Niedriger Blutdruck automatisch gut? In diesen Fällen besteht erhöhtes Sterberisiko

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Niedriger Blutdruck im Alter besser? Nicht unbedingt: Er kann das Sterberisiko erhöhenFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Bislang haben Mediziner angenommen, ältere Menschen sollten einen niedrigen Blutdruck haben. Forscher der Berliner Charité haben jetzt allerdings festgestellt, dass dies nicht für alle gilt. In welchen Fällen er sogar das Sterberisiko steigen lassen kann.

Etwa 70 bis 80 Prozent der über 70-Jährigen haben einen erhöhten Blutdruck. Langfristig kann dies zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Nach den europäischen Leitlinien soll der Blutdruck bei über 65-Jährigen deshalb auf unter 140/90 mmHg eingestellt werden. US-amerikanische Fachgesellschaften empfehlen sogar eine Einstellung des Blutdrucks auf unter 130/80 mmHg.

Eine Studie von Forschern der Charité ergab allerdings, dass die medikamentöse Senkung des Blutdrucks auf unter 140/90 mmHg – und insbesondere auf unter 130/90 mmHg – nicht grundsätzlich eine schützende Wirkung hat.

Höheres Sterberisiko bei über 80-Jährigen

Grundlage der Analyse sind Daten von mehr als 1600 Frauen und Männern, die zu Beginn der Studie im Jahr 2009 mindestens 70 Jahre alt waren und unter blutdrucksenkender Behandlung standen. Bei den über 80-Jährigen hatten diejenigen, deren Blutdruck bei unter 140/90 mmHg lag, ein um 40 Prozent höheres Sterberisiko als diejenigen, deren Blutdruck mehr als 140/90 mmHg betrug.

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Erheblich höheres Risiko bei Herzinfarkt-Patienten

Eine ähnliche Beobachtung machte die Forschungsgruppe bei Teilnehmern der Studie, die in der Vergangenheit einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten hatten: Bei denjenigen, deren Blutdruck bei unter 140/90 mmHg lag, stieg das Sterberisiko sogar um 61 Prozent im Vergleich zu denjenigen, deren Blutdruck trotz der medikamentösen Behandlung oberhalb dieses Grenzwertes blieb.

"Behandlung individuell anpassen"

„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass die Behandlung eines erhöhten Blutdrucks bei diesen Patientengruppen individuell angepasst werden sollte“, sagte Antonios Douros vom Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité, Erstautor der Studie, die jetzt im „European Heart Journal“ erschien.

Sein Fazit lautet:

Wir sollten davon abkommen, die Empfehlungen der Fachgesellschaften pauschal bei allen Patientengruppen anzuwenden.

Nächste Studie zu Nutznießern von niedrigem Blutdruck

Für die Studie wurden die Teilnehmer alle zwei Jahre zu ihren Erkrankungen und Medikamenten befragt, weiter wurden Blutdruck und Nierenfunktion gemessen sowie Blut und Urin analysiert. Nach sechs Jahren untersuchten die Wissenschaftler mit statistischen Methoden, inwiefern der zu Beginn gemessene Blutdruck mit dem Tod in Zusammenhang stand. Dabei wurden auch Einflussfaktoren wie Geschlecht, Body-Mass-Index, Raucherstatus, Alkoholkonsum, Diabetes und die Anzahl der blutdrucksenkenden Mittel berücksichtigt.

„Als nächstes wollen wir untersuchen, welche Patientengruppen von einer Blutdrucksenkung tatsächlich profitieren“, erklärte Studienleiterin Elke Schäffner.

Problemen mit Blutdruck kann mit regelmäßigem Sport vorgebeugt werden
Christian Northe/pixabayProblemen mit Blutdruck kann mit regelmäßigem Sport vorgebeugt werden

Internisten: Sport wichtig für Blutdruck

Wer zu hohem Blutdruck vorbeugen will, sollte auf ausreichend Bewegung achten. Der Berufsverband der Internisten weist darauf hin, dass körperliche Aktivität sowohl präventiv als auch bei der Behandlung einer arteriellen Hypertonie messbare Effekte hat. Eine aktuell veröffentlichte Metaanalyse bestätigt sogar, dass regelmäßiger Sport ähnlich günstigen Einfluss ausübt wie Blutdrucksenker.

Häufigster Grund für Bluthochdruck ist demnach ein ungesunder Lebensstil, insbesondere zu wenig Bewegung und in Folge davon Übergewicht.

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Sport kann einen Blutdrucksenker überflüssig machen

Zwei bis dreimal pro Woche 30 bis 45 Minuten Sport mit moderater Intensität könne mittel- und langfristig den Blutdruck senken und so möglicherweise zumindest ein antihypertensives Medikament überflüssig machen – die meisten Patienten benötigen eine Kombination aus zwei oder drei Medikamenten, um den Blutdruck in den Zielbereich abzusenken.

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6 Kommentare

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wie immer 5 Ärzte , 6 Meinungen . Für mich alles Käse , ich backe mir meinen eignen Blutdruck . und der ist gut !!!
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Ich habe immer einen niedrigen Blutdruck,,soll aber Senker nehmen,weil ich einmal in der Systole 140 hatte,,grübel ..
Nicht verrückt machen lassen. Wenn der Wert meistens niedrig ist keinen Kopf machen. Meine Blutdruckwerte liegen meistens zwischen 150 und 160 Dia. sowie 75 und 80+ Sys. Manchmal niedriger aber auch höher. Na und? Vor einigen Jahren meinten einige Ärzte "Zu hoch" und ich sollte Senker nehmen. Habe ich auch einige Jahre gemacht. Seit 2 oder 3 Jahre nehme ich keine Pillen mehr und meine Werte haben sich nicht geändert, und sind OK. Ich habe den Eindruck die Ärzte arbeiten mit der Pharmaindustrie zusammen und wollen deren Produkte verkaufen (und nicht unbedingt zu unserem besten). Wenn Pillen nicht nötig auf keinen Fall nehmen - alles Gift für den Körper.
Nachtrag: Wenn ich bei den Ärzten bin messen die immer höher als ich Zuhause - teilweise deutlich. Ich habe 2 verschiede Blutdruckmesser für den Oberarm wie bei den Ärzten und ein für das Handgelenk. Beide Geräte messen fast genau gleich. Am besten selber jeden Tag 2 oder 3 Wochen Messen und die Ergebnisse notieren. Heute prüfe ich den Blutdruck nur selten.
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Tatsache ist, JEDE Krankheit im Alter KANN das Sterberisiko erhöhen. Nah und?
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Ich fasse es nicht, habe vor einiger Zeit einen Bericht gelesen da wurde geschrieben, ein etwas erhöhter Blutdruck wäre für ältere Leute gesünder!" Was stimmt denn nun?
Meine Hausärztin hat mir auch gesagt, dass ein Blutdruck von ca 140 zu 80, für ältere Menschenganz gut wäre!
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