Tausende Babys kommen in Deutschland geschädigt zur Welt - weil die Mutter Alkohol trinkt

Ein Gläschen geht schon, vor allem zu Beginn der Schwangerschaft? Forscher w ...
Ein Gläschen geht schon, vor allem zu Beginn der Schwangerschaft? Forscher warnen, dass die Folgen von Alkohol völlig unterschätzt werdenFoto-Quelle: pixabay
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Von News Team

Alkohol schädigt nicht nur Trinkende, sondern auch Mitmenschen, etwa wenn Betrunkene Verkehrsunfälle verursachen. Was nach Ansicht von Forschern völlig unterschätzt wird, sind die gesundheitlichen Folgen für Babys, wenn Mütter in der Schwangerschaft trinken.

Tausende Babys kommen in Deutschland geschädigt zur Welt, weil die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Sie erkranken noch im Mutterleib an einer fetalen Aloholspektrumstörung (FASD) - oder sogar an der schweren Form des fetalen Alkoholsyndroms (FAS).

Fehlbildungen und eingeschränkte Motorik und Aufmerksamkeit

Die Folgen reichen von Fehlbildungen im Gesicht oder am Kopf - Babys haben beispielsweise eine abgeflachte Rinne zwischen Mund und Nase oder einen geringeren Kopfumfang - bis hin zu Kleinwuchs, eingeschränkten motorischen und kognitiven Fähigkeiten, Aufmerksamkeits- und Lernproblemen.

Forscher errechnen Betroffenen-Zahlen: fast 13.000!

Wie viele Babys genau mit der Erkrankung auf die Welt kommen, ist schwierig zu sagen. Ein Forscherteam um den Psychologen Ludwig Kraus vom Institut für Therapieforschung in München hat nun allerdings anhand internationaler Daten Zahlen für Deutschland eruiert - die Ergebnisse wurden jetzt im Fachmagazin „BMC Medicine“ veröffentlicht. Sie sind erschreckend hoch.

Demnach kamen im Jahr 2014 12.650 Babys mit FASD zur Welt, davon hatten 2930 Neugeborene FAS. Insgesamt wurden in dem Jahr 714.927 Kinder geboren.

"Zahlen bisher unterschätzt"

Für Deutschland seien die Zahlen bisher unterschätzt worden, sagte Kraus. Die Diagnose sei auch schwer zu stellen.

Ausgehend davon, wie häufig Kinder von Alkohol trinkenden Frauen international im Durchschnitt an dem Syndrom leiden, berechneten die Wissenschaftler, wie viele Babys statistisch in Deutschland Schäden erlitten. Die Zahlen zum Alkoholkonsum von Schwangeren lieferte das Robert-Koch-Institut in Berlin. Sie basieren auf Befragungen von Müttern. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass 177 von 10.000 Kindern betroffen seien.

Nicht alle Störungen werden diagnostiziert

Störungen in der Entwicklung werden nach Einschätzung der Forscher oft erst später festgestellt. Abgesehen davon werde die Krankheit nicht immer erkannt. Da die Erkrankungen nicht meldepflichtig sind, fehlten Statistiken.

Trunkenheit im Straßenverkehr: Gut 1200 Menschen starben 2014 unverschuldet

Das internationale Forscherteam stellte auch Berechnungen auf, wie viele Menschen in
Deutschland in einen Unfall aufgrund von Trunkenheit verwickelt wurden und zu Tode kamen.

Die Daten über Menschen, die bei einen fremdverschuldeten Verkehrsunfall sterben, hält das Statistischen Bundesamt vor. Dem Anteil der durch Alkoholkonsum verursachten Verkehrsunfälle mit Todesfolge näherten sich die Forscher anhand entsprechender Studien aus vergleichbaren europäischen Länder. So schlussfolgerten sie, dass in Deutschland 2014 insgesamt 1214 Menschen unverschuldet durch einen betrunkenen Autofahrer starben.

55 Tote durch betrunkene Täter

Weiter untersuchten die Wissenschaftler, wie viele Menschen durch alkoholisierte Gewalttäter starben. Hier kamen sie auf 55 Opfer im Jahr 2014.

Forscher fordert die Politik zum Handeln auf

Angesichts der Zahlen fordert Kraus strengere Regulierungen für Alkoholkonsum. „Unsere Schätzungen sollen der Politik vor Augen führen, wie viele unschuldige Menschen das Problem betrifft“, sagte er. Dabei zog er den Vergleich zum Rauchen, das auch Passivraucher schädigt.

Als konkrete Maßnahme schlägt Kraus vor, häufiger Verkehrskontrollen durchzuführen und den Verkauf von Alkohol an Tankstellen zu verbieten. Weiter sei Aufklärung für Schwangere wichtig.

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25 Kommentare

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Ach wie praktisch, nun hat man ja wieder einen bösen Sündenbock gefunden.
Das Alkohol nicht gerade gesundheitsförderlich ist, lernen ja schon die Gören in der Schule aber die wenigsten sch eeren sich darum.
Keinen schehren auch die vielen Reaktorunfälle aus der Vergangenheit, die von Politikern und den Verantwortlichen völlig verharmlost wurde, und werden. Keiner spricht über die Folgen von radioaktivität, da diese ja nicht oder nur schwer nachweisbar sind, also wie praktisch ist es doch Fehlbildungen und anderes, dem Alkohol zu zuschreiben.
Hier zeigt sich mal wieder , wie einfach es ist die Bevölkerung zu manipulieren und zu verdummen.
Dazu braucht man keine Forscher !
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Alkohol ist so unnötig wie ein Kropf. Wenn es ihn nicht geben würde hätten wir das Problem nicht. Aber was macht dann Deutschland, wenn es keine Einnahmen durch die krankmachenden Suchtmittel ( da nenne ich auch mal den Nikotin) hat?
Und zu den trinkenden werdenden Müttern-----jede weiß wie sie schwanger wird, aber einige wissen nicht wie man sich und dem Kind nicht schadet. Darüber ist schon so viel geschrieben worden und hat es was genutzt? Die Kinder können einem leid tun und die Mütter müsste man zu einem Entzug zwingen.
Dass bereits eine kleine Menge Alkohol das werdende Leben nachhaltig schädigen kann, ist wohl noch weniger bekannt.

Oft wird davon ausgegangen, dass nur alkoholkranke Mütter für die Schäden an den Feten verantwortlich sind. Dem ist aber nicht so. Leider.
Ja, Karin, ich weiß. Es ist einfach unbegreiflich wie man so handeln kann.
Ob mehr Aufklärung da helfen kann, weiß ich leider nicht. Aber ganz unnütz wäre sie sicher nicht, Angelika.
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In den letzten Wochen bricht eine Flut von Berichten über die Schädlichkeit von Alkohol über uns herein. Und erste Forderungen nach höheren Steuern auf Alkohol. Das scheint mir der wahre Grund zu sein, den Menschen mal wieder in die Tasche zu greifen.
Und die Medien zeigen sich mal wieder als "nützliche Idioten".
Hast du schon einmal mit Alkohol geschädigten Kinder Kontakt gehabt?
wize.life-Nutzer, Nein, wenn eine
währende Mutter ist, sollte sie keinen Alkohol trinken.
Auf das Wohl des Kindes sich richtig entwickeln kann im Mutterbauch.
Hat nichts mit Steuer zu tun!
Das bestreite ich gar nicht. Müßt meinen Kommentar richtig lesen. Mich stört das Dauerfeuer gegen Alkohol. Daß Alk.während der Schwangerschaft tabu ist, ist ja nicht neu. frauen die trotzdem trinken erreichst Du auch nicht mit der hundertsten Statistik.
Außerdem geht es in der Vielzahl der Artikel der letzten Wochen zum Alkohol ja nicht nur um Schwangere. Da wurde z.B.eine Statistik über die Gefahr von Bier zitiert von der sogar der Herausgeber sagte, so darf man das nicht zitieren/darstellen usw.
wize.life-Nutzer, akzeptiert!
Ich mag nur keine Frauen wo nur ans Bier denken, wenn Sie werdende Mutter werden noch weniger.
Schönen Tag wünsch ich!
Das der Alkohol-Konsum hier so vehement verteidigt wird, lässt schon tief blicken.

Im europäischen Durchschnitt sind die Deutschen schon ein Volk der " Gernetrinker". Um es freundlich auszudrücken.
1.) in Südeuropa und Frankreich gehört Wein zu nahezu jedem Essen.
2.) ich kannte eine Frau die trank täglich 2-3 Cognac und eurde 95.
3.) wenn jemand lieber 75 Jahre lebt, als 85 Asket zu sein tut er der Gemeinschaft gutes. Verbraucht weniger Rente und reduziert die Gefahr an Demenz zu erkranken.
Also laßt sie.
Na und, was willst du damit sagen?
Wer mit dem Alkohol so um geht ist ein Alkoholiker, nicht gut für die Gesundheit.
Nicht jeder Vieltrinker ist Alkoholiker. Bestimmt aber sehr Viele. Und oft/meistens sind es dann auch die, die den Alkoholkonsum so vehement verteidigen.
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Ohne Zweifel ist Alkohol für VIELES verantwortlich und ich denke, dass sich eine
Schwangere davon abhalten sollte. Wenn ich aber die Werbung beobachte, lebt doch
eine ganze Industrie davon.
Eben. Die Werbung für den Alkohol-Konsum fällt immer wieder ins Auge.
So ist es. Leider!
Die Wirtschaft und nicht Verbraucher/Wähler freundlichen Politiker arbeiten werbetechnisch (Alkohol/Zigaretten) der Pharma-Lobby und deren Geldgebern zu.
Sollten wir da auf die Länder neidisch sein, die die krankmachende Wirkung solcher Drogen erkannt und die entsprechende Werbung verboten haben? Obwohl ich an sich nicht zu den Neidern gehöre, kämen mir in diesen Fällen schon Zweifel.
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Ob nun Alkohol oder Rauschgifte aller Art: sie haben gemeinsam schädliche Wirkung mit schlimmen Folgen. Durch Alkohol oder Rauschgifte, Tablettensucht etc. gefährdet man sich und seine Umwelt. In Maßen geniessen und nicht in Massen konsumieren und täglich ist die einfache Formel für ein fröhliches Leben.
Jetzt alles auf den Teufel Alkohol zu focusieren ist erbärmlich.
Auch was die Kinder an Giftstoffen in Nahrungsmitteln finden (zahlreiche Rückrufe in den letzten Monaten, Massentierhaltung, Pflanzengift, Dieselabgabe, Feinstaub ) nichts davon ist gesundheitsfördernd, ganz im Gegenteil.
Und nicht jede Frau weiß unbedingt gleich vor oder nach dem letzten Wein in gemütlicher Runde ob sie nun Mutterfreuden entgegensieht oder auf Jahre ihr dieses Wunsch verwehrt bleibt.
Auf alle Rauschmittel verzichten - das klappt niemals.
Auf alles Schädliche verzichten, kein Gläschen am Abend (1 Glas zum Essen im Restaurant auch nicht bei Treffen mit Freunden und Familie) - wie trostlos und unrealistisch das zu fordern.
Wer will, kann es ja gerne so machen - jeder muss für sich entrscheiden.
Aber bitte keine Bevormundungen von Erwachsenen - wir sind alle mündig und für uns selbst verantwortlich.
Wer auf alles was schädlich ist verzichtet lebt nicht lange....denn man kann ja nicht von Luft leben (selbst die ist nicht schadstofffei).
Wer kein Spaß am Leben hat durch ewigen Verzicht - der wird ein ein Griesgram und Nörgler an jedem und alles.....
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Zum Teil muss ich Peter zustimmen, in der heutigen Zeit ist es wirklich erschreckend.
Aber es gibt so viele Frauen die noch nie geraucht haben selten Alkohol trinken und in der
Schwangerschaft schon mal überhaupt nicht und doch kommen das Kind krank oder fehlgebildet auf diese Welt.
Ich kenne das aus meinem persönlichen Umfeld.
Was haben die denn falsch gemacht???
Auf der anderen seite sollte man es evtl so machen wie mit der verkehrserziehung
Man sollte ihnen mal bildlich vor Augen führen was alles sein kann.
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Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, versuchen Sie mal eine Schwangere davon abzubringen weder zu Rauchen noch zu Trinken. Ich bin sicher die meisten werden es ablehnen. "Och das bisschen schadet nicht!" Hauptsache die "Damen" ihre Lust weiter frönen können. Das ist leider menschlich. Jeder - genau wie der Schnellfahrer - glaubt "Mir passiert nichts".
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Wenn wir schon beim Thema sind, dann mal alles auflisten was dem Baby schadet und die Schuld von Wirtschaft und Politik sind!
ja die Mütter wissen nicht was sie ihren Kindern damit antun, und denken auch nicht an die Spätfolgen. Da kann ich nur sagen die armen Kinder
Ich glaube schon das sie es wissen, aber die Sucht ist stärker, es auch oft nicht geplante Schwangerschaften.
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