wie Grippe:

  • Hände oft und gründlich waschen: Ausschlaggebend ist die Dauer. 20-30 Sekunden mit Einseifen bis zu den Handgelenken, dabei auch an Handrücken und Räumen zwischen den Fingern denken. Heißes Wasser reinigt nicht besser als kaltes Wasser. Mehr Seife hilft, feste Reiben ist überflüssig. Mehr Tipps hier.
  • Korrekte Hustenetikette: In die Armbeuge oder ein Taschentuch husten. Letzteres nach Gebrauch entsorgen und nicht lange in der Hosentasche mit sich herumtragen.
  • Gesicht nur mit gewaschenen Händen berühren, vor allem die Schleimhäute (Augen).
  • Mindestabstand von krankheitsverdächtigen Personen: Abstand von 1 bis 2 Meter.
  • Im Falle eines Ausbruchs Objekte wie Fahrstuhlknöpfe mit Knöcheln statt Fingerspitzen drücken, Klinken mit der Armbeuge drücken, Menschenansammlungen vermeiden.
  • Mundschutz: Ist in der Regel kontraproduktiv, da das Sicherheitsgefühl überproportional steigt und wichtige Schutzmaßnahmen an den Händen vernachlässigt werden. Nur sinnvoll, wenn man selbst erkrankt ist und andere schützen muss oder wenn man etwa als Angehöriger Umgang mit erkrankten Personen pflegt. Dann muss die Anwendung aber korrekt sein, Herumzupfen ist tabu, bei Durchfeuchtung muss gewechselt werden.

Virus-Alarm! Jeder Zweite wäscht seine Hände falsch

Was passiert, wenn hierzulande der Erreger festgestellt wird?

Kommt es in Deutschland zu einem Coronavirus-Fall, werden die Betroffenen auf einer Quarantäne-Station behandelt. Angehörige und alle Menschen, mit denen er oder sie Kontakt hatte, werden isoliert und ebenfalls auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. Zudem wird nach der Übertragungsquelle gesucht, deren Kontaktpersonen ebenfalls isoliert und untersucht werden. Die Kontaktpersonen müssen stehen bis zu 14 Tage lang zu Hause bleiben und stehen dabei unter Beobachtung. Über weitere Maßnahmen wie die Schließung von Schulen und ähnliches wird im Einzelfall entschieden.

Was, wenn ich selbst entsprechende Symptome zeige?

Das Coronavirus zeigt wie Erkältung oder Grippe Symptome wie Schnupfen, Halsschmerz, Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Wenn Sie aus einer Region gekommen sind, in der Covid-19 auftrat, sollten Sie bei entsprechenden Symptomen auf jeden Fall einen Arzt konsultieren - mit vorheriger telefonischer Anmeldung und Hinweis auf Ihren Verdacht, damit der Arzt sie gleich mit den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen in der Regel vor der Praxis empfängt oder ggf. zu Hause aufsucht. Wichtig ist zudem, Kontakt zu Dritten zu vermeiden, um diese nicht anzustecken. Nicht in die Arbeit gehen und Hygienemaßnahmen einhalten.

Kommen Sie aus einem Risikogebiet, müssen Sie sich unverzüglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen - unabhängig von möglichen Symptomen. Dies gilt zudem, wenn Sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten.

Hier sehen Sie, welche Regionen als Risikogebiete eingestuft sind.

Hier finden Sie Ihr zuständiges Gesundheitsamt.

Generell sollten Sie sich auch untersuchen lassen, wenn Sie von keinem möglichen Kontakt mit Coronavirus-Infizierten hatten und die Symptome stärker werden, da etwa eine Grippe ebenfalls behandelt werden sollte.

Hier hat sich das Virus in Europa bereits verbreitet

Italien: Die Zahl der Covid-19-Infizierten stieg auf über 320 (Stand Mittwochmorgen), zehn Menschen starben bereits. Besonders betroffen sind die Lombardei und das angrenzende Venetien. Weiter gibt es unter anderem Fälle in Florenz – einer steckte sich in der Lombardei an, der andere in Singapur – und eine infizierte Touristin aus Bergamo (Lombardei) in Palermo auf Sizilien.
Österreich: Tirol meldet zwei Infizierte in Innsbruck, einer soll aus der Lombardei stammen. Zudem gibt es einen Verdachtsfall in Linz, der Venedig bereist hatte.
Kroatien: In der Hauptstadt Zagreb wird ein Infizierter behandelt, der zuvor in Mailand war.
Schweiz: Am Dienstagnachmittag wurde ein Fall in Tessin bekannt.
Spanien: Hier gibt es bereits sieben Fälle, unter anderem in Barcelona und Madrid. Bei vier Infizierten ist eine Verbindung nach Norditalien bekannt, wie die "FAZ" meldet. Bei einem Arzt auf Teneriffa wurde Sars-CoV-2 festgestellt, ein Urlauber aus der Lombardei, weshalb ein Hotel mit rund 1000 Gästen derzeit unter Quarantäne steht.
Frankreich: Das Nachbarland meldet zwei neue Fälle. In der Vergangenheit waren elf Menschen erkrankt und geheilt, ein chinesischer Tourist war an Covid-19 gestorben.
Zudem werden aus Schweden, Finnland und Belgien je ein Fall gemeldet und 13 aus Großbritannien.

Lesen Sie auch: Coronavirus: 1000 Touristen auf Teneriffa in Quarantäne

Hier geht's zur ständig aktualisierten Infizierten-Karte

Wie schütze ich mich vor Ansteckung auf Reisen?

Es gelten die gleichen Hygienemaßnahmen wie in Deutschland. Menschenansammlungen etwa in Kirchen und Museen sind in Gegenden mit Coronavirus-Erkrankten zu meiden. In Norditalien bleiben aber ohnehin viele Museen und Theater zumindest vorübergehend geschlossen. Veranstaltungen wurden abgesagt.

Was tun, wenn ich aus einem stark betroffenen Land komme?

Reisende aus Risikoregionen müssen sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden. Für Reisende aus Regionen, die keine Risikogebiete sind, in denen es aber vermehrt zu Übertragungen kommt wie in Festland-China, Südkorea und Norditalien, gilt: Wer binnen 14 Tagen nach der Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickelt, sollte nach telefonischer Anmeldung und mit Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen. Zudem sollte er oder sie unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Für alle Flugreisende aus China gilt seit dem 15.2.2020 ein besonderes Verfahren. Sie werden gezielten Befragungen unterzogen.

Sollen Reisen nach Norditalien und Asien gestrichen werden?

Norditalien: Bisher wird nicht generell von Reisen abgeraten, die am stärksten betroffenen Gemeinden in der Lombardei und im Veneto sind abgeriegelt.. Allerdings haben sich viele europaweit Infizierte in Norditalien angesteckt. Großbritannien etwa ruft deshalb Reisende dazu auf, sich nach der Rückkehr aus Norditalien in Isolation zu begeben. Auch Mitarbeiter des EU-Parlaments müssen zunächst Homeoffice machen. Hier finden Sie die aktuellsten Hinweise vom Auswärtigen Amt für Italien.

Asien: Hier gibt es Länder mit geringer Verbreitung wie Indien oder Nepal. Von Reisen nach China rät das Auswärtige Amt mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao bis auf Weiteres ab. Am besten sollten Sie sich jeweils nach dem aktuellen Stand im geplanten Reiseziel erkundigen, etwa auf den Seiten des Auswärtigen Amt, und abgesehen davon die Einreisebestimmungen des Reiseziels studieren.

Bleiben Verbraucher auf den Kosten sitzen?

Wird ein Flug gestrichen, erhalten Verbraucher das Geld zurück. Machen Verbraucher einen Rückzieher, haben sie bei bereits gebuchten Reisen nur im Falle einer offiziellen Reisewarnung das Anrecht auf Rückerstattung der Kosten, das gilt für Flug- wie auch Pauschalreisen. Manche Anbieter sind aber kulant und ermöglichen beispielsweise eine kostenfreie Umbuchung.

So bieten etwa die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB an, dass Tickets für den Personenverkehr von und nach Italien bis einschließlich Mittwoch, 26. Februar, gratis storniert werden können. Auch die italienischen Bahnunternehmen kommen Kunden entgegen, wie "sueddeutsche.de" berichtet: Trenitalia erstattet demnach Zugfahrten unabhängig vom Tarif , wenn Reisen wegen des Coronavirus' abgesagt werden. Für Regio-Tickets gibt es Bargeld zurück, für Tickets in Fernzügen einen Gutschein mit einem Jahr Gültigkeit.

Hier geht's zu einer Übersicht des Robert-Koch-Instituts.

(Anm.d.Red.: Der Artikel wurde am 26.02.2020 angesichts der neuen Fälle in Deutschland aktualisiert)

autoren wize.life

8 Kommentare

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Ich denke, wir sind mittlerweile bei einer "Pandemie" - auch wenn Spahn und Konsorten es noch anders nennen...., es wurde bereits vor 4 Wochen verharmlost....., weil sie alle nicht ehrlich sind und waren..., weil sie noch immer nix wissen über die "Verbreitung, Ansteckung und das Warum und Wieso" - weil sie noch immer nicht wissen, ob die Ansteckungszeit nicht doch bei 4 Wochen liegt...,
sie wissen alle nix!!!!!!! Oder bekomme ich jetzt erklärt, wie das Virus schon in BW ankommen konnte?
Danke Angelika. In der Firma meiner Tochter sind alle Flüge gestrichen, ebenso Zugfahrten. Hannover Messe abgesagt. Die Werbepartner unserer anderen Tochter haben alle Termine in Italien abgesagt. Unsere dritte wurde für 2 Wochen ins Homeoffice verbannt, in unserer Stadt hamstern die Käufer....... noch Fragen?
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Auch lesenswert, angesichts der inzwischen 2 aufgetretenen Fälle in Deutschland
https://www.zeit.de/wissen/gesundhei...nder-kekule
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und täglich grüßt das Murmeltier ..... die o.g. Maßnahmen schön und gut. Aber was kann ich wirklich für mich und meine Familie tun? Es gibt jemanden der als einziger locker mit dem Virus fertig wird - unser Immunsystem, dafür ist es da. Allerdings kann das nur richtig funktionieren, wenn wir es mit der nötigen "Munition" bzw. Abwehrmauer ausstatten. z.B. ein hoher Vitamin-D-Spiegel, der bekannter Maßen im Winter, aufgrund der zu geringen UV-Strahlen, ein zu niedriges Niveau hat und deshalb Viruserkrankungen im Winter häufiger vorkommen. oder Vitamin C eine wichtige Waffe unseres Immunsystem gegen Bakterien, Viren & Co. bei vielen Menschen nur mangelhaft in der Ernährung enthalten. Der Virus, egal wie der heißt, hat nur bei einem schwachen Immunsystem eine Chance. Abgesehen davon, wenn man sich zuviel mit der Hype CV beschäftigt, dann erzeugt das Stress und das belastet wiederum unser Immunsystem zusätzlich.
So ein Quatsch. Wenn jemand in unmittelbarer Nähe das Virus hat, nützen Vitamine auch nicht mehr.
meine "Quatsch" sind Erkenntnisse der Biologie und jeder Biologe wird Dir das bestätigen. Ausschließlich DEIN IMMUNSYSTEM, was täglich die tollsten Krankheiten verhindert (z.B. Krebs, Viruskrankheiten, etc.), kann Dich vor dem Virus schützen. Zum besseren Verständnis hilft Dir vllt. nachfolgender Film.
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Hier ein lesenswerter Artikel, der auch darauf eingeht, falls es zu einer Pandemie kommt.
https://scilogs.spektrum.de/fischblo...s-pandemie/
Super und vielen Dank, liebe Edelgard Lengert..., der Artikel ist mir eine grosse Hilfe - denn das Virus ist bereits bei mir in BW angekommen.
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