Coronavirus "tödlicher als Grippe" - 10 neue Fälle in kürzester Zeit

10 neue Coronavirus-Fälle in Deutschland wurden seit Dienstag bestätigt.
10 neue Coronavirus-Fälle in Deutschland wurden seit Dienstag bestätigt.Foto-Quelle: Pixabay
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Von News Team

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt: Innerhalb weniger Tage wurden 10 neue Fälle bestätigt. Deutschland befinde sich "am Beginn einer Corona-Epidemie", sagte Gesundheitsminister Spahn. Das Virus sei tödlicher als Grippe, so der Chef des Robert-Koch-Instituts. Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingesetzt.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die Bundesregierung einen Krisenstab eingerichtet. "Das Ziel des Krisenstabs ist es, die Bevölkerung so gut wie möglich zu schützen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der am Donnerstagmittag die Pläne zusammen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei einer Pressekonferenz vorstellte.

Der Krisenstab habe zwei zentrale Ziele, so Seehofer: "Die Infektionskette in Deutschland zu unterbinden. Und Infektionsketten nach Deutschland in den Griff zu bekommen."

Gleichwohl könne kein absoluter Schutz versprochen werden.

Reisende sollen "Aussteigerkarten" ausfüllen

Eine der ersten Entscheidungen des neuen Krisenstabs: Reisende aus Italien, Iran, Japan und Südkorea, die mit Flugzeug, Zug oder Bus in Deutschland ankommen, werden gebeten, freiwillig so genannte "Aussteigerkarten" auszufüllen.

Dadurch soll es möglich sein, im Fall einer Infektion zurückverfolgen zu können, wer mit wem auf einer Reise Kontakt hatte.

"Beginn einer Epidemie"

Spahn sprach erneut von einer "neuen Lage". Bereits am Mittwochabend hatte Spahn mit Blick auf die 10 neu Infizierten davon gesprochen, dass Deutschland am "Beginn einer Epidemie" stehe.

Diese Worte habe er sehr bewusst gewählt, so Spahn, um alle "auf das neue Szenario vorzubereiten". Innenminister Seehofer sagte: "Die Lage ist ernst."

Tödlicher als Grippe

Statistisch gesehen sei die Letalitätsrate beim Coronavirus - also die Zahl derer, die daran sterben - aktuell rund zehnmal höher als bei Grippe, sagte Professor Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Dies beziehe sich auf die bisher bekannten Zahlen, so der RKI-Chef. Und diese Zahlen änderten sich täglich.

Ob das Coronavirus tatsächlich tödlicher ist als Grippe werde man am Ende der Epidemie sehen. Die Ausbreitung sei ein "dynamischer Prozess".

"Wir müssen Zeit gewinnen", so der RKI-Chef Wieler. Das sei so wichtig, da Virologen mit der Zeit mehr Informationen über das neuartige Virus bekommen - was nötig sei, um Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.

Die Ausbreitung in Deutschland sei "nicht außer Kontrolle". Oberstes Ziel der Gesundheitsexperten sei es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und möglichst einzudämmen.

10 neue Fälle per Test bestätigt

Zu den 10 neuen Fällen, die seit Dienstag per Labortest bestätigt worden sind, gehören vier Infizierte in Baden-Württemberg, fünf Patienten in Nordrhein-Westfalen und ein Soldat, der in einem Bundeswehrkrankenhaus in Rheinland-Pfalz behandelt wird. Lebensbedrohlich erkrankt ist dabei ein 47-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen.

Er war zusammen mit seiner ebenfalls erkrankten Frau kürzlich auf einer Karnevalsveranstaltung in Gangelt mit rund 300 Besuchern. Aus dem Grund stehen derzeit mehrere Hundert Menschen im Kreis Heinsberg unter Quarantäne, sagte ein Sprecher des Kreises Heinsberg am Donnerstag. Betroffen seien vor allem die Besucher der Karnevalssitzung.

Sie dürfen nun 14 Tage lang ihre Wohnungen nicht verlassen.

Behörden bereiten sich auf Pandemie vor

"Neue Infektions-Ketten sind teilweise nicht mehr nachvollziehbar", so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Die Lage hat sich in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen."

Deshalb habe er alle zuständigen Behörden darum gebeten, ihre Pandemiepläne zu überarbeiten. Noch sei keine Pandemie ausgebrochen - "aber ich finde es wichtig, dass wir uns auf diese Situation vorbereiten".

Bundesregierung plant Krisenstab

Am Donnerstag will Spahn zusammen mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) den geplanten gemeinsamen Krisenstab vorstellen.

"Virus ist uns deutlich nähergerückt"

Die Bundesregierung spricht von einer "neuen Situation". Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Das Virus ist uns deutlich nähergerückt."

Bundeswehr-Standort wird abgeriegelt

Nach dem Verdachtsfall bei dem Soldaten und dessen bestätigter Infektion hat die Bundeswehr mit der Schließung des Standortes Köln-Wahn reagiert. Die "Bild"-Zeitung zitiert aus einem Schreiben der Flugbereitschaft. Darin heiße es: "Es ist erforderlich, zu vermeiden, dass zusätzliches Personal den Bereich der Flugbereitschaft BMVg betritt/befährt. Ebenso gilt es zu vermieden, dass mögliche weitere Kontaktpersonen den Bereich verlassen. Die Wache wurde angewiesen, die Zugangstore zur Flugbereitschaft zu schließen."

Kontakt mit Patienten aus NRW

Der Mann soll im Kontakt mit dem Coronavirus-Patienten aus Nordrhein-Westfalen gestanden haben, der aktuell mit kritischem Zustand auf der Intensivstation des Uniklinikums Düsseldorf liegt.

Zum Thema: Coronavirus verbreitet sich - Was Sie tun können

Infizierter feierte Karneval

Der 47-jährige Patient in Düsseldorf zeigte seit dem 16. Februar Symptome, wie die "Aachener Zeitung" von einer Pressekonferenz in Erkelenz berichtet, wo der Mann zunächst behandelt worden war. Zehn Mitarbeiter dortigen Krankenhauses müssen deshalb nun zu Hause bleiben, sie werden von den Gesundheitsbehörden überwacht.

Im Video: Coronavirus-Patienten aus NRW hatten Vielzahl von Kontakten


"Unendliche Vielzahl von Kontakten"

Der Mann kommt aus dem Kreis Heinsberg bei Aachen und habe noch nach seiner Erkrankung Karneval gefeiert, weshalb mit weiteren Ansteckungen gerechnet werden müsse. Laut dem Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) gab es in den vergangenen 10 bis 14 Tagen noch eine "unendliche Vielzahl von Kontakten" zu anderen Menschen. Die "Infektionsketten" müssten nun unterbrochen werden.

Das inzwischen erkrankte Ehepaar hatte am 15. Februar eine Karnevalsveranstaltung in Gangelt an der niederländischen Grenze besucht, bevor es schwer erkrankt war. Bei der Feier waren rund 300 Menschen. Sie wurden gebeten, sich bei den Behörden zu melden, um mögliche Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Dies haben inzwischen viele Besucher getan, teilte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Donnerstag via Facebook mit. Andere hätten bereits selbst Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

Auch Frau des Patienten ist infiziert - eine Kita-Mitarbeiterin

Dazu gehört auch die Schließung einer Kita im Kreis Heinsberg auf unbestimmte Zeit, in der die Frau des Mannes arbeitet. Bei ihr wurde inzwischen ebenfalls das Virus festgestellt. Das Paar hat zwei schulpflichtige Kinder, die derzeit allerdings keine Symptome aufwiesen, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf sagte. Sie werden von der Großmutter versorgt. Tests, ob sie ebenfalls infiziert sind, sollen am Donnerstag vorliegen. Beide waren mit anderen Kindern in Kontakt.


Coronavirus-Patient aus Baden-Württemberg wohlauf

In Baden-Württemberg wurde inzwischen bei vier Menschen das Coronavirus nachgewiesen. Nachdem am Dienstag bereits der Fall eines 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen bekannt geworden war, bestätigte die Universitätsklinik Tübingen am Mittwochnachmittag zwei weitere Erkrankungen aus dem Umfeld des Mannes.

Sie sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa direkt mit dem ersten erkrankten Patienten zusammen hängen. Sowohl die Reisebegleitung des 25-Jährigen beim Italien-Urlaub sowie deren Vater seien infiziert, so die dpa.

Der Coronavirus-Patient aus Baden-Württemberg, dessen Erkrankung am Dienstag bekannt geworden war, hatte nach Angaben des Göppinger Landrats Edgar Wolff insgesamt 13 Kontaktpersonen, wie die "Stuttgarter Nachrichten" berichten. Die Kontakte stammten aus dem Kreis Göppingen, dem Alb-Donau-Kreis, aus Stuttgart und dem Kreis Tübingen. Die Betroffenen seien informiert und stehen unter Quarantäne.

Der 25 Jahre alte Mann hatte sich bei einem Italien-Urlaub angesteckt. Er befindet sich mittlerweile auf einer Isolierstation im Göppinger Klinikum am Eichert in gutem Zustand.

Lesen Sie auch: Coronavirus: 1000 Touristen auf Teneriffa in Quarantäne

Außerdem wurde bei einem 32-Jährigen aus Rottweil das Virus nachgewiesen - auch er war kürzlich in Italien.

14 Tage Quarantäne für Hotelgäste

Auf der Kanaren-Insel Teneriffa müssen nach einer Entscheidung der spanischen Behörden vom Mittwoch rund 1000 Touristen zwei Wochen lang im abgeriegelten Hotel H10 Costa Adeje Palace bleiben. Nach Einschätzung des Auswärtigen Amts ist davon auch eine "niedrige dreistellige Anzahl Deutsche" betroffen.

autoren wize.life

11 Kommentare

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wow!!! Was für neue Nachrichten.... jetzt ist es plötzlich doch eine Epidemie??? Ich wurde doch aufgeklärt, dass das Virus nicht mal so schlimm sein kann wie "Influenza"? Also: soll ich jetzt glauben oder nicht glauben? Ich sag Euch was: ich bilde mir meine eigene Meinung: wir haben heute Vorräte eingekauft für ca. 2 Wochen, da wir mitten in BW nähe Stuttgart leben und ich hab mir im Drogeriemarkt mit ner ganz lieben jungen Frau die letzten Desinfektionstücher geteilt..., die Drogeristin hatte sonst nix mehr, ausser leeren Regalen!
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ich mach mich nicht verrrückt. war früher in einer klinik tätig auf station 16 jahre lang. hände waschen desinfizieren . hatte nie ein ernsthaftes problem. viele patienten betreut.
guten Abend liebe Ursula.., ich hoffe, Du hattest keinen Kontakt mit diesen 10 Menschen, die in Deutschland zwischenzeitlich erkrankt sind.....kennst Du diesen Virus? Ich hatte bisher auch nie ein ernsthaftes Problem, und ich hatte vielen Kundenkontakt - täglich bis zu einhundert -..... ich mach mich nicht verrückt - aber ich mache mir Sorgen.
@Ursula-Angelika, natürlich bringt "Panikmache" nichts, wobei das "Anlegen" eines gewissen "Vorrats" nicht schädlich sein kann !
Jedoch frage ich mich schon was uns hier übermittelt wird, nur um die Bevölkerung zu überzeugen das dieses "Virus" eher harmlos ist.
Jedoch sei die Frage erlaubt: "Warum sind so viele Ärzte und Pflegepersonal ebenfalls erkrankt bzw. verstorben, diese "Leute wussten mit was "Sie" es zu tun haben und haben sich bestimmt diesbezüglich verhalten, schon eigenartig.
Ebenfalls macht mich stutzig warum bisher noch keine Fälle in Afrika gemeldet wurden, ist dieses "Virus" dort schon länger existent und wurde nur nicht erkannt oder haben sich dort bereits "Resistenzen" gebildet ? Es gibt viele Fragen, jedoch Antworten soweit möglich erhalten wir keine und dies finde ich nicht Informativ. Es reicht eben doch nicht einfach zu sagen: ""WIR SCHAFFEN DAS "" !
Bleibt "Alle"gesund und den Kranken eine gute Besserung !
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Ja und? PANIK
@Slarti Bartfaß, wieso "Panikmache" ? Im Moment zählen nur "Fakten,Fakten,Fakten" Was noch kommen kann weiß wohl im Moment niemand so genau. Ein wenig Vorsicht scheint mir aber doch angebracht und wenn man "nur" das "Hände schütteln" oder ein wenig mehr "Hygiene (Desinfizierung) vermeidet bzw. anwendet.
Yes
Natürlich Panik.
Man kann doch kein Fernseher und kein Radio einschalten ohne das einem dieser dämliche Virus entgegen springt. Sondersendungen fast ohne Ende. Und dann diese ewige betonen Vorsicht walten zu lassen ist langsam übertrieben.
Die einfachsten Hygienemaßnahmen gelten doch schließlich nicht nur in solchen Zeiten, sondern immer.
Als Stichwort nenne ich hier nur Krankenhaus und Altenheim.
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Was genau macht dieser Virus mit dem Körper, was passiert hier genau, welche Patientengruppe in welcher Altersgruppe?? Fragen nix als Fragen und keine guten Antworten, sondern nur wie Gebetsmühlen immer wieder die gleichen Nachrichten, wie eine Gebetsmühle. Einen segensreichen Einfluss hat dieser Virus ja, es wird alles wieder normal, China wird irgendwie ausgegrenzt, Flugzeuge fliegen nicht mehr so oft, Firmen arbeiten nicht, bin mal gespannt wenn der Virus im Parlament ausbrechen würde, es gibt ja Konferenzschaltungen, so würde vielleicht die normale Bühne der Politiker, sich als wie auch immer geartete Beifall heischende Redner, zu ganz normalen Rednern anbieten. Der Virus ist mir irgendwie sympatisch.
also "Sympatisch" ist mir dieser "Virus" bestimmt nicht, da man nicht weiß wann irgend mal ein Impfstoff "gefunden" oder "hergestellt" werden kann ! Wenn "Wir" Glück haben verschwindet selbiger vielleicht von allein wieder wenn die "Maßnahmen" denn auch "Wirkung" zeigen. Wie Sie schon geäußert haben ist die "Sachlage" eben "Gebetsmühlenartig", was soll man auch äußern wenn man bis jetzt eben nur die Alternative hat Personen unter Quarantäne zu stellen? Panikmache ist hier wohl fehl am Platz, jedoch wenn man bedenkt irgendwann ist mit Quarantäne "Schluss" da ja der normale Lebenszyklus weiter gehen muss. Verhungern wird so schnell wohl keiner, jedoch bei Heizung,Strom,Wasser und medizinischer Betreuung dito Versorgung mit Arzneimitteln welche teilweise ohnehin schon knapp waren und sind ist dann wohl eher "Schluss mit Lustig", so makaber es klingen mag. Glaube auch nicht das die Krankenhäuser über genügend "Isolier" Stationen verfügen. (Bei ernsten Fällen ! )

Wenn man bedenkt das der "Erste Weltkrieg" 10 Millionen Todesopfer gekostet hat und dies in den "Vergleich" mit der darauf folgenden
"Spanischen Grippe" 1918 stellt, war die "Todesrate" bei dieser Grippe bei weitem höher,wobei ich, "Sorry" derzeit keine genauen Zahlen kenne. Natürlich ist dies nicht vergleichbar mit den Krankheiten im Mittelalter und vor der "Erfindung" von Antibiotika, deshalb habe ich auch etwas gegen die sogenannten "Impfgegner". Wobei mir bewusst ist das ich mir mit dieser Meinung nicht nur "Freunde" geschafft habe.In diesem Sinne bleibt "Alle" schön gesund und den "Kranken" eine gute Besserung.
danke Maria March - dem gibts nix hinzuzufügen....
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